Die Biographie von al-Muḫtār ibn Abi Ubāyd at-Ṭaqafīyy der Lügner

al-mukhtar

بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie, seine Ehefrauen und seinen Gefährten.

Er heißt Abū Isḥāq al-Muḫtār ibn Abī Ubāyd ibn Mas’ūd ibn Amr at-Ṭaqafīyy der Lügner. Er wurde in der Zeit vom Propheten ﷺ  geboren, doch hat er ihn nicht getroffen. [1]

Seine Heimat war die Stadt Ṭā’if südöstlich von Mekka und zog später nach Kufa um. Er besaß in Kufa ein Haus und in der Nähe der Stadt ein Landgut. Sein Vater war der  Prophetengefährte Abū Ubāyd ibn Mas’ūd (raḍiallāhu anhu) und starb als Märtyrer in der Schlacht von Jaṣr gegen die Perser im Jahre 14 nach der Hiğra. Seine Mutter war ebenfalls eine Gefährtin Atika bint Usāyd ibn Abī’l ʿĀṣ al-Umawīyyah (raḍiallāhu anha) und Sie nahm den Islām am Tage der Eroberung an. [2]

Es gab viele Eheschließung mit seiner Familie, die Ehefrau von al-Muḫtār hieß  Amrah die Tochter des Prophetengefährte Nu’mān ibn Bashīr al-Anṣārīyy (raḍiallāhu anhu) und seine Schwester Ṣafīyyah bint Abī Ubāyd war verheiratet mit Abdullāh ibn Umar ibn al-Khaṭṭab (raḍiallāhu anhu). Ohne Zweifel war al-Muḫtār ein tapferer, beredsamer und zu den ältesten seines Stammes, doch mangelte es an der Religion. Der Prophet sagte nämlich:

يَخْرُجُ مِنْ ثَقِيفٍ كَذَّابٌ وَمُبِيرٌ

„Im (Stamm) von Ṭaqif wird es einen Lügner und einen Tyrann geben.“

[Ṣaḥīḥ Muslim no. 2547; Isḥāq ibn Raḥawāyh, Musnad no. 2233; Aḥmad, Musnad no. 26426.]

Die Gelehrten sind sich Einig, dass der Lügner al-Muḫtār war und der Tyrann al-Ḥajjāj, [3] nur dass der Lügner schlimmer in Kufr war als der Tyrann, [4] doch umgekehrt war der Tyrann schlimmer in Blutvergießen. Er war ein Machtgieriger und der eine öffentliche Show der Allianz und der Unterstützung der Ahl-l-Bāyt betrieb. Laut Ibn Kaṯīr, war er ein Nāṣibī, der Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) sehr hasste. [5]

Dies wird durch die Aussage von Suwāyd ibn Ghafla (raḥimahullāh) bestätigt, wo er berichtet hat:

نينا أبا أسير بظهر النجف إذ لحقني رجل فطعننى بمخصره من خلفي فالتفت إليه فقال ما قولك في الشيخ قلت أي الشيوخ قال على بن أبى طالب قلت انى أشهد انى أحبه بسمعي وبصرى وقلبي ولساني قال وأنا أشهدك انى أبغضه بسمعي وبصرى وقلبي ولساني فسرنا حتى دخلنا الكوفة فافترقنا فمكث بعد ذلك سنين أو قال زمانا قال ثم انى لفى المسجد الاعظم إذ دخل رجل معتم يتصفح وجوه الخلق فلم يزل ينظر فلم ير لحى أحمق من لحى همدان فجلس إليهم فتحولت فجلست معهم فقالوا من أين أقبلت قال من عند أهل بيت نبيكم قالوا فماذا جئتنا به قال ليس هذا موضع ذلك فوعدهم من الغد موعدا فغدا وغدوت فإذا قد أخرج كتابا معه في أسفله طابع من رصاص فدفعه إلى غلام فقال له يا غلام اقرأه وكان أميا لا يكتب فقال الغلام بسم الله الرحمن الرحيم هذا كتاب للمختار بن أبى عبيد كتبه له وصى آل محمد أما بعد فكذا وكذا فاستفرغ القوم البكاء فقال يا غلام ارفع كتابك حتى يفيق القوم قلت معاشر همدان أنا أشهد بالله لقد أدركني هذا بظهر النجف فقصصت عليهم قصته فقالوا أبيت والله إلا تثبيطا عن آل محمد وتزيينا لنعثل شقاق المصاحف قال قلت معاشر همدان لا أحدثكم إلا ما سمعته أذناى ووعاه قلبى من على بن أبى طالب عليه السلام سمعته يقول لا تسموا عثمان شقاق المصاحف فوالله ما شققها إلا عن ملا منا أصحاب محمد ولو وليتها لعملت فيها مثل الذى عمل قالوا آلله أنت سمعت هذا من على قلت والله لانا سمعته منه

Während ich hinter al-Najaf unterwegs war, überholte mich ein Mann und stoßte mich von hinten mit seinem Stab. Als ich mich an ihn wandte, sagte er: „Was hast du über den Šayḫ zu sagen?“ Ich fragte: „Welcher der Šayḫs?“ Er sagte: „Alī ibn Abī Ṭālib!“ Ich sagte: „Ich bezeuge, dass ich ihn mit meinem Gehör, Sehen, Herzen und meiner Zunge liebe.“ Er erwiderte: „Und ich nehme dich als Zeugen, dass ich ihn mit meinem Gehör, Sehen, Herzen und meiner Zunge hasse!“ Dann gingen wir weiter, bis wir in Kufa waren und uns trennten.“ Danach blieb Suwāyd einige Jahre dort oder für einige Zeit. Dann erzählte er weiter: „Einst ging ich in der großen Moschee, da trat ein Mann ein, der einen Turban trug. Er untersuchte sorgfältig die Gesichter der Leute und schaute sie weiter an. Er sah keine Bärte, die törichter waren als die von Hamdan, und setzte sich zu ihnen. Ich bewegte mich daher und setzte mich zu ihnen. Sie fragten ihn: „Wo kommst du her?“ Er sagte: „Aus der Familie eures Propheten ﷺ.“ Sie sagten: „Welche Neuigkeiten hast du uns gebracht?“ Er sagte: „Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür.“ und er arrangierte, Sie am nächsten Tag zu treffen. Als er am nächsten Tag kam, nahm er einen Brief mit, den er bei sich hatte – an der Unterseite war ein Bleisiegel – und reichte es einem jungen Burschen, da er nicht Lesen und Schreiben konnte. Er sagte zu ihm: „Ließ es vor Bursche.“ Der Junge laß: „Im Namen Allāhs, des Allerbarmer, des Barmherzigen. Dies ist ein Brief an al-Muḫtār ibn Abī Ubāyd, was die Abgesandten der Familie Muḥammads ihm geschrieben haben. Um Fortzufahren:…..“ und er laß bis zum Ende. Hierauf brachen die Leute in Tränen, da sagte der Mann: „Oh Bursche, leg den Brief beiseite, bis Sie sich eingekriegt haben.“ Ich sagte: „Oh ihr Leute von Ḥamdan! Ich bezeuge vor Allāh, dass dieser Mann mich einmal hinter al-Najaf getroffen hat,“ und ich erzählte ihnen seine Geschichte. Doch sie antworteten: „Bei Allāh, willst du etwa uns von der Familie Muḥammad zurückzuhalten und empfiehlst uns stattdessen den Na’thal, der die Abschriften des Qur’ān zerrissen hat?!“ Ich sagte: „Oh Leute von Ḥamdan! Ich berichte euch, was meine Ohren gehört haben und mein Herz sich an Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) erinnert. Ich hörte ihn sagen: „Oh ihr Leute, sagt nichts Schlechtes über Uṯmān, weil er die Abschriften des Qur’ān zerrissen hat. Denn bei Allāh, er tat das, nur nach Absprache mit uns, den Gefährten Muḥammads ﷺ. Hätte man mir die Vollmacht erteilt, würde ich dasselbe machen, was er getan hat.“ Sie sagten: „Allāh! Du hörtest das von Alī?“ Ich antwortete: „Ja bei Allāh, ich hörte es von ihm!“

[at-Ṭabarīyy, at-Tarīkḫ (4/575-576); Isnadū Ḫasan.]

In der Zeit des Kalifat von al-Ḥāssan ibn Alī (raḍiallāhu anhu), hatte Er vor al-Ḥāssan in Ketten zulegen und ihn an Mu’āwiyah auszuliefern, worauf sein Onkel ihn zurechtwies [6] und getadelt hat. Hiernach gehörte er zu den Khawārīj und wurde später Schiite. Als Mu’āwiyah an der Macht kam, sagte er gegen seinen Gefährten Ḥujr ibn Adīyy aus, was zu seiner Hinrichtung führte. Als Muslim ibn Aqīl (raḥimahullāh) nach Kufa kam, um von al-Ḥusāin die Lage dort zu erfragen, hat ihn al-Muḫtār bei ihm aufgenommen. Ubāydullāh ibn Ziyād ließ ihn festnehmen. Er ließ ihn verprügeln und sperrte ihn ein. Er blieb im Gefängnis bis al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) zum Märtyrer wurde. Dann legte Ibn Umar Fürsprache für ihn ein und wurde freigelassen unter der Bedingung Kufa zu verlassen. Daraufhin verließ er diesen Ort und ging in den Ḥijāz.  Daraufhin schloss er sich Abdullāh ibn Zubāyr (raḍiallāhu anhu) an und gab ihm den Treueid. Er kämpfte mit ihm Seite an Seite gegen die Leute aus Syrien.

Nach dem Tod von Yazīd, kehrte er nach Kufa zurück und behauptete, dass Muḥammad ibn al-Ḥanafiyya (raḥimahullāh) – den er als den Mahdi angesehen hat – ihn geschickt und befohlen hatte, die Mörder seines Bruder zu töten, Vergeltung für das Blut der Ahl-l-Bāyt  einzufordern und die Schwachen zu beschützen. Denn Muḥammad war der Waliyy (Vormundschaft) al-Ḥusāins und somit derjenige, der sein Blut einklagen sollte. Er hat ihn jedoch niemals so etwas aufgetragen, weder Ibn Abbās noch Alī ibn al-Ḥusāin. Als Muḥammad von den Phantasien und Lügen, sowie von seinen schlechten Absichten erfuhr, sagte er sich in Gegenwart der Muslime öffentlich von ihm los und an dem, was in Kufa in seinem Namen geschah. Er soll gesagt haben:

على أهون رسله يزعم أنه لنا شيعة، وقتلة الحسين جلساؤه على الكراسي يحدثونه

„Zu seinen geringsten Abgesandten behauptet er, dass er ein Anhänger von uns sei, während aber die Mörder von al-Ḥusāin seine Tischgenossen sind, die auf seinen Stühlen sitzen und sich mit ihm unterhalten.“

[at-Ṭabarīyy, at-Tarīkḫ (3/402); Ibn Asākīr, at-Tarīkḫ ad-Dimašhq no. 47680; Isnadū Dā’if]

Einer anderen Überlieferung zufolge, sagte er:

كَذَبَ أَبُو إِسْحَاقَ كَيْفَ يُحِبُّنِي وَيُحِبُّ أَهْلَ بَيْتِي وَهُوَ يُجْلِسُ عُمَرَ بْنَ سَعْدِ بْنِ أَبِي وَقَّاصٍ عَلَى وَسَائِدِهِ وَقَدْ قَتَلَ الْحُسَيْنَ بْنَ عَلِيِّ بْنِ أَبِي طَالِبٍ

„Abū Isḥāq hat gelogen. Wie kann er mich und die Ahl-l-Bāyt lieben, wenn Umar ibn Sā’d ibn Abī Waqqāṣ auf seinen Kissen sitzt, wo er doch der Mörder von al-Ḥusāin ibn Alī ibn Abī Ṭālib ist.“

[Abū’l-Arab al-Qayrawānīyy, Kitāb al-Mihān (1/214)]

Trotzdem ließen einige Schiiten nicht davon ab, al-Muḫtār zu folgen. Und so führte er sich unter diesen als Wahrsager und weiser Mann auf. Er pflegte in Reimen zu sprechen, die, den Aussagen ähnelten, die für Wahrsager typisch sind, und lenkte sie damit ab.

Isā ibn Dinār al-Mu’azzīn (raḥimahullāh) berichtete:

سَأَلْتُ أَبَا جَعْفَرٍ عَنِ الْمُخْتَارِ , فَقَالَ: إِنَّ عَلِيَّ بْنَ حُسَيْنٍ قَامَ عَلَى بَابِ الْكَعْبَةِ فَلَعَنَ الْمُخْتَارَ فَقَالَ لَهُ رَجُلٌ: جَعَلَنِي اللَّهُ فِدَاكَ تَلْعَنُهُ وَإِنَّمَا ذُبِحَ فِيكُمْ؟ فَقَالَ: إِنَّهُ كَانَ كَذَّابًا  يَكْذِبُ عَلَى اللَّهِ وَعَلَى رَسُولِهِ

„Ich befragte Abū Jā’far al-Baqīr (raḥimahullāh) über al-Muḫtār, worauf er sagte: „Mein Vater Alī ibn al-Ḥusāin (raḥimahullāh) stand an der Tür der Kaaba und verfluchte al-Muḫtār. Daraufhin sagte ein Mann zu ihm: „Möge ich dir geopfert sein, du verfluchst ihn, obwohl er sich für dich gerächt hat?“ Er sagte: „Er ist ein Lügner, der über Allāh und seinen Gesandten gelogen hat.“

[Ibn Sā’d, at-Ṭabaqāt no. 6107; Isnadū Ṣaḥīḥ]

Er besaß keine Hemmungen über Allāh und seinem Gesandten Lügen zu erfinden. Ibrāhīm an-Nakh’āīyy (raḥimahullāh) meinte, dass man aufgrund der vielen fabrizierten Aḥadīṯe die sich in der Zeit von al-Muḫtār in Kufa verbreiteten, angefangen hat nach der Kette (Isnad) zu fragen. [7] So meinte Abū Isḥāq Ibrāhīm ibn Yaqūb al-Južanīyy (raḥimahullāh), das al-Muḫtār jeden Mann mit 1000 Dinār belohnte, wenn dieser zur Stärkung seiner Führung Überlieferungen fälscht. [8]

Abū Anas al-Ḥarranīyy berichtete:

قال المختار لرجل من أصحاب الحديث: ضع لي حديثا عن النبي أني كائن بعده خليفة ، وطالب له ثأرة ولده ، وهذه عشرة آلاف درهم وخلعة ومركوب وخادم. فقال الرجل: أما عن النبي فلا ، ولكن اختر من شئت من الصحابة ، واحطط من الثمن ما شئت. قال: عن النبي آكد ، قال: والعذاب عليه أشد

al-Muḫtār sagte zu einem Mann von den Leuten des Ḥadīṯ: „Erfinde eine Überlieferung für mich vom Propheten ﷺ ,  in der es darum geht, dass ich nach ihm der Kalif sein werde und in seinem Namen die Rache an seinen Kindern nehme! Sollen diese 10.000 Dirhām, ein Kleidungsstück, ein Reittier und ein Diener deins sein!“ Der Mann entgegnete: „Ich kann keineswegs vom Propheten ﷺ  etwas erfinden, doch von den Gefährten kannst du dir aussuchen, wen du möchtest und preislich kannst du auch, wie viel du auch möchtest runtergehen!“ al-Muḫtār widersprach: „Vom Propheten ﷺ  kommt es aber bestätigter vor!“ Der Mann antwortete: „Doch die Strafe ist verheerender.“

[al-Khaṭīb, al-Ğāmīyy lī Ahklāq ar-Rawīyy wā Adāb (1/131)]

Silā ibn Żufar al-Absīyy sagte:

قاتل الله المختار ، أي شيعة أفسد ، وأي حديث شان

„Möge Allāh al-Muḫtār töten. Er hat wahrlich die Schiiten verdorben, und die Überlieferungen beschmutzt.“

[Ibn Rağab, Šarh al-Ilāl at-Tirmidhīyy (1/122)]

al-Muḫtār tötete Muḥammad ibn Ammār ibn Yaṣir wegen seiner  Verweigerung, eine Überlieferung für ihn zu fabrizieren und sie seinem Vater zuzuschreiben. [9]

Yazīd ibn Ašam (raḥimahullāh) berichtete:

قال لي المختار هذا محمد بن عمار بن ياسر قد أظلني فأين أنزله قال يزيد فدخلت على محمد فقال قدمت على رجل يفترى على الله ورسوله ثم رأيته أخرجه فضربت عنقه

al-Muḫtār sagte zu mir: „Dieser Muḥammad ibn Ammār ibn Yaṣir legt ständig seinen Schatten auf mich ab. Wohin sollte ich ihn nur verbannen!“ Da ging ich zu Muḥammad und sagte: „Ich bin zu einem Mann gekommen, der Allāh und seinen Gesandten verleumdet.“ Hierauf sah ich ihn (al-Muḫtār) herauskommen und schnitt den Hals von Muḥammad ab.“

[al-Bukhārī, at-Tarīkḫ al-Awsaṭ no. 658]

Deshalb überliefert niemand von ihm, weil er irregeleitet und irreführend ist. [10] Deutlich schlimmer wurde es für ihn – weshalb man ihn auch deswegen aus dem Islām ausgeschlossen hat – durch seine Behauptung, dass er ein Prophet sei und Jibril ihn Offenbarungen eingab. Dies erwähnten die Gelehrten wie Ibn Ḥazm, [11] Abū al-Muẓaffar al-Iṣfarāynīyy, [12] Abū Bakr ibn al-Arabīyy, [13] Abū’l-Abbās al-Qurṭubīyy, [14] Ğalal ad-Dīn as-Suyūṭī, [15] Alī ibn Sulṭān al-Qārīyy [16] und viele andere. Auch stellte man fest, dass ein Teil seiner Anhänger ihn als Propheten sahen. [17]

Abū Isḥāq as-Ṣaba’īyy (raḥimahullāh) berichtete:

 قُلْتُلِعَبْدِ اللَّهِ بْنِ عُمَرَ : إِنَّ الْمُخْتَارَ يَزْعُمُ أَنَّهُ يُوحَى إِلَيْهِ ، فَقَالَ: صَدَقَ. وَإِنَّ الشَّيَاطِينَ لَيُوحُونَ إِلَى أَوْلِيَائِهِمْ

Ich sagte zu Abdullāh ibn Umar: „al-Muḫtār behauptet er empfängt Offenbarungen.“ Er sagte: „Er sagt die Wahrheit: {Und gewiß werden die Satane ihren Freunden eingeben} [6:121].

[at-Ṭabaranīyy, Mu’jām al-Awsaṭ no. 943]

Sā’id ibn Wahb (raḥimahullāh) berichtete:

 كُنْتُ عِنْدَ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ الزُّبَيْرِ فَقِيلَ لَهُ : إِنَّ الْمُخْتَارَ يَزْعُمُ أَنَّهُ يُوحَى إِلَيْهِ , فَقَالَ : صَدَقَ: ثُمَّ تَلَا  هَلْ أُنَبِّئُكُمْ عَلَى مَنْ تَنَزَّلُ الشَّيَاطِينُ تَنَزَّلُ عَلَى كُلِّ أَفَّاكٍ أَثِيمٍ

Ich war bei Abdullāh ibn az-Zubāyr, da sagte ich zu ihm: „al-Muḫtār behauptet er empfängt Offenbarungen.” Er sagte: “Er sagt die Wahrheit, denn Allāh sagt: {Soll ich euch verkünden, auf wen die Satane herniederfahren? Sie fahren auf jeden gewohnheitsmäßigen Lügner und Sünder hernieder} [26:221]“

[Ibn Abī Shaybāh, al-Muṣannāf no. 29970]

Rifa’āh ibn Šaddad al-Qibtanīyy (raḥimahullāh) berichtete:

دَخَلْتُ عَلَى الْمُخْتَارِ فَأَلْقَى لِي وِسَادَةً , وَقَالَ : لَوْلَا أَنَّ أَخِي جِبْرِيلَ قَامَ عَنْ هَذِهِ لَأَلْقَيْتُهَا لَكَ , قَالَ : فَأَرَدْتُ أَنْ أَضْرِبَ عُنُقَهُ , فَذَكَرْتُ حَدِيثًا حَدَّثَنِيهِ أَخِي عَمْرُو بْنُ الْحَمِقِ قَالَ : قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ : أَيُّمَا مُؤْمِنٍ أَمَّنَ مُؤْمِنًا عَلَى دَمِهِ فَقَتَلَهُ فَأَنَا مِنَ الْقَاتِلِ بَرِيءٌ

Eines Tages bin ich zu al-Muḫtār gegangen, da hat er mir ein Kissen zugeworfen und gesagt: „Wäre mein Bruder Jibril nicht von diesen Kissen aufgestanden, hätte ich es dir (trotzdem) zugeworfen.“ Ich gedachte in diesem Moment seinen Kopf abzuschlagen, doch es hinderte mich die Überlieferung von meinem Bruder Amr ibn al-Ḥamīq (raḍiallāhu anhu) ab der berichtete: Der Gesandte Allāh’s ﷺ  sagte: „Welcher Gläubiger einem Gläubigen Sicherheit verspricht und ihn dann tötet, so sage ich mich von den Mörder los.“

[Ahmad, Musnad no. 21384; Ibn Jā’d, Musnad no. 2936; Abū Dāwūd at-Ṭayalisīyy, Musnad no. 1370; Ibn Abī Shaybāh, Muṣannaf no. 866]

Unaysa bint Zayd ibn Aqram berichtete:

أَنَّ زَيْدًا ، دَخَلَ عَلَى الْمُخْتَارِ فَقَالَ: يَا أَبَا عَامِرٍ لَوْ سَبَقْتَ رَأَيْتَ جِبْرِيلَ وَمِيكَائِيلَ ، قَالَ: حَفَرْتَ وَنَقَرْتَ أَنْتَ أَهْوَنُ عَلَى اللَّهِ مِنِّي ، ذَاكَ كَذَّابٌ مُفْتَرٍ عَلَى اللَّهِ وَعَلَى رَسُولِهِ

Mein Vater Zayd kam bei al-Muḫtār und er sagte zu ihm: „Oh Abū Āmīr, wenn du  etwas früher gekommen wärst hättest du Jibril und Mikail gesehen!“ Da erwiderte Zayd: „Du bist widerwärtig und niedergeschlagen und vor Allāh als wertlos untergeordnet. Du bist ein Fälscher der über Allāh und seinem Gesandten lügt!“

[at-Ṭabarānīyy, Mu’jām al-Kabīr no. 5127; Isnadū Dā’if]

Seine Anhänger die Kaysanīyyah, schrieben ihn verborgenes Wissen (Ilm al-Ghayb) zu und al-Muḫtār begann über al-Bada zu sprechen. Der Grund, weshalb er von sich behauptete, zukünftige Ereignisse Vorhersagen zu können, ist, dass ihm angeblich durch Offenbarung mitgeteilt oder durch einen vom Imām entsandten Boten übermittelt wurde. Er pflegte seinen Freunden anzukündigen, dass er etwas Tun werde oder dass sich etwas Bestimmtes ereignen werde. Wenn das, was er Sagte, eintraf‚ nutzte er dies, um seine Sache zu bekräftigen. Er pflegte diesbezüglich zusagen: „Seht, es ist so passiert, wie ich es voraussagte.“ Trifft es nicht ein, dann sagt er: „Euer Herr hat dies geändert.“

as-Shā’bīyy (raḥimahullāh) sagte:

 كنت أنا وأبي ممن خرج معه، قال: فلما جزنا ساباط قال للناس: أبشروا فإن شرطة الله قد حسوهم بالسيوف يوماً إلى الليل بنصيبين أو قريباً من نصيبين ودوين منازلهم، إلا أن جلهم محصور بنصيبين. قال: ودخلنا المدائن، واجتمعنا إليه، فصعد المنبر، فوالله إنه ليخطبنا ويأمرنا بالجد وحسن الرأي والاجتهاد والثبات على الطاعة، والطلب بدماء أهل البيت عليهم السلام، إذ جاءته البشرى تترى يتبع بعضها بعضاً بقتل عبيد الله بن زياد وهزيمة أصحابه، وأخذ عسكره. وقتل أشراف أهل الشام، فقال المختار: يا شرطة الله، ألم أبشركم بهذا قبل أن يكون! قالوا: بلى والله لقد قلت ذلك، قال: فيقول لي رجل من بعض جيراننا من الهمذانيين: أتؤمن الآن يا شعبي؟ قال: قلت بأي شيء أؤمن؟ أؤمن بأن المختار يعلم الغيب لاأؤمن بذلك أبداً. قال: أولم يقل لنا: إنهم قد هزموا! فقلت له: إنما زعم لنا أنهم هزموا بنصيبين من أرض الجزيرة، وإنما هو بخازر من أرض الموصل، فقال: والله لا تؤمن يا شعبي حتى ترى العذاب الأليم

Mein Vater und Ich gehörten unter denjenigen, die mit al-Muḫtār hinauszogen. Als wir über Sabat durchgingen, verkündete al-Muḫtār den Leuten: „Freut euch, denn wahrlich die erwählten Truppen Gottes werden die Feinde einen Tag lang bis zum Einbruch der Nacht in Nasibin oder nahe Nasibin mit dem Schwert erschlagen und ihre Häuser beschlagnahmen. Die meißten von ihnen werden aber in Nasibin umzingelt.“ Hierauf gingen wir in al-Mada’in und Sie versammelten sich in seiner Gegenwart. Er bestieg die Kanzel und bei Allāh, er gab uns eine predigt, worin er uns befiehlt, ernst zu bleiben, gut zu denken, uns selbst aufzuopfern und fest im Gehorsam zu sein und Rache für das Blut der Ahl-l-Bāyt einzuklagen. Alsdann kam ihm gute Nachricht nach der anderen, wie die Ermordung von Ubāydullāh ibn Ziyād, die Niederlage seiner Truppen, die Einnahme seines Lagers und die Tötung der syrischen Würdenträger. Daraufhin sagte al-Muḫtār: „Ihr auserwählten Truppen Gottes, habe ich euch nicht zuvor diese gute Nachricht angekündigt?“ Sie sagten: „Gewiss, du hast es gesagt.“ Da kam ein gewisser Nachbar aus Ḥamdan, der mir sagte: „Oh as-Shā’bīyy, glaubst du jetzt?“ Ich sagte: „Was soll ich glauben? Sollte ich glauben, dass al-Muḫtār das Verborgene kennt? Ich werde es niemals glauben!“ Er sagte: „Hat er uns nicht gesagt, dass Sie besiegt werden?“ Ich sagte zu ihm: „Er erzählte uns, dass sie in Nasibin im Land von al-Jazirah besiegt werden, aber besiegt wurden Sie in Khazīr im Land al-Mawṣil.“ Er sagte: „Bei Allāh, oh as-Shā’bīyy, wirst du es nicht eher glauben, bis du die schmerzliche Strafe siehst.“

[at-Ṭabarīyy, at-Tarīkḫ (3/415); ad-Dhahabī, Siyār A’lām an-Nubū’lā no. 441]

al-Muḫtār hat Kriege gegen die Gegner al-Ḥusāin geführt. Er zog gegen sie das Schwert, und wenn er erfuhr, dass eine bestimmte Person an der Tötung al-Ḥusāin beteiligt gewesen war, tötete er Sie. Das war der Grund, warum die Schiiten ihn lieb gewonnen hatten und sich um ihn versammelten. Er beteiligte sich an ihrem Aufstand zum Zwecke der Vergeltung, wurde dann im Jahre 67 von Mus’ab ibn Zubāyr im Krieg überwältigt und umgebracht.

Abd al-Mālik ibn Umāyr al-Laythīyy (raḥimahullāh) sagte:

رَأَيْتُ رَأْسَ الْحُسَيْنِ بْنِ عَلِيٍّ أُتِيَ بِهِ عُبَيْدُ اللَّهِ بْنُ زِيَادٍ ، وَرَأَيْتُ رَأْسَ عُبَيْدِ اللَّهِ بْنِ زِيَادٍ أُتِيَ بِهِ الْمُخْتَارُ بْنُ أَبِي عُبَيْدٍ ، وَرَأَيْتُ رَأْسَ الْمُخْتَارِ أُتِيَ بِهِ مُصْعَبُ بْنُ الزُّبَيْرِ ، وَرَأَيْتُ رَأْسَ مُصْعَبٍ أُتِيَ بِهِ عَبْدُ الْمَلِكِ بْنُ مَرْوَانَ

„Ich sah den Kopf von al-Ḥusāin, welcher man zu Ubāydullāh ibn Ziyād gebracht hat. Dann sah ich den Kopf von Ubāydullāh ibn Ziyād, welcher man zu al-Muḫtār ibn Abū Ubāyd gebracht hat. Dann sah ich den Kopf von al-Muḫtār, welcher man an Muṣ’āb ibn az-Zubāyr gebracht hat. Hiernach sah ich den Kopf von Muṣ’āb, welcher man an Abd al-Mālik ibn Marwān gebracht hat.“

[Abī Ya’lā al-Mawṣilīyy, Musnad no. 2616; Ibn Ḥājar, al-Maṭālib al-Āliyah no. 4577]

Wie er mit den Mördern al-Ḥusāin verfuhr, war eine lobenswerte Tat, doch das macht Ihn lange nicht zu einem Gläubigen, denn wenn wir das als Maßstab nehmen, so müssen wir auch den babylonischen König Nebukadnezar als Gläubiger ansehen, weil er sich für den gesegneten Propheten Yaḥyā ibn Zakarīyyah an die Juden gerächt hat.

وَاللَّهُ أَعْلَمُ

۝ ﴿۝﴾ ۝

Abū Zakarīyyah Muḥammad ibn Aḥmad al-Saḫtiyanīyy

_______________________

Fußnoten:

[1] ad-Dhahabī, Siyār A’lām an-Nubū’lā no. 441; Ibn Kaṯīr, al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/319).

[2] Ibn Ḥājar, al-Iṣābah fī Taymīz aṣ-Ṣaḥābah no. 8552.

[3] Ibn Taymīyyah, Minhāj as-Ṣunnāh (4/329); an-Nawāwīyy, Šārḥ Ṣahīḥ Muslim (16/100).

[4] Siehe ad-Dhahabī, Mizān al-I’tidāl no. 8378.

[5] al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/319).

[6] Ibn Jawzīyy, Muntaẓam (3/432); Isnadū Ḫasan.

[7] Abdullāh ibn Ahmad, al-Ilāl wā Ma’rifāt ar-Riğal (3/380).

[8] al-Južanīyy, al-Aḥwāl ar-Riğal (1/25).

[9] Ibn Ḥājar, al-Iṣābah fī Taymīz as-Ṣaḥābah no. 8552; ad-Dhahabī, at-Tarīkḫ al-Islām (5/57).

[10] ad-Dhahabī, Mizān al-I’tidāl no. 8378.

[11] Ibn Ḥazm, Ǧamhara Ansāb al-Arab (1/268).

[12] Abū al-Muẓaffar al-Iṣfarāynīyy, Tabṣīr al-Dīn (1/33).

[13] Abū Bakr ibn al-Arabīyy, Āriḍat al-Aḥwadhī bī Šarḥ Ṣaḥīḥ al-Tirmidhīyy (6/84).

[14] Abū’l-Abbās al-Qurṭubīyy, al-Mufhim (4/504).

[15] Ğalal ad-Dīn as-Suyūṭī, at-Tarīkḫ al-Khulafā (1/162).

[16] Alī ibn Sulṭān al-Qārīyy, Miškāt al-Maṣābīḥ (6/140).

[17] al-Malaṭīyy, al-Tanbīh wā al-Radd ala Ahl al-Ahwal (1/23).

Über antimajoze

Nach dem Verständnis der Salaf
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