Talha wollte A´isha heiraten?

بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie, seine Ehefrauen und seinen Gefährten.

Die Rawāfiḍ brachten eine Überlieferung zum Vorschein, worin über den Paradiesbewohnner Talḥāḥ ibn Ubāydullāh (raḍiallāhu anhu)  schamlos behauptet wird, er wolle nach dem Tod des Propheten ﷺ  seine Ehefrau Ā´iṣhā (raḍiallāhu anha)  heiraten. Daraufhin soll folgender Vers wegen ihm offenbart worden sein:

وَمَا كَانَ لَكُمْ أَن تُؤْذُوا رَ‌سُولَ اللَّـهِ وَلَا أَن تَنكِحُوا أَزْوَاجَهُ مِن بَعْدِهِ أَبَدًا ۚ إِنَّ ذَٰلِكُمْ كَانَ عِندَ اللَّـهِ عَظِيمًا

{Und es geziemt euch nicht, den Gesandten Allāh´s zu belästigen, noch (geziemt es euch,) seine Frauen jemals nach ihm zu heiraten. Wahrlich, das würde vor Allāh eine Ungeheuerlichkeit sein. }

[Qur´ān 33:53]

Wir gehen dieser Überlieferung nach und überprüfen ihre Echtheit.

Imām Ibn Ṣā´d  (raḥimahullāh) überliefert:

أَخْبَرَنَا مُحَمَّدُ بْنُ عُمَرَ ، حَدَّثَنِي عَبْدُ اللَّهِ بْنُ جَعْفَرٍ ، عَنِ ابْنِ أبي عَوْنٍ ، عَنْ أبي بَكْرِ بْنِ مُحَمَّدِ بْنِ عَمْرِو بْنِ حَزْمٍ ، فِي قَوْلِهِ : وَمَا كَانَ لَكُمْ أَنْ تُؤْذُوا رَسُولَ اللَّهِ وَلا أَنْ تَنْكِحُوا أَزْوَاجَهُ مِنْ بَعْدِهِ أَبَدًا سورة الأحزاب آية 53 ، قَالَ : نَزَلَتْ فِي طَلْحَةَ بْنِ عُبَيْدِ اللَّهِ ، لأَنَّهُ قَالَ : إِذَا تُوُفِّيَ رَسُولُ اللَّهِ تَزَوَّجْتُ عَائِشَةَ

Uns Berichete Muḥammad ibn Umar: Mir berichtete Abdullāh ibn Jā´far von Ibn Abī Āwn von Abī Bakr ibn Muḥammad ibn Amr ibn Ḥazm, dass er (folgende Ayāh auf) sagte: {Und es geziemt euch nicht, den Gesandten Allāh´s zu belästigen, noch (geziemt es euch,) seine Frauen jemals nach ihm zu heiraten.} Er fuhr fort: „Diese wurde wegen Talḥāḥ ibn Ubāydullāh offenbart, da er gesagt hat: „Sollte der Gesandte Allāh´s sterben, werde ich Ā´iṣhā zu Frau nehmen.“

[At-Ṭabaqāt no. 20274]

Unsere Antwort ist folgendermaßen:

Die Einstufung dieser Überlieferungen lautet: Schwach (Ḍā’if).

Grund:

Erste Klarstellung:

In der Kette befinden sich Muḥammād ibn Umar al-Waqidīyy [1] und er ist Fallengelassen (Matrūk).

Zweite Klarstellung:

Abū Jā´far Abdullāh ibn Jā´far al-Madānīyy [2], der Vater des Āmīr al-Mu´minīn fī´l Ḥādīṭ Alī ibn al-Madānīyy (raḥimahullāh) ist Schwach (Ḍā´if) und diese Einstufung gab ihn sein Sohn persönlich.

 Dritte Klarstellung:

Es gibt noch andere Werke die dies über Talḥāḥ (raḍiallāhu anhu)  behaupten, aber alle Überlieferungsketten weisen starke Mängel auf [3].

Wir beenden den Artikel mit den Worten von Imām Abū Abdullāh al-Qurṭubīyy (raḥimahullāh), der folgendes sagte:

وَهَذَا عِنْدِي لَا يَصِحُّ عَلَى طَلْحَةَ بْنِ عُبَيْدِ اللَّهِ . قَالَ شَيْخُنَا الْإِمَامَ أَبُو الْعَبَّاسِ : وَقَدْ حُكِيَ هَذَا الْقَوْلُ عَنْ بَعْضِ فُضَلَاءِ الصَّحَابَةِ ، وَحَاشَاهُمْ عَنْ مِثْلِهِ ! وَالْكَذِبُ فِي نَقْلِهِ ، وَإِنَّمَا يَلِيقُ مِثْلُ هَذَا الْقَوْلِ بِالْمُنَافِقِينَ الْجُهَّالِ . يُرْوَى أَنَّ رَجُلًا مِنَ الْمُنَافِقِينَ قَالَ حِينَ تَزَوَّجَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ أُمَّ سَلَمَةَ بَعْدَ أَبِي سَلَمَةَ ، وَحَفْصَةَ بَعْدَ خُنَيْسِ بْنِ حُذَافَةَ : مَا بَالُمُحَمَّدٍ يَتَزَوَّجُ نِسَاءَنَا ! وَاللَّهِ لَوْ قَدْ مَاتَ لَأَجَلْنَا السِّهَامَ عَلَى نِسَائِهِ ، فَنَزَلَتِ الْآيَةُ فِي هَذَا ، فَحَرَّمَ اللَّهُ نِكَاحَ أَزْوَاجِهِ مِنْ بَعْدِهِ ، وَجَعَلَ لَهُنَّ حُكْمَ الْأُمَّهَاتِ . وَهَذَا مِنْ خَصَائِصِهِ تَمْيِيزًا لِشَرَفِهِ

„Und diese ist laut mir nicht authentisch über Talḥāḥ ibn Ubāydullāh. Unser Šayḫ der Imām Abū´l-Abbās (al-Qurṭubīyy) sagte: „Und diese Aussagen wurden von einigen der edlen Prophetengefährten ausgesprochen und wir suchen Zuflucht davor, dass sie solche Aussagen tätigen und dies ist eine Lüge. Solche Aussagen treffen eher auf die Heuchler und den Narren zu.“ Es wurde von einem Mann welche zu den Heuchlern gehörte berichtet, dass, als der Gesandte Allāh´s ﷺ  sich mit Umm Salamah und Ḥafṣa – nachdem sie sich von Khunāys ibn Ḥudhāyfah geschieden hat – ehelichen, dieser sagte: „Was ist mit diesem Muḥammād los, dass er unsere Frauen heiratet? Bei Allāh, wenn er stirbt werden wir uns seine Frauen vorgreifen.“ Daraufhin ist die Ayāh offenbart worden und sodann hat Allāh die Heirat mit seinen Ehefrauen nach seinem Tod verboten und sie zu den Müttern der Gläubigen erklärt. Und das gehört zu Vorzüglichkeit des Propheten ﷺ  und seine Ehre.“

[at-Tafṣīr (14/207)]

وَاللَّهُ أَعْلَمُ

۝ ﴿۝﴾ ۝

Abū Aḥmād Muḥammad Ibn Aḥmād al-‘Ḥanbālīyy

_______________________

Fußnoten:

[1] Biographie von Muhammad ibn Umar al-Waqidi

[2] Biographie von Abdullah ibn Ja´far al-Madani

[3] Siehe Hier: Islamqa

Über antimajoze

Nach dem Verständnis der Salaf
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