Malik al-Ashtar – Der Mörder von Uthman

بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie, seine Ehefrauen und seinen Gefährten.

Er heißt Abū Isḥāq Mālik ibn al-Ḥārith ibn ʿAbd Yaghūth ibn Maslama ibn Rabīʿa ibn al-Ḥārith ibn Jadhīma ibn Saʿd ibn Mālik al-Nakhaʿīyy. Besser bekannt unter dem Namen Mālik al-‚Āṣtar und einer der Mörder des dritten rechtgeleiteten Kalifen Uṭhmān ibn Affān (raḍiallāhu anhu). Geboren ist er zu Zeit der Unwissenheit und war in Kufa sesshaft. Er war einer der treuesten Anhänger von Alī. Trotz seines Schiismus ehrte und liebte er ‚Umar ibn al-Khaṭṭāb [1]. Er berichtet von einigen Gefährten unter anderem ‚Umar, Alī, Khālid ibn al-Wālid, Abū Dharr und Umm Dharr. Gemäß Khalīfah ibn Khayyāṭ wurde er im Jahre 37 nach der Hijra [2] durch einen vergifteten Honigtrank getötet. Er war einer der Fürsten der Araber und Helden [3] in vielen Schlachten. Er nahm an der Schlacht von Yarmuk Teil wo er sich ein Auge verletzt hat. Er kämpfte tapfer und tötete dort 13 Gegner. Er nahm an der Schlacht von Qadisiyah und an vielen Invasion gegen Persien teil. Ebenfalls kämpfte er an der Seite von Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) in Jamal und in Ṣiffīn. Während der Kalifenzeit von Alī (raḍiallāhu anhu) wurde er zum Gouverneure in Ägypten eingesetzt.

Gemäß Abū’l-Ḥāssan al-‚Ijjlī (raḥimahullāh) war er ein Vertrauenswürdiger Tabi’ī [4]. Ibn Ḥibbān erwähnt ihn in seinem at-Thiqāt. Andere jedoch lehnten ihn ab. al-Muthanna‘ befragte Aḥmad ibn Ḥanbal (raḥimahullāh) ob man von ihm Überlieferungen weiter erzählt und er verneinte [5].

Abdullāh ibn Salamah (raḥimahullāh) berichtet:

دَخَلْنَا عَلَى عُمَرَ بْنِ الْخَطَّابِ فِي وَفْدِ مَذْحِجٍ ، وَمَعَنَا الأَشْتَرُ فَجَعَلَ يَنْظُرُ إِلَى الأَشْتَرِ وَيَصْرِفُ بَصَرَهُ عَنْهُ ، فَقَالَ : وَيْلٌ لِهَذِهِ الأُمَّةِ مِنْكَ وَمِنْ وَلَدِكَ ، إِنَّ لِلْمُؤْمِنِينَ مِنْكَ يَوْمًا عَصِيبًا

„Wir trafen ‚Umar ibn al-Khaṭṭāb (raḍiallāhu anhu) mit einer Delegation von Mazhaj und unter ihnen war al-‚Āṣtar und er sah al-‚Āṣtar direkt an und sprach: „Wehe diese Gemeinde vor dir und deinen Kindern. Wahrlich die Gläubigen werden wegen dir am Tag der Bedrängnise heimgesucht.“

[al-Khaṭīb, Tarīkḥ al-Baghdād no. 1834; Dā’if]

Mālik al-‚Āṣtar hatte damals bei den Muslimen einen guten Ruf gehabt, bis zu dem Tag als er viel Unheil in der islamischen Welt angerichtet hat. Es geschah folgendermaßen: Im Jahre 33 nach der Hijra erhoben sich in Kufa Mālik al-‚Āṣtar und seines gleichen gegen den Kalifen und seine Gouverneure. Sie gaben in der Versammlung von Sā’id ibn al-‚Aṣ (raḍiallāhu anhu) abfällige Meinungen, kritisierten und beschimpften Uṭhmān und seine Gouverneure. Sā’id unterrichtete dies Uṭhmān, welcher ihn die Anweisung erteilte, sie des Landes zuverweisen und nach Syrien zu schicken. Er setzte Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu), dem Gouverneure aus Syrien, darüber in Kenntnis und wies ihn an, sie gut zu empfangen und sie zu ehren um ihre Herzen zu gewinnen. Als sie kamen empfing sie Mu’āwiyah freundlich und gab ihnen Ratschläge. Er riet ihnen der Mehrheit zufolgen und ihre eigenen, sektiererischen Meinungen aufzugeben. Aber einer ihrer Redner antwortete auf abfällig und in einer aggressive Art und Weise. Dennoch war Mu’āwiyah geduldig mit ihnen. Als er sie eindringlicher ermahnte, wurden sie nur noch ungezogener. Sie beharrten auf ihrer Ignoranz und ihrer Dummheit.

Deshalb verbannte er sie aus Syrien, damit sie nicht die Ungebildeten verwirren konnten. Ihr Ziel war es, die Qurāish herabzuwürdigen. Sie beschuldigten die Qurāish fälschlicherweise, ihrer Verantwortung nicht in der Verbreitung der Religion nachzugehen und die Verdorbenen nicht in Schach zu halten. Sie verstrickten sich in Mutmaßungen und Beschuldigungen. Als man sie aus Damaskus vertrieb, gingen sie nach al-Ğazīrah. Dort verbandte sie der dortige Gouverneur in Homs Aburraḥmān ibn Khālid ibn al-Wālid (raḍiallāhu anhu). Als er ihnen mit Härte und Strenge entgegentrat, bereuten sie und kehrten von ihren widerwärtigen Aussagen zurück. So verschonte er sie und schickte einen von ihnen, Mālik al-‚Āṣtar zu Uṭhmān um Verzeihung zu erbitten. Er solle für sich und seine Gefährten um Verzeihung bitten. Uṭhmān akzeptierte die Entschuldigung und sah von einer Bestrafung ab. Als sie dann nach Kufa zurückkehrten, zeigten sie eine noch abfälligere Zunge und ihr verabscheuungswürdiges Übel wurde noch deutlicher. Und wieder gingen Beschwerden umher. Sie griffen Sā’id ibn al-‚Aṣ an und dieser beschwerte sich erneut bei Uṭhmān.

Er wies Sā’id an nach al-Madinah für eine Besprechung zukommen. Als die Besprechung vorüber war, kehrte er wieder nach Kufa zurück. Die Kufiten jedoch weigerten sich ihm die Stadt betreten zulassen. Sie griffen zu den Waffen und schworen, dass sie ihm nicht erlauben würden die Stadt zu betreten, bis nicht Uṭhmān ihn seines Amtes enthebt. Mālik al-‚Āṣtar rief ihre Forderung lauthals heraus. Sā’id aber hielt sich vom Kampf zurück, während sie ihn weiter von der Stadt fernhielten. Als Jahre verflogen, kamen sie auf die Ermordung Uṭhmāns überein. Mālik al-‚Āṣtar war einer dieser Köpfe, der sich entschlossen hatte Uṭhmān zutöten. Er befahl 200 Kufiten in Richtung al-Madinah zumaschieren. al-‚Āṣtar trug die Aufgabe jede Person daran zuhindern die versuchten sollte Uṭhmān mit Wasser zu versorgen.

Al-Kinanā‘ ibn Adīyy (raḥimahullāh) sagte:

 كُنْتُ أَقُودُ بِصَفِيَّةَ لِتَرَدَّ عَنْ عُثْمَانَ ، فَلَقِيَهَا الْأَشْتَرُ ، فَضَرَبَ وَجْهَ بَغْلَتِهَا حَتَّى مَالَتْ ؛ فَقَالَتْ : ذَرُونِي ، لَا يَفْضَحُنِي هَذَا ! ثُمَّ وَضَعَتْ خَشَبًا مِنْ مَنْزِلِهَا إِلَى مَنْزِلِ عُثْمَانَ ، تَنْقُلُ عَلَيْهِ الْمَاءَ وَالطَّعَامَ

„Ich führte das Maultier von der Mutter der Gläubigen Safiyyah (raḍiallāhu anha), als sie ging und versucht hat Uṭhmān zuverteidigen. Sie begegnete al-‚Āṣtar und er schlug in das Gesicht ihres Maultier, bis der Sattel kippte. Sie sagte: „Lass mich zurückgehen! Ich möchte nicht, dass das mich bloßstellt.“ Dann legte sie ein Stück Holz aus ihrem Haus zu Uṭhmān und transportierte Nahrung und Wasser für ihn.“

[Ibn Abī Shāybah, al-Muṣannaf fī‘ Aḥādīth wā’l Athār no. 30029]

Am Ende im Jahre 35 nach der Hijra töteten sie unrechtmäßig einer der besten Menschen nachdem Propheten ﷺ. Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) und die Gläubigen verfluchten an diesen Tag seine Mörder.

Es gibt keine genau Quellen, in wiefern er Uṭhmān erschlug, jedoch ist es richtig zusagen, dass er an seinem Mord beitrug. Als Alī (raḍiallāhu anhu) zum Kalifen wurde, war Mālik gegenüber vielen Gefährten grob gewesen und verspottete sie. Nachdem vier Monate nach der Ermordung Uṭhmān’s vergingen, ohne dass an seinen Mördern Rache geübt wurde, gingen die beiden Gefährten Ṭalḥah und az-Zubāyr (raḍiallāhu anhum) nach Mekka. Dort trafen sie sich mit der Mutter der Gläubigen, Ā’išha (raḍiallāhu anha). Sie einigten sich nach Basra hinauszuziehen, um dort, an Uṭhmān’s Mörder zu rächen. Alī (raḍiallāhu anhu) sah ihr Rausgehen nach Basra und machte sich auf den Weg zu ihnen; aus Furcht, die islamische Gemeinde könnte zerrüttet werden. Alī schickte dann al-‚Qa’Qa ibn ‚Amr (raḍiallāhu anhu) zu ihnen, um sie zur Versöhnung und zur Rückkehr zur islamischen Gemeinde zurufen. Sie einigten sich. Als der Bote diese Worte Alī mitteilte, war er damit einverstanden. Dann wurde zwichen ihnen ein Treffen arrangiert und Alī hielt kurz vor dem Treffen eine Predigt, indem er ausdrücklich sagte, dass er sich mit seinen Widersacher versöhnen möchte und dass keiner der Mörder von Uṭhmān mit ihm kommen solle. Die Leute waren kurz davor, sich zu versöhnen. Manche hassten es aber, dass sich die Muslime versöhnten, unter ihnen Mālik al-‚Āṣtar. Sie traffen eine Geheime Beratung. Sie diskutierten ihre Sache die ganze Nacht lang, bis sie übereinstimmten, den Krieg im Geheimen wieder anzufangen, sodaß niemand ihr Übel, das sie planten, wissen konnte.

So schrieb al-Ḥāfīḍ Ibn Kaṭīr (raḥimahullāh):

فَلَمَّا قَالَ هَذَا اجْتَمَعَ مِنْ رُءُوسِهِمْ جَمَاعَةٌ ; كَالْأَشْتَرِ النَّخَعِيِّ ،وَشُرَيْحِ بْنِ أَوْفَى ، وَعَبْدِ اللَّهِ بْنِ سَبَأٍ ، الْمَعْرُوفِ بِابْنِ السَّوْدَاءِ ، وَسَالِمِ بْنِ ثَعْلَبَةَ ، وَعِلْبَاءَ بْنِ الْهَيْثَمِ ، وَغَيْرِهِمْ فِي أَلْفَيْنِ وَخَمْسِمِائَةٍ وَلَيْسَ فِيهِمْ صَحَابِيٌّ ، وَلِلَّهِ الْحَمْدُ . فَقَالُوا : مَا هَذَا الرَّأْيُ ؟ وَعَلِيٌّ وَاللَّهِ أَبْصَرُ بِكِتَابِ اللَّهِ وَهُوَ مِمَّنْ يَطْلُبُ قَتَلَةَ عُثْمَانَ ، وَأَقْرَبُ إِلَى الْعَمَلِ بِذَلِكَ ، وَقَدْ قَالَ مَا سَمِعْتُمْ ، غَدًا يَجْمَعُ عَلَيْكُمُ النَّاسَ ، وَإِنَّمَا يُرِيدُ الْقَوْمُ كُلُّهُمْ أَنْتُمْ ، فَكَيْفَ بِكُمْ وَعَدَدُكُمْ قَلِيلٌ فِي كَثْرَتِهِمْ ؟ فَقَالَ الْأَشْتَرُ: قَدْ عَرَفْنَا رَأْيَ طَلْحَةَ وَالزُّبَيْرِ فِينَا ، وَأَمَّا رَأْيُ عَلِيٍّ فَلَمْ نَعْرِفُهُ إِلَى الْيَوْمِ ، فَإِنْ كَانَ قَدِ اصْطَلَحَ مَعَهُمْ فَإِنَّمَا اصْطَلَحُوا عَلَى دِمَائِنَا ، فَإِنْ كَانَ الْأَمْرُ هَكَذَا أَلْحَقْنَا عَلِيًّابِعُثْمَانَ ، فَرَضِيَ الْقَوْمُ مِنَّا بِالسُّكُوتِ . فَقَالَابْنُ السَّوْدَاءِ : بِئْسَ مَا رَأَيْتَ ، لَوْ قَتَلْنَاهُ قُتِلْنَا ، فَإِنَّا يَا مَعْشَرَ قَتَلَةِ عُثْمَانَ فِي أَلْفَيْنِ وَخَمْسِمِائَةٍ ، وَطَلْحَةُ وَالزُّبَيْرُوَأَصْحَابُهُمَا فِي خَمْسَةِ آلَافٍ ، وَلَا طَاقَةَ لَكُمْ بِهِمْ ، وَهُمْ إِنَّمَا يُرِيدُونَكُمْ . فَقَالَ عِلْبَاءُ بْنُ الْهَيْثَمِ : دَعُوهُمْ وَارْجِعُوا بِنَا حَتَّى نَتَعَلَّقَ بِبَعْضِ الْبِلَادِ فَنَمْتَنِعَ بِهَا . فَقَالَ ابْنُ السَّوْدَاءِ :بِئْسَ مَا قُلْتَ ، إِذًا وَاللَّهِ كَانَ يَتَخَطَّفُكُمُ النَّاسُ . ثُمَّ قَالَ ابْنُ السَّوْدَاءِ ، قَبَّحَهُ اللَّهُ : يَا قَوْمِ إِنَّ عِزَّكُمْ فِي خُلْطَةِ النَّاسِ ، فَإِذَا الْتَقَى النَّاسُ فَأَنْشِبُوا الْقِتَالَ ، وَلَا تُفَرِّغُوهُمْ لِلنَّظَرِ

„Als er (Alī) mit seiner Ansprache (über die Versöhnung) beendete, versammelt sich die Führer vieler Sippen und Stämme. Unter ihnen waren al-‚Āṣtar al-Nakha’īyy, Shurāyh Ibn ‚Āwfa, Abdullāh Ibn Saba – der von dem Rufnamen Ibn al-Sawdā‘ bekannt war, Salim ibn Ṭa’labah, Gilaba‘ ibn Ḥaytham und eine Reihe anderer. Insgesamt befehligten sie 2500 Männer. Doch, Allāh gebührt jeglicher Dank, kein Prophetengefährte war unter ihnen. Sie (die Feinde) sagten zu sich: „Was ist das für eine Meinung (Sie meinten die Meinung von Alī)? Bei Allāh, Alī kennt das Heilige Buch Allāhs und seine Gesetze besser als jene, welche die Rache für Uṭhmān jetzt suchen, und er kümmert sich mehr darum. Und er sagte, was ihr gehört habt. Morgen versammelt er die Menschen gegen euch. Alle Menschen werden sich gegen euch einigen und was wollt ihr dann machen, da ihr doch so wenige seid?“ al-‚Āṣtar sagte dazu: „Was Ṭalḥah und az-Zubāyr von uns halten, wussten wir schon. Die Haltung von Alī haben wir allerdings erst gerade erfahren. Wenn er sich mit ihnen versöhnen würde, dann würde er doch nur auf Kosten unseres Blutes Versöhnung gemacht haben. Wenn die Sache so verhält, werden wir mit Alī verfahren, wie wir mit Uṭhmān verfuhren. Sie wollen uns zum schweigen bringen.“ Gilaba ibn Ḥaytham sagte: „Lasst sie. Lasst und zurückkehren und in einigen Staaten Zuflucht suchen und uns von denen, die uns angreifen verteidigen.“ Ibn Sawdā‘, möge Allāh ihn verdammen, war mit ihm nicht einverstanden und sagte ihm: „O Leute, eure Chance ist, sich in die Menge einzuschleichen. Wenn sich die Menschen dann treffen, so stiftet zwischen ihnen Zwietracht und stichelt sie zum Kampf an! Lasst sie sich nie vereinigen!“.

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (7/260)]

Dann kam es zu Nacht in Jumadah al-Akhirah im Jahre 36 nach der Hijra und die beiden Parteien der Gläubigen schliefen, wie sie sie nie zuvor geschlafen hatten wegen dem Frieden und des Guten, das Näher war und da sie fern von dem waren, was einige Leute verlangten und auf was sie sich versteift hatten. Und die Leute, die in der Angelegenheit mit Uṭhmān provoziert hatten, hatten den schlechtesten Schlaf den sie jemals gehabt hatten, da sie der Verdammnis nahe waren. Sie standen in der Dämmerung auf und während ihre Nachbarn sie nicht bemerkten, machten sie ihre dreckige Arbeit in der Dunkelheit. Sie stießen Schwerter in die Zelte der Gläubigen und es brach ein Disaster. Somit begann die Kamelschlacht, wo 3000 Muslime ums Leben kamen. Mālik al-‚Āṣtar und seine Gefährten hatten erneut einen Bürgerkrieg zwischen den Gläubigen angezettelt. In diesem Gemetzel hat al-‚Āṣtar, Muḥammad Ibn Ṭalḥah (raḍiallāhu anhu) getötet [6].

Kurze Zeit später gewann Alī die Oberhand. al-Basra und das ganze islamische Reich, mit Ausnahme von Syrien, wurden nun stabilisiert und viele Menschen kamen (mit Akzeptanz) um Alī (raḍiallāhu anhu) die Treue zuleisten, nachdem Alī seinen Cousin Abdullāh ibn Abbās (raḍiallāhu anhu) als Gouverneure in Basra einsetzte. Einige Soldaten kamen zu Mālik al-‚Āṣtar und teilten ihn die Ernennung mit. Als er davon hörte, fragte er den Mann wütend , ob er es persönlich von Alī’s Mund hörte. Der Mann verneinte und so beleidigte ihn al-‚Āṣtar daraufhin. Dann kam ein andere Mann mit den Namen Aṭṭāb al-Tağlūbīyy und sagte ihm, dass Alī seinen Cousin über Basra ernannt hat. al-‚Āṣtar fragte erneut, ob er es persönlich hörte und der Mann bejahte. al-‚Āṣtar sagte dann wütend:

فَلَا نَدْرِي إِذًا عَلَامَ قَتَلْنَا الشَّيْخَ بِالْمَدِينَةِ ؟

„Wenn dem so ist, weiß ich nicht warum wir diesen alten Mann (d.h. Uṭhmān) in al-Madinah getötet haben?!“

[Ibn Abī Shāybah, al-Muṣannaf fī‘ Aḥādīth wā’l Athār no. 37054]

al-‚Āṣtar ritt ein Tier und kehrte zornig zu seiner Heimat. Alī (raḍiallāhu anhu) erfuhr davon und folgte  ihm und zeigte ihm nicht, dass er von seiner Aussage Bescheid wusste. Er hatte die Befürchtung, dass wenn er ihn reisen lässt, dass sich etwas böses unter den Menschen verbreitet. So ließ er al-‚Āṣtar erstmal bei sich. Alī zog in der Folge mit einem großen Heer von Kufa aus nach Syrien. Dort trafen sie Mu’āwiyah und seine Heerscharen in Ṣiffīn, wo anschließend im Jahre 37 sich beide Seiten in einem erbitterten und folgenschweren Kampf wieder fanden. Als die Schlacht durch einen Schiedsspruch entschieden war, kehrten sie in ihre Heimatländer zurück.

Danach enthob Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) Qāys ibn Sā’d (raḍiallāhu anhu) seines Amtes in Ägypten und setzte Muḥammad Ibn Abī Bakr ein. Dies bereute er jedoch kurz danach. Als die Einwohner von Ägypten Muḥammad Ibn Abī Bakr wegen seines jungen Alters von 26 Jahren verspotteten, entschloss er Qāys erneut einzusetzen. Ebenso plante er al-‚Āṣtar als Gouverneure über Ägypten, Mosul und Nasaybin einzusetzen. So rief er al-‚Āṣtar zu sich und machte ihn zum Gouverneure über Ägypten, auf dass Qāys bei ihm bleibe. Al-‚Āṣtar ging daraufhin seinen Posten zu übernehmen und war bei Qulzum angekommen, wo ihn Ḫansar willkommen hieß. Ḫansar bot al-‚Āṣtar eine Mahl und einen Trunk aus Honig an. Doch er starb beim Trinken des Honigs [7]. Dies geschah in Rajab im Jahre 37 oder 38 nach der Hijra. Als die Leute über al-‚Āṣtars Tod erfuhren, freuten sie sich sehr. ‚Amr ibn al-‚Aṣ (raḍiallāhu anhu) pflegte zusagen:

إِنَّلِلَّهِ جُنُودًا مِنَ الْعَسَل

„Allāh hat eine Armee aus Honig gemacht.“

[al-Bukhārī, Tarīkḥ al-Kabir no. 140]

Ibn Jārīr (raḥimahullāh) schrieb in seinem Geschichtswerk, dass Mu’āwiyah den Mann bestochen hatte um al-‚Āṣtar zutöten. Er hatte ihm eine Position als Belohnung versprochen und jener tat es wie ihm befohlen wurde. Diese Tatsache ist jedoch umstritten, obgleich Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu) das Töten von al-‚Āṣtar als erlaubt erachtete, da er in den Mord an Uṭhmān verwickelt war. Falls es also authentisch bewiesen wurde, dann hat Mu’āwiyah allen recht dazu ihn zutöten, weil er der Schutzbefohlene von Uṭhmān (raḍiallāhu anhu) war.

وَاللَّهُ أَعْلَمُ

۝  ﴿۝﴾  ۝

Abū Aḥmād Muḥammad Ibn Aḥmād al-‘Ḥanbālī

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Fußnoten:

[1] Ibn Asākīr, Tarīkh ad-Dimašhq no. 60589

[2] aḏ-Ḏhahabī, al-Kaṣhīf no. 5243; al-Mizzīyy, Tahḏīb al-Kamāl no. 5732

[3] aḏ-Ḏhahabī, Siyār al-Alām an-Nubalā’a no. 448

[4] al-‚Ijjlī, Ma’rifāt at-Thiqāt no. 1667

[5] al-Khallal, Muntakhab min al-‚Ilāl no. 834

[6] Aḥmād, Musnād no. 23169

[7] al-Kindīyy, Kitāb al-Quḍat no. 22

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