al-Ḥusāin starb den Tod der Unwissenheit (Jahiliyyah)?

بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie, seine Ehefrauen und seinen Gefährten.

Wir sind in eine Zeit der Verwirrung angekommen, in der die Schiiten aus unterschiedlichsten Beweggründen alle vorhandene Möglichkeiten ausschöpfen, um diese allgemeine Verwirrung zu fördern. So endecken wir bei ihnen, die davor nicht zurück schrecken, Halbwahrheiten und verdrehte Tatsachen der breiten Masse aufzutischen und reden über Themen die Sie nichts angehen. Eines dieser heiklen Themen ist die Revolte von al-Ḥusāin ibn Alī (raḍiallāhu anhu) gegen Yazīd ibn Mu’āwiyah und ob ihn aufgrund dieser Sache den Tod der Unwissenheit ereilt hat. Die Gelehrten der Ahl-l-Ṣunnāh haben über dieses Thema sehr oft geschwiegen, nicht aufgrund ihrer Schwäche oder weil sie keine Argumente besitzen, sondern vielmehr aus Weisheit herraus und auch seine noble Stellung beim Propheten ﷺ rein zuhalten. Grundsätzlich raten wir jeden sich nicht in die Angelegenheiten der Gefährten zu vertieften. Nun unser Thema mit der wir uns befassen ist, ob al-Ḥusāin tatsächlich den Tod der Unwissenheit [1] starb, von der die Schiiten uns oftmals mit dieser Sache angreifen. Sie meinen das unsere Ansicht nach, dass Amt von Yazīd rechtmäßig gewesen ist und ebenso der Treueschwur, doch al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) verweigerte dies und ist laut unseren authentischen Überlieferungen den Tod der Unwissenheit gestorben. Diese Überlieferungen die man ihn in Verruf bringt, sind welche wie von Ibn Umar (raḍiallāhu anhu) der vom Propheten ﷺ überliefert hat:

لَيْسَ فِي عُنُقِهِ بَيْعَةٌ مَاتَ مِيتَةً جَاهِلِيَّةً ‏

Wer stirbt ohne ein Treueschwur zu leisten, stirbt den Tod der Unwissenheit.

[Ṣaḥīḥ Muslim no. 1851]

Der Prophet ﷺ sagte auch:

مَنْ أَتَاكُمْ وَأَمْرُكُمْ جَمِيعٌ عَلَى رَجُلٍ وَاحِدٍ يُرِيدُ أَنْ يَشُقَّ عَصَاكُمْ أَوْ يُفَرِّقَ جَمَاعَتَكُمْ فَاقْتُلُوهُ

„Wer zu euch kommt, wenn ihr vereint hinter einem Manne steht, und versucht, eure Einheit zu spalten oder eure Gemeinschaft zu zersplittern, so tötet ihn!“

[Ṣaḥīḥ Muslim no. 1852]

Und Er ﷺ sagte auch:

إِذَا بُويِعَ لِخَلِيفَتَيْنِ فَاقْتُلُوا الآخَرَ مِنْهُمَا ‏

„Wenn zwei Kalifen der Treueschwur geleistet wird, so tötet den Zweiten von ihnen!“

[Ṣaḥīḥ Muslim no. 1853]

Unsere Antwort ist folgendermaßen:

▪ Zuallererst was die Bedeutung der Aussage „Der Tod der Unwissenheit“ betrifft, sollte man den Schiiten keine Beachtung schenken, denn sie deuten es so um, dass dieser als Ungläubiger verstarb. Der Āmīr al-Mū’minīn fīl Ḥadīṯ Ibn Ḥājar al-Asqălānī (raḥimahullāh) erläutert die Deutung dieser Überlieferung:

َالْمُرَادُ بِالْمِيتَةِ الْجَاهِلِيَّةِ وَهِيَ بِكَسْرِ الْمِيمِ حَالَةُ الْمَوْتِ كَمَوْتِ أَهْلِ الْجَاهِلِيَّةِ عَلَى ضَلَالٍ وَلَيْسَ لَهُ إِمَامٌ مُطَاعٌ ؛ لِأَنَّهُمْ كَانُوا لَا يَعْرِفُونَ ذَلِكَ ، وَلَيْسَ الْمُرَادُ أَنَّهُ يَمُوتُ كَافِرًا بَلْ يَمُوتُ عَاصِيًا ، وَيَحْتَمِلُ أَنْ يَكُونَ التَّشْبِيهُ عَلَى ظَاهِرِهِ ، وَمَعْنَاهُ أَنَّهُ يَمُوتُ مِثْلَ مَوْتِ الْجَاهِلِيِّ وَإِنْ لَمْ يَكُنْ هُوَ جَاهِلِيًّا ، أَوْ أَنَّ ذَلِكَ وَرَدَ مَوْرِدَ الزَّجْرِ وَالتَّنْفِيرِ وَظَاهِرُهُ غَيْرُ مُرَادٍ ، قَالَ ابْنُ بَطَّالٍ : فِي الْحَدِيثِ حُجَّةٌ فِيتَرْكِ الْخُرُوجِ عَلَى السُّلْطَانِ وَلَوْ جَارَ ، وَقَدْ أَجْمَعَ الْفُقَهَاءُ عَلَى وُجُوبِ طَاعَةِ السُّلْطَانِ الْمُتَغَلِّبِ وَالْجِهَادِ مَعَهُ وَأَنَّ طَاعَتَهُ خَيْرٌ مِنَ الْخُرُوجِ عَلَيْهِ لِمَا فِي ذَلِكَ مِنْ حَقْنِ الدِّمَاءِ وَتَسْكِينِ الدَّهْمَاءِ ،

„Zu sterben wie Leute der Zeit der Unwissenheit, bedeutet, der Zustand des Todes: In einem Zustand der Irreleitung zu sterben, ohne einen Führer zu haben, dem gehorcht wird, wie die Leute der (vor-islamischen) Zeit, die nicht solch ein System der Führung hatten. Der (Bericht) bedeutet nicht, dass der Muslim als ein Ungläubiger sterben wird, sondern viel eher als ein Sünder. Dieser Bericht kann (folgende) mögliche Bedeutungen haben: Die Ähnlichkeit zwischen den Zuständen des Todes eines Sünders und einem Unwissenden, auch wenn er in der Realität nicht unwissend war; Oder abzuschrecken und zurechtweisen, und diese Bedeutung ist nicht die Offenkundige. Ibn Baṭṭāl sagte: Dieser Bericht ist ein Beweis, für das Unterlassen der Rebellion gegen den Herrscher, auch wenn er Unrecht tut. Die Rechtgelehrten sind sich über die Pflicht des Gehorsam gegenüber dem bevollmächtigten Herrscher und der Anstrengung (Ğihād) unter seinem Befehl einig (Ijmā). Ebenso betrachten sie den Gehorsam dem Herrscher gegenüber besser als gegen ihn zu rebellieren, denn diese Handlung verhindert das Blutvergießen und besänftigt die Masse.“

[Fatḥūl-Bārī (13/7)]

Solche Überlieferungen sind eine allgemeine Regeln, sie müssen nicht auf jedem zutreffend sein. Beispielsweise verfluchte der Prophet ﷺ denjenigen der Alkohol trinkt. Und während der Zeit vom Propheten ﷺ gab es einen Gefährten der dies zutun pflegte und als Strafe ständig ausgepeitscht wurde. Daraufhin fing ein anderer Gefährte an diesen zuverfluchen, aber der Prophet ﷺ hat ihm geboten dies zuunterlassen und bezeugte das er Allāh und seinen Gesandten liebt.

▪ Selbstverständlich starb al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) nicht den Tod der Unwissenheit, denn er gab vor ihm den Treueschwur an die 4 rechtgeleiteten Kalifen, seinen Bruder al-Ḥāssan und Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān (raḍiallāhu anhum). Somit hat er in seinem Leben Treueeide geleistet und man muss zum Tode nicht unbedingt einen Treueschwur geben, wenn es keinen gibt, dem man es geben kann. Auch werden solche Überlieferungen niemals auf al-Ḥusāin in Verbindung gebracht, weil er der Anführer der jungen Männer im Paradies ist. Also ist er somit ausgeschlossen.

▪ An dieser Stelle kommen wir zu den Gefährten, die Yazīd die Treue schworen und sein Amt als rechtmäßig ansahen. Zum einen Sollte man wissen, dass der Großteil der islamischen Bevölkerung sein Amt akzeptiert hat. Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu) befragte die großen Gefährten, die Herren der Leute und die Gouverneure der Distrikte. Sie alle akzeptierten und Delegationen aus den Distrikten kamen mit Akzeptanz, um Yazīd die Treue zu schwören. Ingsgesamt gaben 60 der Gefährten ihre Zustimmung an Yazīd. [2] Muḥammad ibn Munqāḍīr (raḥimahullāh) berichtete:

بَلَغَ ابْنَ عُمَرَ أَنَّ يَزِيدَ بْنَ مُعَاوِيَةَ بُويِعَ لَهُ ، فَقَالَ : إِنْ كَانَ خَيْرًا رَضِينَا , وَإِنْ كَانَ شَرًّا صَبَرْنَ

„Ibn ‚Umar (raḍiallāhu anhu) wurde über den Treueschwur an Yazīd ibn Mu’āwiyah benachrichtigt und er sagte: „Wenn er etwas Gutes ist sind wir damit zufrieden, wenn er ein Unheil ist werden wir geduldig bleiben.“

[Ibn Abī K̲haythamāh, at-Tarīkḥ no. 18; Ṣaḥīḥ]

Zum anderen war Yazīd ibn Mu’āwiyah zu Anfang noch kein Frevler gewesen. Er war Mutig, pflegte viel zugeben [3], hielt seine Gebete ein, versuchte gutes zu tun, über Rechtsprechung zu fragen und sich an die Ṣunnāh hielt. Er kämpfte mit den Gefährten zusammen für die Besatzung von Constantinopel und er war ihr Anführer. Als jedoch sein Vater verstarb waren zwei Dinge an Yazīd die man hätte beanstanden können und zwar die Ernennung von Ubāydullāh ibn Ziyād als Gouverneur in Kufa und das er unter Druck die Leute zum Treueeide gezwungen hat. Wenn man ihn jedoch dafür belangt, müsse man auch für solche Herangehensweise Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) Belangen, weil er die Leute von Syrien gezwungen hat ihm die Treue zuleisten. Bis dahin hatte man noch kein großes Frevel an Yazīd vorgefunden.

Erst nachdem dem Tode von al-Ḥusāin in Karbala wurde er zum Frevler und hat versucht seine Macht zuretten, als er einen bewaffneten Kampf von al-Ḥarrah anzettelte in der viele Gefährten und fromme Muslime in einem Blutbad mündete. Ihre Frauen und deren Besitz beschlagnahmt hat, mit dem Katapult die Kaaba bombardierte und vieles mehr. Somit sind die Gefährten die ihm die Treue gaben entschuldigt, weil ihnen diese Art von Yazīd noch unbekannt war. Ob nun das Amt von Yazīd ungültig ist oder nicht oder ob es rechtmäßig war gegen ihn zu rebellieren, ist umstritten. Es herrscht eine Meinungsunterschiede darüber, ob man gegen den Anführer rebellieren darf, der am Anfang gerecht, hinterher aber dann Ungerecht wurde. Die überwiegende Mehrheit der Gelehrten sagt, dass die Richtigste diesbezüglich lautet, gegen ihm nicht zu kämpfen, so lange kein offenkundiger Unglaube belegbar ist. Wird der Anführer Ungläubig, dann ist der Antritt gegen ihm, obligatorisch. [4]

Die Gelehrten die sagen, dass der Führer nicht im absolutem Sinne seines Amtes enthoben wird, bilden die überwiegende Mehrheit der Ahl-l-Ṣunnāh. al-Qāḍī ʿIyāḍ sagt, dass die Rechtsgelehrten, die Ḫadiṯ-Gelehrten und die Gelehrten des Kalām sich einig darin sind, den Kalifen auf Grund seines Frevel nicht seines Amtes zu entheben, Geduld auszuüben und man die Aufgabe hat ihn zu belehren. Diese Meinung vertrat auch al-Qāḍī Abū Ya’lā in seinem Buch al-Mutamad. Und auch der große Imām Abū’l-Ḥāssan al-Marwārdīyy vertrat die selbe Ansicht in seinem Aẖkām aṣ-Ṣulṭaniyya und Abū ‚Amr al-‚Dhānī in seinem Buch as-Ṣunnān al-Wāridah fī al-Fitan. [5]

▪ An dieser Stelle müssen wir systematisch vorgehen, damit der Leser es richtig begreift. Weswegen al-Ḥusāin den Treueschwur an Yazīd verweigerte war seine persönliche Meinung die auf Ijtihād Gründe gestützt wurde und es gab nichts falsches in dieser Hinsicht. Es kann sein das er ihn nicht als würdig ansah, da es andere gab die würdiger waren als er, wie die lebenden Gefährten in seiner Zeit, die mehr Anrecht darauf hatten auf Gehorsamkeit. Solche wie Ibn ‚Umar, Ibn ‚Abbās oder al-Ḥusāin selber. Und al-Ḥusāin war würdiger Khalif zu sein als Yazīd. Er sah ebenfalls einige andere Gefährten und würdige Stammesführer ihm noch nicht den Treueschwur gaben und dachte sich, dass seine Herrschaft nicht überall etabliert ist. Zu diesem Zeitpunkt war al-Ḥusāin in al-Madinah und Yazīd legte großen Wert, dass einer wie ihn ihm den Treuschwur leistet. Darüber hinaus befahl er den Gouverneur in al-Madina dass man, sollten er den Treueeid verweigern, Druck ausüben solle. al-Ḥusāin hingegen antwortete auf die Treueforderung des Gouverneurs von Medina mit einer Flucht nach Mekka. Seine Absicht war es dem Druck des Gouverneurs von al-Madina zu entkommen. Er glaubte in Mekka könne er sich freier bewegen. Yazīd ließ ihn in ruhe und zwang ihn nicht mehr zum Treueeid. Denn sein Vater Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu) sagte ihm bevor er starb:

انْظُرْ حُسَيْنَ بْنَ عَلِيٍّ ، وَابْنَ فَاطِمَةَ بِنْتِ رَسُولِ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ ، فَإِنَّهُ أَحَبُّ النَّاسِ إِلَى النَّاسِ فَصِلْ رَحِمَهُ ، وَارْفِقْ بِهِ يَصْلُحْ لَكَ أَمْرُهُ ، فَإِنْ يَكُ مِنْهُ شَيْءٌ ، فَإِنِّي أَرْجُو أَنْ يَكْفِيكِهِ اللَّهُ بِمَنْ قَتَلَ أَبَاهُ ، وَخَذَلَ أَخَاهُ

„Gehe Sanft mit al-Ḥusāin, dem Sohn von ‚Alī und Fāṭima, die Tochter des Propheten ﷺ um. Denn er ist der geliebteste unter den Menschen. Besuche ihn und gehen sanft mit ihm um, auf dass du dich mit ihm in Frieden einlässt. Wenn etwas passieren sollte, so würde er dir ausreichen gegen jene, die seinen Vater getötet, und seinen Bruder in stich gelassen haben.“

[Ibn Sā’d, at-Ṭabaqāt no. 434; Ḫasan]

Nun sollte der Leser sehr aufmerksam sein. Denn einige Zeit später erhielt er aus dem Irak unzählige Briefe, die deutlich klar stellten, dass sie Yazīd nicht als ihren Anführer anerkannten, wobei diese in Wahrheit eine Lüge war, denn sie waren vorallem die ersten gewesen die es anerkannten. In diesen Briefen mitteilten sie ihm auch wie grausam sie unter der Herrschaft von Yazīd litten. Wenn man jedoch ihre Briefe hinterfragt, war alles was sie schilderten eine dreiste Lüge. Zu diesem Zeitpunkt können sie nicht unter der Herrschaft von Yazīd gelitten haben, zumal der Gefährte des Propheten ﷺ  Nu’mān ibn Baṣhīr al-Anṣārī (raḍiallāhu anhu) und ihr Gouverneur aus Kufa über sie geherrscht hat und bekannt ist für seine Gerechtigkeit. Diese Masche haben sie auch bei Uṭhmān’s Gouverneuer abgezogen. Es gab keine Anzeichen von irgendwelchen Freveltaten an Nu’mān. Die Leute aus dem Irak haben hier aus Gelüsten heraus gelogen und wussten von al-Ḥusāin’s Treueverweigerung an Yazīd bescheid. Und das war für manche Heuchler ein Mittel gewesen, wieder die muslimische Gemeinschaft zuspalten. Ihre Liebe für die Welt und ihre Begierde danach, ist Sichtbar. Sie waren bekannt dafür, Leute einzuladen und dann hinterher zu verraten. Bekanntlich sagte Ibn Umar (raḍiallāhu anhu):

يَا أَهْلَ الْعِرَاقِ , تَأْتُونَ بِالْمُعْضِلَاتِ

„Oh Leute des Irak ! Nur von euch entstehen die Problemen !

[Ibn Abī Shāybah, Muṣannaf fī al-Aḥādith wā’ al-Āthār no. 36679]

Sie luden ihn schließlich zu Heimsuchung ein und wie es in der Natur von al-Ḥusāin verankert ist, war es seine religiöse Pflicht einen solchen tyrannischen Herrscher vor der Gemeinde des Propheten ﷺ zustürzen und den Ruf des Unterdrückten zu hilfe eilen. Etwa 40.000 Leute von Kufa schworen ihm die Treue sich scheiden zulassen und an seiner Seite zu sterben. Mansche waren Wahrhaftig in ihrer Rede und viele waren Verlogen. Als dann al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) zu den Leuten des Iraks aufbrechen wollte, da diese ihn mehrfach angeschrieben hatten, haben ihm die ausgezeichneten Leute des Wissens, wie Ibn ‚Umar, Ibn ‚Abbās, Abū Bakr Ibn ‚Aburraḥmān Ibn al-Ḥārith al-Makh’zūmī nahegelegt, nicht dorthin aufzubrechen. al-Ḥāfīḍ Ibn Kathīr (raḥimahullāh) sagte über den Fortgang von al-Ḥusāin:

َلَمَّا اسْتَشْعَرَ النَّاسُ خُرُوجَهُ أَشْفَقُوا عَلَيْهِ مِنْ ذَلِكَ ، وَحَذَّرُوهُ مِنْهُ ، وَأَشَارَ عَلَيْهِ ذَوُو الرَّأْيِ مِنْهُمْ وَالْمَحَبَّةِ لَهُ بِعَدَمِ الْخُرُوجِ إِلَى الْعِرَاقِ ، وَأَمَرُوهُ بِالْمُقَامِ بِمَكَّةَ ، وَذَكَّرُوهُ مَا جَرَى لِأَبِيهِ وَأَخِيهِ مَعَهُمْ

„Als die Menschen merkten, dass er fortgehen wolle, haben sie versucht ihn davon abzuhalten und haben ihn davor gewarnt. Diejenigen von ihnen, deren Wort Gewicht hatte und die ihn auch liebten, legten ihm nahe, nicht in den Irak aufzubrechen. Sie forderten ihn auf, in Mekka zu verweilen. Sie erinnerten ihn daran, was seinem Vater und seinem Bruder mit diesen widerfahren war.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/161)]

Yazīd ibn Mu’āwiyah schickte Abdullāh ibn Abbās (raḍiallāhu anhu) einen Brief indem er mitteilte:

بِخُرُوجِ الْحُسَيْنِ إِلَى مَكَّةَ وَيَحْسَبُهُ قَدْ جَاءَهُ رِجَالٌ مِنْ أَهْلِ هَذَا الْمَشْرِقِ فَمَنَّوْهُ الْخِلَافَةَ ، وَعِنْدَكَ مِنْهُمْ خِبْرَةٌ وَتَجْرِبَةٌ ، فَإِنْ كَانَ فَعَلَ فَقَدْ قَطَعَ وَاشِجَ الْقَرَابَةِ ، وَأَنْتَ كَبِيرُ أَهْلِ بَيْتِكَ وَالْمَنْظُورُ إِلَيْهِ ، فَاكْفُفْهُ عَنِ السَّعْيِ فِي الْفُرْقَةِ ، وَكَتَبَ بِهَذِهِ الْأَبْيَاتِ إِلَيْهِ وَإِلَى مَنْ بِمَكَّةَ وَالْمَدِينَةِ مِنْقُرَيْشٍ : يَا أَيُّهَا الرَّاكِبُ الْغَادِي لِطَيَّتِهِ  عَلَى عُذَافِرَةٍ فِي سَيْرِهَا قُحَمُ . أَبْلِغْ قُرَيْشًا عَلَى نَأْيِ الْمَزَارِ بِهَا  بَيْنِي وَبَيْنَ حُسَيْنِ اللَّهُ وَالرَّحِمُ .وَمَوْقِفٌ بِفِنَاءِ الْبَيْتِ أَنْشُدُهُ عَهْدَ الْإِلَهِ وَمَا تُوفَى بِهِ الذِّمَمُ عَنَّيْتُمُ قَوْمَكُمْ فَخْرًا بِأُمِّكُمُ أُمٌّ لَعَمْرِي حَصَانٌ بَرَّةٌ كَرَمُ هِيَ الَّتِي لَا يُدَانِي فَضْلَهَا أَحَدٌ بِنْتُ الرَّسُولِ وَخَيْرُ النَّاسِ قَدْ عَلِمُوا وَفَضْلُهَا لَكُمُ فَضْلٌ وَغَيْرُكُمُ مِنْ قَوْمِكُمْ لَهُمْ فِي فَضْلِهَا قِسَمُ . يَا قَوْمَنَا لَا تُشِبُّوا الْحَرْبَ إِذْ سَكَنَتْ وَأَمْسِكُوا بِحِبَالِ السِّلْمِ وَاعْتَصِمُوا . قَدْ غَرَّتِ الْحَرْبُ مَنْ قَدْ كَانَ قَبْلَكُمُ مِنَ الْقُرُونِ وَقَدْ بَادَتْ بِهَا الْأُمَمُ . فَأَنْصِفُوا قَوْمَكُمْ لَا تَهْلِكُوا بَذَخًا فَرُبَّ ذِي بَذَخٍ زَلَّتْ بِهِ الْقَدَمُ

„Ich vermute, das manche Leute aus dem Osten zu al-Ḥusāin gingen und ihm die Hoffnung gaben Kalif zu werden. Du hast sicherlich auch davon erfahren. Falls sie dies getan haben, brechen sie die Verwandschaftsbande und du als ältester und jemand als akzeptierte gewählter der Familie, verbiete ihm diese Bindung zubrechen.“ Dann schrieb er folgende Zeilen an Ibn Abbās und den Qurāish aus Mekka und al-Madina: „O ihr, die auf schnellen und starke Kamele steigt und sehr schnell ist ! Berichtet den Qurāish ihre Beziehung zu mir ist weit. Es gibt eine Bindung zwischen mir und Allāh und die Verwandschaftsbande zwischen mir und al-Ḥusāin. In diesen Versen erinnere ich euch an den göttlichen Bund und an die Worte, an die ihr euch zu halten habt. Mit dem rühmen unseres Stammes und den Seelen eurer Mütter wart ihr in der Lage zu gewinnen. So eine Mutter und ich schwöre bei meinem Leben, sind im besitz solch einer Keuschheit, einer guten und hohen Persönlichkeit. Sie ist die Tochter vom Gesandten Allāhs ﷺ und die besten unter euch wissen, dass Sie (Faṭima) euch und den anderen an Tugend hat gewinnen lassen. Ihr habt ebenso Anteil an ihrer Tugend. Ich glaube das sie so ein Mensch ist. Oh meine Nation ! Zündet nicht erneut die Flamme des Krieges an, der aufgehört hat. Greift an das Seil des Friedens und haltet euch an ihm fest. Die Früheren vor euch haben auch die Kriege verursacht und haben sie zerstört. Habt Mitleid mit eure Nation und seit barmherzig zu ihnen. Macht sie nicht traurig und zerstört sie nicht. Denn viele die Traurig wurden, dessen Füße rutschen aus.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/177)]

Ibn Abbās und viele andere Gefährten redeten mit ihm, al-Ḥusāin aber argumentierte, dass diese irakischen Schiiten sich geändert haben. Ibn Abbās (raḍiallāhu anhu) sagte:

استشارني الحسين بن علي في الخروج فقلت: لولا أن يزري بي الناس وبك، لنشبت يدي في رأسك فلم أتركك تذهب. وجاءه ابن عباس وقال: يا ابن عم: إنه قد أرجف الناس أنك سائر إلى العراق فبين لي ما أنت صانع، فقال له: إني قد أجمعت المسير في أحد يومي هذين إن شاء الله تعالى، فقال له ابن عباس أخبرني: إن كانوا دعوك بعد ما قتلوا أميرهم، ونفوا عدوهم، وضبطوا بلادهم، فسر إليهم، وإن كان أميرهم حي وهو مقيم عليهم قاهر لهم، وعماله تجبي بلادهم، فإنهم إنما دعوك للفتنة والقتال. وجاءه مرة فقال: يا ابن عم: إني أتصبر ولا أصبر، إني أتخوف عليك في هذا الوجه الهلاك، وإن أهل العراق قوم غدر فلا تغترن بهم.

„al-Ḥusāin ibn Alī suchte meinen Rat hinsichtlich seines Fortgangs, worauf ich ihm sagte: „Wäre da nicht meine Befürchtung, dass die Menschen sich über mich und dich lächerlich machen würden, ich hätte meine Hand in deinen Kopf gesteckt, um dich am Fortgehen zu hindern.“ Ibn ‚Abbās kam zu ihm und sagte: „Oh Sohn meines Onkels! Die Menschen hier verbreiten beunruhigende Nachrichten. Sie sagen, dass du in den Irak aufbrechen willst. Erkläre mir, was du vorhast!“ Er antwortete: „Ich werde, so Allāh will, meine Reise in den nächsten zwei Tage antreten.“ Ibn ‚Abbās sagte zu ihm: „Dann berichte mir: Wenn sie dich gerufen haben, nachdem sie ihren Führer umgebracht, ihre Feinde verbannt und ihr Land beherrscht haben, dann gehe zu ihnen. Doch wenn ihr Führer noch am Leben ist, über sie herrscht und sie bezwingt und seine Arbeiterschaft ihr Land kontrollieren, so haben sie dich lediglich zu Aufruhr und Kampf gerufen.“ Danach ging er ein weiteres mal zu ihm hin und sagte zu ihm: „Oh Sohn meines Onkels! Ich erdulde es, ohne aber geduldig zu sein. Ich befürchte für dich, dass dies dein Untergang sein wird. Die Bewohner des Iraks sind treulose Menschen. Lass dich nicht von ihnen täuschen!“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/172-173)]

Abdullāh ibn az-Zubāyr (raḍiallāhu anhu) sagte:

يَا أَبَا عَبْدِ اللَّهِ , بَلَغَنِي أَنَّك تُرِيدُ الْعِرَاقَ ؟ قَالَ : “ أَجَلْ “ , قَالَ : “ فَلَا تَفْعَلْ فَإِنَّهُمْ قَتَلَةُ أَبِيكَ , الطَّاعِنُونَ فِي بَطْنِ أَخِيكَ , وَإِنْ أَتَيْتَهُمْ قَتَلُوكَ

„O Abū Abdullāh ! Mir wurde mitgeteilt das du nach Irak maschieren willst?“ al-Ḥusāin sagte: „Ja.“ Er sagte: „Gehe nicht hin, denn sie töteten deinen Vater, stochen auf deinen Bruder zu und wenn du da bist töten sie dich.“

[Ibn Abī Shāybah, Muṣannaf fī al-Aḥādith wā’ al-Āthār no. 36658]

Dann sagte al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu):

لَئِنْ أُقْتَلُ بِمَكَانِ كَذَا وَكَذَا أَحَبُّ إِلَيَّ مِنْ أَنْ تَسْتَحِلَّ بِي ، يَعْنِي مَكَّةَ

In solch und solch ein Ort getötet zu werden, ist mir Lieber als das dieser Ort (d.h Mekka) verunreinigt wird.“

[al-Fasāwī, al-Maʻrīfah wā‘ at-Tarīkḥ no. 1300]

Abdullāh Ibn ‚Umar ibn al-Khaṭṭāb (raḍiallāhu anhu) sagte ihm:

إِنَّ أَهْلَ الْعِرَاقِ قَوْمٌ مَنَاكِيرُ ، قَتَلُوا أَبَاكَ ، وَضَرَبُوا أَخَاكَ ، وَفَعَلُوا

„Die Leute aus Irak sind ein übles Volk ! Sie töteten deinen Vater und schlugen deinen Bruder und taten das was sie taten.“

[Abū Bakr al-Zubāyrī, al-Fawā’īd no. 53]

Ibn ‚Umar sagte auch:

غَلَبَنَا حُسَيْنُ بْنُ عَلِيٍّ بِالْخُرُوجِ ، وَلَعَمْرِي لَقَدْ رَأَى فِي أَبِيهِ ، وَأَخِيهِ عِبْرَةً ، وَرَأَى مِنَ الْفِتْنَةِ وَخِذْلانِ النَّاسِ لَهُمْ مَا كَانَ يَنْبَغِي لَهُ أَنْ لا يَتَحَرَّكَ مَا عَاشَ ، وَأَنْ يَدْخُلَ فِي صَالِحِ مَا دَخَلَ فِيهِ النَّاسُ ، فَإِنَّ الْجَمَاعَةَ خَيْرٌ

„al-Ḥusain Ibn ‚Alī (raḍiallāhu anhu) hat uns mit seinem Fortgehen besiegt. Wahrlich, er sah in seinem Vater und seinem Bruder eine Lektion! Er sah genug Zwietracht und Verrat der Menschen ihnen gegenüber, was ihn hätte dazu bringen sollen, sich nicht von hier zu bewegen, solange er noch am Leben ist und sich zum Wohle auf das einzulassen, worauf sich auch die Menschen eingelassen haben. Denn die Gemeinschaft ist Heil.“

[Ibn Asākīr, Tarīkḥ ad-Dimāšhq no. 12627]

Abū Bakr ibn Aburraḥmān ibn al-Ḥārith ibn Hishām al-Makhzūmī (raḍiallāhu anhu) ging zu al-Ḥusāin und sagte folgendes:

يا ابْنَ عَمِّ ، قَدْ رَأَيْتَ مَا صَنَعَ أَهْلُ الْعِرَاقِ بِأَبِيكَ وَأَخِيكَ ، وَأَنْتَ تُرِيدُ أَنْ تَسِيرَ إِلَيْهِمْ ، وَهُمْ عَبِيدُ الدُّنْيَا ، فَيُقَاتِلُكَ مَنْ قَدْ وَعَدَكَ أَنْ يَنْصُرَكَ ، وَيَخْذُلُكَ مَنْ أَنْتَ أَحَبُّ إِلَيْهِ مِمَّنْ يَنْصُرُهُ ، فَأُذَكِّرُكَ اللَّهَ فِي نَفْسِكَ . فَقَالَ : جَزَاكَ اللَّهُ يا ابْنَ عَمِّ خَيْرًا ، وَمَهْمَا يَقْضِ اللَّهُ مِنْ أَمْرٍ يَكُنْ . فَقَالَ أَبُو بَكْرٍ : إِنَّا لِلَّهِ ، عِنْدَ اللَّهِ نَحْتَسِبُ أَبَا عَبْدِ اللَّهِ

„O Sohn meines Onkel ! Ich habe gesehen was die Iraker mit deinem Vater und Bruder angetan haben und trotzdem willst du zu ihnen gehen. Sie sind Diener dieser Welt und jene die dir versprachen mit dir zukämpfen und die du zu Hilfe eilst, werden dich im Stich lassen und gegen dich kämpfen. Ich erinnere dich bei Allāh dich nicht deiner Seele zum Opfer zufallen (und dich täuschen zulassen).“ al-Husāin sagte: „O Sohn meines Onkels, möge Allāh dich mit dem besten belohnen. Was Allāh bestimmt hat, wird sicherlich eintreffen.“ Abū Bakr sagte dann: „Wir gehören Allāh und zu ihm kehren wir zurück. Möge Allāh Abū Abdullāh Geduld geben.“

[al-‚Mizzī, Tahdhīb al-Kamāl no. 1857]

Abdullāh Ibn ‚Amr ibn al-‚Āṣ (raḍiallāhu anhu) sagte:

عَجَّلَ حُسَيْنٌ قَدَرَهُ ، عَجَّلَ حُسَيْنٌ قَدَرَهُ ، وَاللَّهِ لَوْ أَدْرَكْتُهُ مَا كَانَ لِيَخْرُجَ إِلا أَنْ يَغْلِبَنِي ،

„Bei Allāh! al-Ḥusāin hat seine Bestimmung beschleunigt. Hätte ich ihn eingeholt, ich hätte ihn niemals aufbrechen lassen, außer er hätte mich besiegt.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/173)]

Abū Sā’īd al-Khudrī (raḍiallāhu anhu) ging zu ihm und sagte:

يَا أَبَا عَبْدِ اللَّهِ ، إِنِّي لَكُمْ نَاصِحٌ ، وَإِنِّي عَلَيْكُمْ مُشْفِقٌ ، وَقَدْ بَلَغَنِي أَنَّهُ كَاتَبَكَ قَوْمٌ مِنْ شِيعَتِكُمْ بِالْكُوفَةِ ، يَدْعُونَكَ إِلَى الْخُرُوجِ إِلَيْهِمْ ، فَلا تَخْرُجْ ، فَإِنِّي سَمِعْتُ أَبَاكَ ، يَقُولُ بِالْكُوفَةِ : وَاللَّهِ لَقَدْ مَلَلْتُهُمْ ، وَأَبْغَضْتُهُمْ ، وَمَلُّونِي ، وَأَبْغَضُونِي ، وَمَا بَلَوْتُ مِنْهُمْ وَفَاءً ، وَمَنْ فَازَ بِهِمْ فَازَ بِالسَّهْمِ الأَخْيَبِ ، وَاللَّهِ مَا لَهُمْ ثَبَاتٌ ، وَلا عَزْمَ أَمْرٍ ، وَلا صَبْرَ عَلَى السَّيْفِ

„Oh Abū ‚Abdullāh! Ich bin für euch ein Ratgeber. Und ich bin um euch besorgt. Ich habe davon erfahren, dass dich einige von euren Anhängern aus al-Kufa angeschrieben haben und dich darum gebeten haben, zu ihnen aufzubrechen. Gehe nicht zu ihnen hin. Ich habe deinen Vater in al-Kufa sagen hören: „Bei Allāh! Sie ermüdeten mich und ich hasste sie! Und auch ich ermüdete sie und auch sie hassten mich! Wer auch immer ihre Unterstützung erhält, kriegt letztendlich einen stumpfen Pfeil. Bei Allāh ! Sie haben nicht die Absicht und die Entschlossenheit in eine Sache gehabt, weder sind sie Geduldig in der Schlacht.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/174)]

al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) schenkte dem kein Gehör und als Antwort bekam er von Abū Sā’id:

اتَّقِ اللَّهَ فِي نَفْسِكَ ، وَالْزَمْ بَيْتَكَ ، فَلا تَخْرُجْ عَلَى إِمَامِكَ

„Fürchte Allāh, bleib daheim und revoltiere nicht gegen deinen Führer!“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/174)]

Abdullāh Ibn Muti’ī’ al-’Adawī (raḍiallāhu anhu) sagte:

إِنِّي فِدَاؤُكَ وَأَبِي وَأُمِّي ، فَأَمْتِعْنَا بِنَفْسِكَ وَلَا تَسِرْ إِلَى الْعِرَاقِ ، فَوَاللَّهِ لَئِنْ قَتَلَكَ هَؤُلَاءِ الْقَوْمُ لَيَتَّخِذُونَا عَبِيدًا وَخَوَلًا

„Mögen ich, mein Vater und meine Mutter für dich geopfert sein! Ehre uns mit deiner Anwesenheit und eile nicht in den Irak. Bei Allāh! Wenn dich diese Leute töten sollten, dann werden sie uns zu Sklaven machen und uns unserer Männlichkeit berauben.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/175)]

Abū Wāqid al-Laithī (raḍiallāhu anhu) sagte:

بَلَغَنِي خُرُوجُ حُسَيْنٍ ، فَأَدْرَكْتُهُ بِمِلَلٍ ، فَنَاشَدْتُهُ اللَّهَ أَنْ لا يَخْرُجَ ، فَإِنَّهُ يَخْرُجُ فِي غَيْرِ وَجْهِ خُرُوجٍ ، إِنَّمَا يَقْتُلُ نَفْسَهُ ، فَقَالَ : لا أَرْجِعُ

„Ich erfuhr, dass al-Ḥusāin aufgebrochen war. Also bin ich ihm nachgegangen, bis ich ihn einholt habe. Ich beschwor ihn bei Allāh, er möge nicht fortgehen, da solch ein Fortgehen nicht wünschenswert war. Er aber antwortete: „Ich werde nicht zurückkehren!“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/176)]

Jābir Ibn ‚Abdullāh al-Anṣārī (raḍiallāhu anhu) sagte:

: كَلَّمْتُ حُسَيْنًا ، فَقُلْتُ : اتَّقِ اللَّهَ ، وَلا تَضْرِبَ النَّاسَ بَعْضَهُمْ بِبَعْضٍ ، فَوَاللَّهِ مَا حَمِدْتُمْ مَا صَنَعْتُمْ ، فَعَصَانِي

„Ich habe mit al-Ḥusāin gesprochen und sagte zu ihm: „Fürchte Allāh und schlage nicht die einen Menschen durch die anderen! Bei Allāh! Es ist nichts lobenswertes bei dem, was ihr getan habt. Doch er hat sich mir widersetzt!“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/176)]

al-Miṣwar Ibn Makhramah (raḍiallāhu anhu) schrieb zu ihm:

إِيَّاكَ أَنْ تَغْتَرَّ بِكُتِبِ أَهْلِ الْعِرَاقِ

„Wehe dir, nicht dass du dich von den Irakern beirren lässt aufgrund ihres Schreibens an dich!

[al-‚Mizzī, Tahdhīb al-Kamāl no. 1857]

So überlieferte Sufyān ibn Uaynyah, dass Yazīd ibn al-Aṣamm (raḥimahullāh) an al-Ḥusāin schrieb:

أَمَّا بَعْدُ ، فَإِنَّ أَهْلَ الْكُوفَةِ قَدْ أَبَوْا إِلا أَنْ يَنْفُضُوكَ ، وَقَلَّ شَيْءٌ نُفِضَ إِلا قَلَقَ ، وَإِنِّي أُعِيذُكَ بِاللَّهِ أَنْ تَكُونَ كَالْمُغْتَرِّ بِالْبَرْقِ ، أَوْ كَالْمُسَبِّقِ لِلسَّرَابِ ، وَاصْبِرْ إِنَّ وَعْدَ اللَّهِ حَقٌّ ، وَلا يَسْتَخِفَّنَّكَ الَّذِينَ لا يُوقِنُونَ „

„Es gibt keinen zweifel darin, dass das Volk von Kufa, nichts anders will als dein Leben zu vergiften. Das mindeste was sie an Erschwernis den Menschen verüben können ist, sie in Sorge zu verfallen. Ich suche meine Zuflucht bei Allāh, dich zu hintergehen, und dich zu täuschen. Hab Geduld, denn Allāhs Versprechen ist Wahr. Diejenigen die den Glauben nicht verinnerlicht haben, sollen es ja nicht schaffen, dich zu schwächen.

[Abū Nu’āym, Hiliyāt al-Awlīyah no. 5022]

Einer der Onkel von Ikrima fragte al-Ḥusāin auf seinem Weg folgendes:

أين تريد فحدثه فقال له أنشدك الله لما انصرفت راجعا فوالله ما بين يديك من القوم أحد يذب عنك ولا يقاتل معك وإنما والله أنت قادم على الأسنة والسيوف فان هؤلاء الذين بعثوا إليك لو كانوا كفوك مؤنة القتال ووطأوا لك الأشياء ثم قدمت عليهم بعد ذلك كان ذلك رأيا فأما على هذه الصفة فانى لا أرى لك أن تفعل فقال له الحسين إنه ليس يخفى على ما قلت وما رأيت ولكن الله لا يغلب على أمره

„Wohin gehst du ?“ Er sagte: „In den Irak.“ Er sagte: „Ich beschwöre dich bei Allāh ! komm zurück. Unter den Irakern gibt es nicht einen einzigen Mann, der dich verteidigt, schützt und mit dir Seite an Seite kämpfen würde. Bei Allāh, du gehst nur auf die Speere und Schwerter zu. Falls jedoch jemand dir eine Nachricht zusendete, bei dem es darum geht das deine Kriegskosten bezahlt werden und sie für dich,  die von dir benötigten Sachen vorbereiten würden und du danach hingehen würdest zu ihnen, wäre dies eine akzeptable Sicht. Aber während du in dieser Verfassung bist, sehe ich es so nicht als angemessen das du gehst. “ al-Ḥusāin sagte: „Ich bin mir dessen bewusst und verstehe deine Ansicht, jedoch solltest du dich gegen die Befehle von Allāh nicht wehren. Sein Urteil kann niemand ändern.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/171)]

Als Muḥammad ibn al-Ḥanafīyya (raḥimahullāh) von der Reise seines Bruders al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) erfuhr, rannte er eiligst von al-Madina nach Mekka und gab sich Mühe ihn aus dieser Versetzung abzuhalten. Daraufhin verbiete Muḥammad seinen Kindern nach Kufa zu gehen und al-Ḥusāin sagte ihm folgendes:

تَرْغَبُ بِوَلَدِكَ عَنْ مَوْضِعٍ أُصَابُ فِيهِ ؟ فَقَالَ مُحَمَّدٌ : وَمَا حَاجَتِي أَنْ تُصَابَ ، وَيُصَابُونَ مَعَكَ ؟ وَإِنْ كَانَتْ مُصِيبَتُكَ أَعْظَمَ عِنْدَنَا مِنْهُمْ

„Möchtest du etwa deine Kinder von dort fernhalten, wo mir Unheil zukommen könnte ?“ Muḥammad erwiderte: „Das dir etwas zukommen könnte hat bei uns einen größeren Unheil als bei ihnen, doch obwohl dies so ist hab ich nichts zu sagen, da ihnen zusammen mit dir ein Unheil geschehen wird.“

[al-‚Mizzī, Tahdhīb al-Kamāl no. 1857]

Muḥammad ibn al-Ḥanafīyya (raḥimahullāh) sagte ihm auch:

إِنَّ الْقَوْمَ يُرِيدُونَ أَنْ يَأْكُلُوا بِنَا ، وَيُشَيِّطُوا دِمَاءَنَا ،

„Dieses Volk (dh. Al-Kufa) will uns fertig machen und unser Blut fließen lassen.“

[Ibn Sā’d, at-Ṭabaqāt (1/439); Ḫasan]

Die Mitteilung bekam auch Abdullāh ibn Jā’far ibn Abī Ṭālib (raḍiallāhu anhu) als er erfuhr, dass er nach Irak maschieren will. Er war umgeben von Sorge und Depressionen. Er schickte zwei seiner Söhne zu ihm mit den folgenden Brief:

أَمَّا بَعْدُ فَإِنِّي أَسْأَلُكَ بِاللَّهِ لَمَا انْصَرَفْتَ حِينَ تَقْرَأُ كِتَابِي هَذَا ، فَإِنِّي مُشْفِقٌ عَلَيْكَ مِنْ هَذَا الْوَجْهِ أَنْ يَكُونَ فِيهِ هَلَاكُكَ وَاسْتِئْصَالُ أَهْلِ بَيْتِكَ ، إِنْ هَلَكْتَ الْيَوْمَ طُفِئَ نُورُ الْأَرْضِ ، فَإِنَّكَ عَلَمُ الْمُهْتَدِينَ وَرَجَاءُ الْمُؤْمِنِينَ ، فَلَا تَعْجَلْ بِالسَّيْرِ فَإِنِّي فِي إِثْرِ كِتَابِي ، وَالسَّلَامُ

„Um fortzufahren: Ich bitte dich bei Allāh nicht abzureisen. Ich bin besorgt um dich aufgrund der Richtung die du eingeschlagen hast, dass dies deine Vernichtung und die Ausrottung deiner Ahl-l-Bāyt bedeuten wird. Wenn du vernichtet wirst, dann wird das Licht der Erde ausgelöscht werden, denn du bist der Banner der Rechtgeleiteten und die Hoffnung der Gläubigen. Also beeile dich nicht dort hin und komme meinen Brief nach. Friede sei mit dir.

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/181)]

Als er aber bemerkt hat, dass al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) nicht mehr zurückkehren wollte, war Ibn Jā’far (raḍiallāhu anhu) ratlos und eilte zu Amr ibn Sā’id der Gouverneur von Mekka und flehte ihn an, dass er versucht al-Ḥusāin von seinen Vorhaben abzubringen. Und Amr ibn Sā’id ibn al-‚Āṣ (raḍiallāhu anhu) schickte al-Ḥusāin ein folgenden Brief:

إِنِّي أَسْأَلُ اللَّهَ أَنْ يُلْهِمَكَ رُشْدَكَ ، وَأَنْ يَصْرِفَكَ عَمَّا يُرْدِيكَ ، بَلَغَنِي أَنَّكَ قَدْ عَزَمْتَ عَلَى الشُّخُوصِ إِلَىالْعِرَاقِ ، وَإِنِّي أُعِيذُكَ بِاللَّهِ مِنَ الشِّقَاقِ ، فَإِنْ كُنْتَ خَائِفًا فَأَقْبِلْ إِلَيَّ ، فَلَكَ عِنْدِي الْأَمَانُ وَالْبِرُّ وَالصِّلَةُ . فَكَتَبَ إِلَيْهِالْحُسَيْنُ : إِنْ كُنْتَ أَرَدْتَ بِكِتَابِكَ بِرِّي وَصِلَتِي فَجُزِيتَ خَيْرًا فِي الدُّنْيَا وَالْآخِرَةِ ، وَإِنَّهُ لَمْ يُشَاقِقْ مَنْ دَعَا إِلَى اللَّهِ وَعَمِلَ صَالَحًا ، وَقَالَ : إِنَّنِي مِنَ الْمُسْلِمِينَ . وَخَيْرُ الْأَمَانِ أَمَانُ اللَّهِ ، وَلَمْ يُؤْمِنْ بِاللَّهِ مَنْ لَمْ يَخَفْهُ فِي الدُّنْيَا ، فَنَسْأَلُ اللَّهَ مَخَافَةً فِي الدُّنْيَا تُوجِبُ لَنَا أَمَانَ الْآخِرَةِ عِنْدَهُ

„Ich bitte Allāh für dich, dass er dir den richtigen Weg zeigt und er dich von der Schlucht, die du grad hinunterrollst zurückweist. Soweit ich gehört habe, hast du dich wohl entschieden nach Irak zu gehen. Statt dich zu trennen, will ich von dir, dass du dich Allāh hingibst. Falls du Angst hast komm zu mir, ich gebe dir Sicherheit. Ich würde mich dir gegenüber gut verhalten. Ich würde mir Mühe geben, dass unsere Bindung nicht reißt.“ Und al-Ḥusāin schickte ihm folgenden Brief zurück: “ Falls dein Brief dazu da war, mir etwas gutes zu tun und dir Mühe gegeben hast, unsere Bindung zu stärken so sehe auf dieser Welt und in der Nächsten nur das beste und den größten Khāyr. Jener, der zu Allāh einlädt und sagt „ich gehöre zu den Muslimen“, ist keiner der Trennungen hervorruft. Die beste Sicherheit und das mit dem meisten Khāyr ist jene Sicherheit die Allāh gibt. Jemand der auf dieser Welt keine Angst vor Allāh hat, kann keinen Imān gemacht haben. Wir haben auf dieser Welt (nur) Furcht vor Allāh, der uns am Tage der Auferstehung Sicherheit geben wird.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/182)]

Kein Gefährte konnte ihn von seinem Wege abbringen, er war fest entschlossen Yazīd zu entmachten. Ab da können die Nawāṣib die erwähnten Überlieferungen auf al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) anwenden und seine Tötung als rechtens ansehen, weil hier angeblich seine Absicht lag die Gemeinde zuspalten. Aber wenn wir weiter lesen, haben sie keineswegs damit recht. Denn als al-Ḥusāin und seine Familie in den Irak ankamen, endeckte er den Verrat seiner Schiiten und sie verhielten sich verräterisch ihm gegenüber und sie verkauften das Leben im Jenseits für das jetzige, in dem sie Ihn zu ihrem Feind erklärten. Er sah ihren erneuten Treueschwur an Yazīd leisten und wusste nun das sie ihn die ganze Zeit irregeführt haben. Er (raḍiallāhu anhu) bereute es zutiefst nicht auf die Gefährten des Propheten ﷺ gehört zuhaben. Er behaarte nicht mehr auf seiner Rebellion und kehrte reumütig von diesen Weg ab, als er ‚Umar ibn Sā’d ibn Abī Waqqas sagte:

اخْتَرْ مِنِّي ثَلاثَ خِصَالٍ : إِمَّا أَنْ تَتْرُكَنِي كَمَا جِئْتُ ، فَإِنْ أَبَيْتَ هَذِهِ فَأُخْرَى ، تُسَيِّرُونِي إِلَى يَزِيدَ فَأَضَعُ يَدِي فِي يَدِهِ فَيَحْكُمُ فِيَّ بِمَا رَأَى ، فَإِنْ أَبَيْتَ هَذِهِ فَسَيِّرُونِي إِلَى التُّرْكِ أُقَاتِلُهُمْ حَتَّى أَمُوتَ

„Wähle für mich drei Möglichkeiten aus: Entweder du lässt mich zurück gehen oder du bringst mich zu Yazīd und ich lege meine Hand in seine Hand und Er wird wissen wie Er über mich urteilt oder du bringst mich zu den Türken, so kann ich Kämpfen bis ich sterbe.“

[Abū’l-Arab al-‚Qāyrawānī, Kitāb al-Miḥān (1/154)]

Aber der Gouverneur aus Kufa Ubāydullāh ibn Ziyād nahm keine dieser drei Möglichkeiten entgegen und verlangte von ihm, dass er sich ihm gegenüber wie ein Knecht ergibt. Sollte dies nicht der Fall sein, gab er den Befehl ihn und seine Familie töten zulassen. Selbstverständlich lehnte dies al-Ḥusāin ab und verteidigte sich und seine Familie und dazu war er sehr wohl berechtigt. [6] Und jene die diese Briefe an ihm verschickt haben, waren jene die al-Ḥusāin enthauptet haben. al-Ḥusāin und viele seiner Familie und Gefährten (raḍiallāhu anhum) starben eines ungerechten und grausamen Todes und Allāh ehrte sie mit dem Materyium.

Hierzu sagte Shāykh’ūl’Islām Ibn Taymīyah (raḥimahullāh) folgende Worte:

َأَمَّا مَنْ خَرَجَ عَنْ طَاعَةِ إِمَامٍ جَائِرٍ أَرَادَ الْغَلَبَةَ عَلَى مَالِهِ أَوْ نَفْسِهِ أَوْ أَهْلِهِ فَهُوَ مَعْذُورٌ وَلَا يَحِلُّ قِتَالُهُ . وَلَهُ أَنْ يَدْفَعَ عَنْ نَفْسِهِ وَمَالِهِ وَأَهْلِهِ بِقَدْرِ طَاقَتِهِ. وَقَدْ أَخْرَجَ الطَّبَرِيُّ بِسَنَدٍ صَحِيحٍ عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ الْحَارِثِ عَنْ رَجُلٍ مِنْ بَنِي نَضْرٍ عَنْ عَلِيٍّ وَذَكَرَ الْخَوَارِجَ فَقَالَ إِنْ خَالَفُوا إِمَامًا عَدْلًا فَقَاتِلُوهُمْ وَإِنْ خَالَفُوا إِمَامًا جَائِرًا فَلَا تُقَاتِلُوهُمْ فَإِنَّ لَهُمْ مَقَالًا. قُلْتُ وَعَلَى ذَلِكَ يُحْمَلُ مَا وَقَعَ لِلْحُسَيْنِ بْنِ عَلِيٍّ ثُمَّ لِأَهْلِ الْمَدِينَةِ فِي الْحَرَّةِ ثُمَّ لِعَبْدِ اللَّهِ بْنِ الزُّبَيْرِ ثُمَّ لِلْقُرَّاءِ الَّذِينَ خَرَجُوا عَلَى الْحَجَّاجِ فِي قِصَّةِ عَبْدِ الرَّحْمَنِ بْنِ مُحَمَّدِ بْنِ الْأَشْعَثِ وَاللَّهُ أَعْلَمُ

„Was die Überlieferungen vom Propheten ﷺ betrifft, welche darüber berichten, dass diejenigen getötet werden sollen, die die Gemeinde verlassen, schließt al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) nicht mit ein, da er die Gemeinde nicht verlassen hat. Er wollte bis zu seinem letzten Augenblick des Todes, zu seiner Statt (Mekka) oder zu irgend einer Grenzstädte (den Ğihād ausführen) oder zu Yazīd zurückkehren. Er verblieb bis zum Ende seines Lebens immer in der Gemeinde, und hielt sich fern davor, die Gemeinde zu spalten. Hätte er von diesen ganzen Wünschen, den niedrigsten und wertlosesten Wunsch der so bei den Menschen gezählt wird entschieden hätte, dann wäre es für ihm bindend gewesen die Gefolgschaft in diesem Wunsch zu verwirklichen. Wie könnte diese Verpflichtung in so einer Gefolgschaft für al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) denn nicht bindend sein?! Jemand der in diese Angelegenheit die Gefolgschaft leistet, so wäre es für ihm nicht gestattet verhaftet zu werden, selbst wenn es jemand ist der niedriger ist als wie al-Ḥusāin. Wie könnte es dann erlaubt sein, ihn hinzurichten?“

[Minhāj aṣ-Ṣunnāh (4/586)]

Ob nun al-Ḥusāin (raḍiallāhu anhu) hier einen politischen Fehler machte oder nicht, lässt sich unter den Gelehrten streiten, was jedoch das Religiöse anbelangt, lag er richtig. Er gehört zu den richtigen, die gegen einen Frevler den Kampf erklärten und er tat dies, auf Grund der Treue den er von vielen gekriegt hat und erhofft hat das sie ihm beistehen. Doch diese Rāwāfiḍ ließen ihn im stich, was seinen grausamen Tot zu folge hatte. Die ganze Sache an sich war eine Heimsuchung und grundsätzlich wird niemals mit eine Heimsuchung argumentiert.

وَاللَّهُ أَعْلَمُ

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Abū Aḥmād Ibn Aḥmād al-‘Ḥanbālī

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Fußnoten:

[1] al-Ḥāfīḍ Ǧalāl ad-Dīn aṣ-Ṣuyūtī (raḥimahullāh) sagte:

الجاهلية الحال التي كانت عليها العرب قبل الإسلام، من الجهل بالله ورسوله، وشرائع الدين، والمفاخرة بالأنساب، والكبر، والتجبر، وغير ذلك

„Die Zeit der Unwissenheit war das Zustand gewesen, in der man die Araber vor dem Islām vorgefunden hat. Sie waren Unwissend über Allāh, seinen Gesandten ﷺ und die Gesetzgebung der Religion. Prahlerei über Abstammungslinien, Hochmut, Arroganz und andere Dinge.“

[Ḥusn at-Tanabbū limā‘ Wardā‘ (6/3)]

[2]  https://antimajozze.wordpress.com/2015/12/09/ibn-umar-sieht-al-ḥusain-als-verraeter-an/

[3] al-Ḥāfīḍ Ibn Kathīr (raḥimahullāh) erwähnte eine Überlieferung als Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu) seinen Sohn Yazīd folgendes Testament gab:

مُعَاوِيَةَ قَالَ لِيَزِيدَ : إِنَّ لِي خَلِيلًا مِنْ أَهْلِ الْمَدِينَةِ فَأَكْرِمْهُ . قَالَ : وَمَنْ هُوَ ؟ قَالَ : عَبْدُ اللَّهِ بْنُ جَعْفَرٍفَلَمَّا وَفَدَ بَعْدَ مَوْتِ  مُعَاوِيَةَ عَلَى يَزِيدَ أَضْعَفَ جَائِزَتَهُ الَّتِي كَانَ مُعَاوِيَةُ يُعْطِيهِ إِيَّاهَا ، وَكَانَتْ جَائِزَتُهُ عَلَى مُعَاوِيَةَسِتَّمِائَةِ أَلْفٍ ، فَأَعْطَاهُ يَزِيدُ أَلْفَ أَلْفٍ ، فَقَالَ لَهُ : بِأَبِي أَنْتَ وَأُمِّي . فَأَعْطَاهُ أَلْفَ أَلْفٍ أُخْرَى . فَقَالَ لَهُ ابْنُ جَعْفَرٍ : وَاللَّهِ لَا أَجْمَعُ أَبَوَيَّ لِأَحَد ٍ بَعْدَكَ . وَلَمَّا خَرَجَ ابْنُ جَعْفَرٍ مِنْ عِنْدِ يَزِيدَ – وَقَدْ أَعْطَاهُ أَلْفَيْ أَلْفٍ – رَأْي عَلَى بَابِيَزِيدَ بَخَاتِيَّ مُبَرِّكَاتٍ ، قَدْ قَدِمَ عَلَيْهَا هَدِيَّةٌ مِنْ خُرَاسَانَ ، فَرَجَعَ عَبْدُ اللَّهِ بْنُ جَعْفَرٍ  إِلَى يَزِيدَ ، فَسَأَلَهُ مِنْهَا ثَلَاثَ بَخَاتِيَّ لِيَرْكَبَ عَلَيْهَا إِلَى الْحَجِّ وَالْعُمْرَةِ ، وَإِذَا وَفَدَ إِلَى الشَّامِ عَلَىيَزِيدَ . فَقَالَ يَزِيدُ لِلْحَاجِبِ : مَا هَذِهِ الْبَخَاتِيُّ الَّتِي عَلَى الْبَابِ ؟ – وَلَمْ يَكُنْ شَعَرَ بِهَا – فَقَالَ : يَا أَمِيرَ الْمُؤْمِنِينَ ، هَذِهِ أَرْبَعُمِائَةِ بُخْتِيَّةٍ جَاءَتْنَا مِنْ خُرَاسَانَ تَحْمِلُ أَنْوَاعَ الْأَلْطَافِ – وَكَانَ عَلَيْهَا أَنْوَاعٌ مِنَ الْأَمْوَالِ كُلِّهَا – فَقَالَ : اصْرِفْهَا إِلَى أَبِي جَعْفَرٍ بِمَا عَلَيْهَا . فَكَانَ عَبْدُ اللَّهِ بْنُ جَعْفَرٍ يَقُولُ : أَتَلُومُونَنِي عَلَى حُسْنِ الرَّأْيِ فِي هَذَا ؟! يَعْنِي يَزِيدَ .

„Mu’āwiyah sagte zu Yazīd: „Ich habe einen Freund aus al-Madina.“ Yazīd entgegnete: „Wer ist das?“ Er sagte: „Abdullāh ibn Jā’far! Schenke ihm nach meinem Tod etwas.“ Als dann Mu’āwiyah (raḍiallāhu anhu) verstarb, ging Yazīd zu Abdullāh ibn Jā’far (raḍiallāhu anhu) und beschenkte ihm viel mehr als sein Vater gegeben hatte. Sein Vater gab ihm 600.000 Dirhām, aber Yazīd gab ihm 1.000.000 Dirhām. Als Abdullāh ibn Jā’far dies vor Augen hatte sagte er: „Mögen meine Eltern für dich geopfert sein.“ So gab Yazīd ihm 1.000.000 Dirhām dazu. Daraufhin sagte Abdullāh ibn Jā’far: „Bei Allāh! Nach dir werde ich es zu keinem – Mögen meine Eltern für dich geopfert sein – mehr sagen.“ Anschließend nahm er dies an und ging zu Yazīd hinauf und sah seine Kamele aus Khorasan kommen. Diese wurden für Yazīd als Geschenk gebracht. Abdullāh ibn Jā’far ging erneut zu ihm und wollte ihm 3 Kamele aushändigen um damit die Hağğ und die Umra zu vollziehen. Währenddessen kam (erneut) eine Herde zu Yazīd und er fragte den Hirten: „Woher kommen diese Kamele die an der Tür stehen?“ Er hatte keinen blassen Schimmer von diesen Kamelen. Der Hirt antwortete: „Oh Āmīr al-Mū’minīn! Diese 400 Kamelen aus Khorasan kamen uns als Geschenk aus Khorasan. Diese sind mit unterschiedlichen schönen Waren beladen.“ Yazīd befahl ihm: „Gib sie alle mitsamt den Waren zu Abū Jā’far.“ Nach dieser Sache sagte Abdullāh ibn Jā’far: „Werden die Menschen nun mich miesmachen, nur weil ich über ihn eine schöne Meinung gebildet habe? D.h zu Yazīd.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/252)]

[4] Imām Abū Bakr Ibn al-Munḍhīr (raḥimahullāh) sagte:

أَجْمَعَ كُلُّ مَنْ يُحْفَظُ عَنْهُ مِنْ أَهْلِ الْعِلْمِ أَنَّ الْكَافِرَ لَا وِلَايَةَ لَهُ عَلَى مُسْلِمٍ بِحَالٍ

„Die Gelehrten sind sich einig, dass der Ungläubige unter keinen Umständen die Macht über die Muslime erhält.“

[Ibn Qāyyim, Aẖkām Ahl-l-ḍimmah (1/237)]

Der Āmīr al-Mū’minīn fīl Ḥadīṯ Ibn Ḥājar al-Asqălānī (raḥimahullāh) sagte:

أَنَّهُ يَنْعَزِلُ بِالْكُفْرِ إِجْمَاعًا ، فَيَجِبُ عَلَى كُلِّ مُسْلِمٍ الْقِيَامُ فِي ذَلِكَ ؛ فَمَنْ قَوِيَ عَلَى ذَلِكَ فَلَهُ الثَّوَابُ ، وَمَنْ دَاهَنَ فِعْلَيْهِ الْإِثْمُ ، وَمَنْ عَجَزَ وَجَبَتْ عَلَيْهِ الْهِجْرَةُ من تِلْكَ الأَرْض

„Die Aufhebung des Gehorsams (eines Anführer) der in den Kufr fiel, ist mit Konsens. Die Muslime sind verpflichtet sich gegen ihn zuerheben. Jeder der in der Lage ist es zutun, erhält eine Belohnung. Jeder der es nicht tut, begeht eine Sünde. Und diejenigen die schwach dafür sind (und keine Möglichkeit haben), müssen aus dem Land auswandern.“

[Fatḥūl-Bārī (13/123)]

[5] Imām Abū Jā’far aṭ-Ṭaḥāwī (raḥimahullāh) sagte:

وَلَا نَرَى الْخُرُوجَ عَلَى أَئِمَّتِنَا وَوُلَاةِ أُمُورِنَا وَإِنْ جَارُوا وَلَا نَدْعُو عَلَيْهِمْ وَلَا نَنْزِعُ يَدًا مِنْ طَاعَتِهِمْ وَنَرَى طَاعَتَهُمْ مِنْ طَاعَةِ اللَّهِ عَزَّ وَجَلَّ فَرِيضَةً مَا لَمْ يَأْمُرُوا بِمَعْصِيَةٍ وَنَدْعُو لَهُمْ بِالصَّلَاحِ وَالْمُعَافَاةِ

„Wir sind der Ansicht, dass man nicht auf die Führer und diejenigen, in deren Hände unsere Angelegenheiten sind, losgehen darf, und wir beten nicht gegen sie. Wir bleiben ihnen treu. Wir sind der Ansicht, dass ihnen gehorsam zu sein, ein Teil der verpflichtenden Gehorsamkeit Allāh gegenüber ist, solange sie nicht Ungehorsamkeit Allāh gegenüber befehlen. Wir beten für sie um Rechtschaffenheit und Vergebung.

[ʿAqīda aṭ-Ṭaḥāwīyyah s. 379]

Imām Šhams al-Ā’imma as-Sarkāshīyy (raḥimahullāh) sagte:

فَإِنَّ كَانَ الْمُسْلِمُونَ مُجْتَمَعِينَ عَلَى وَاحِدٍ ، وَكَانُوا آمِنِينَ بِهِ ، وَالسَّبِيلُ آمِنَةً فَخَرَجَ عَلَيْهِ طَائِفَةٌ مِنْ الْمُسْلِمِينَ فَحِينَئِذٍ يَجِبُ عَلَى مَنْ يَقْوَى عَلَى الْقِتَالِ أَنْ يُقَاتِلَ مَعَ إمَامِ الْمُسْلِمِينَ الْخَارِجِينَ

“Wenn Muslime sich auf einen geeinigt haben, wenn Friede im Land herrscht und die Strassen sicher sind, dann ist jeder der es vermag verpflichtet, gegen eine Gruppe von aufständischen Muslimen vorzugehen, den Herrscher zu unterstützen und die Rebellen zu bekämpfen.”

[al-Mabsūṭ (6/137)]

[6] Der Āmīr al-Mū’minīn fīl Ḥadīṯ Ibn Ḥājar al-Asqălānī (raḥimahullāh) sagte:

َأَمَّا مَنْ خَرَجَ عَنْ طَاعَةِ إِمَامٍ جَائِرٍ أَرَادَ الْغَلَبَةَ عَلَى مَالِهِ أَوْ نَفْسِهِ أَوْ أَهْلِهِ فَهُوَ مَعْذُورٌ وَلَا يَحِلُّ قِتَالُهُ . وَلَهُ أَنْ يَدْفَعَ عَنْ نَفْسِهِ وَمَالِهِ وَأَهْلِهِ بِقَدْرِ طَاقَتِهِ. وَقَدْ أَخْرَجَ الطَّبَرِيُّ بِسَنَدٍ صَحِيحٍ عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ الْحَارِثِ عَنْ رَجُلٍ مِنْ بَنِي نَضْرٍ عَنْ عَلِيٍّ وَذَكَرَ الْخَوَارِجَ فَقَالَ إِنْ خَالَفُوا إِمَامًا عَدْلًا فَقَاتِلُوهُمْ وَإِنْ خَالَفُوا إِمَامًا جَائِرًا فَلَا تُقَاتِلُوهُمْ فَإِنَّ لَهُمْ مَقَالًا. قُلْتُ وَعَلَى ذَلِكَ يُحْمَلُ مَا وَقَعَ لِلْحُسَيْنِ بْنِ عَلِيٍّ ثُمَّ لِأَهْلِ الْمَدِينَةِ فِي الْحَرَّةِ ثُمَّ لِعَبْدِ اللَّهِ بْنِ الزُّبَيْرِ ثُمَّ لِلْقُرَّاءِ الَّذِينَ خَرَجُوا عَلَى الْحَجَّاجِ فِي قِصَّةِ عَبْدِ الرَّحْمَنِ بْنِ مُحَمَّدِ بْنِ الْأَشْعَثِ وَاللَّهُ أَعْلَمُ

„Derjenige der sich seinen ungerechten Führer widersetzt, weil er seinen Besitz, seinen Leben und seine Familie beschützen will, so ist seine Herangehensweise entschuldigt oder berechtigt und er darf nicht getötet werden. Und er kann sich, sein Besitz und seine Familie verteidigen, sofern er die Möglichkeit dazu hat. Und at-Tabarānī überliefert durch eine authentische Kette von Abdullāh ibn al-Ḥārith, dieser von einem Mann der Banū Nadar und er von Alī (raḍiallāhu anhu), dass er über die Khawārīj sagte: „Sollten sie sich einem gerechten Führer widersetzen, dann tötet sie. Widersetzen sie sich jedoch einen ungerechten Führer, dann verschont sie. Sie haben schließlich das Recht ihre Stimme zu erheben.“ Und diese ist jene Gruppe gewesen (gegen das Unrecht ihrer Herrscher stellen, auf Grund ihr Besitz, Familie, ihrer Umsetzung der Sunnā des Propheten und Zuneigung ihrer Religion), zu diesen gehört al-Ḥusāin ibn Alī und dann die Leute von al-Madina als sie sich erhebten und mit ihnen Abdullāh ibn az-Zubāyr und die Qur’ān-Rezitatoren, die gegen Ḫajjāj vorgegangen sind, sowie wie die Geschichte von Aburraḥmān ibn Muḥammad ibn al-‚Āšhaṯ und Allāh weiß es am besten.“

[Fatḥūl-Bārī (12/301-306)]

Über antimajoze

Nach dem Verständnis der Salaf
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