Marwān ibn al-Ḥakam al-‚Umawīy – Der Anführer der jungen Qurāishiten

بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie, seine Ehefrauen und seinen Gefährten.

Er heißt Abū Abdūl-Mālik Marwān ibn al-Ḥakam ibn Abī’lʿĀṣ ibn Umāyyah ibn Abd al-Šhāms ibn Abd al-Manāf ibn Qusāyy ibn Kilāb ibn Murrāh al-Madānī al-Qurāishī. Er wurde an einem Sonntag im Jahre 2 oder 4 nach der Hijra geboren. Einige sagten auch während der Grabenschlacht.

[al-Istīʻāb fī Maʻrifat al-Asḥạ̄b (3/444)]

Sein Vater hieß al-Ḥakam ibn Abī’l Āṣ und seine Mutter war Amina bint ‚Alqamāh ibn Sawfān al-Kinānīyyah. Beide genossen die Gefährtenschaft des Propheten ﷺ. Seine Ehefrau war Ā’išha bint Mu’āwiyah ibn Mughīra al-Umawīyy und andere. Er war der vierte Kalif der Umayyaden Dynastie und ein Cousin von Uṭhmān ibn Affān (raḍiya ‚llāhu anhu). Während der Regierungszeit von Uṭhmān war Marwān sein Sekretär und der Wächter für Staatsgeheimnise. Uṭhmān ehrte und respektierte ihn. Er nahm an einem Feldzug gegen Ifriqiya teil. Unter den Kindern von Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiya ‚llāhu anhu) und Marwān gab es viele gemeinsame Ehen. Es herrscht ein Disput unter den Leuten des Wissens über seine Gefährtenschaft. Als der Prophet ﷺ nämlich starb war er gerade mal sieben oder acht Jahre alt. Imām al-Ḥāfīḍ Ibn Asākīr (raḥimahullāh) sagte:

وَهُوَ صَحَابِيٌّ عِنْدَ طَائِفَةٍ كَثِيرَةٍ ; لِأَنَّهُ وُلِدَ فِي حَيَاةِ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ

„Er ist ein Gefährte nach Meinungen vieler und weil er während der Lebenszeit des Propheten ﷺ geboren wurde.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/282)]

Der Āmīr al-Mū’minīn fī’l Hādith Ibn Ḥājar al-Āsqălanī (raḥimahullāh) sagte:

مروان بن الحكم بن أبي العاص بن أمية ابن عم عثمان بن عفان، يقال له رؤية، يعني رؤية الرسول عليه الصلاة والسلام، فإن ثبتت، فلا يعرج على من تكلم فيه

„Seine Name lautet Marwān ibn al-Ḥakam ibn Abī’l Āṣ ibn Umāyyah, der Vetter väterlicherseits von Uṭhmān Ibn Affān. Es wurde gesagt, dass er einen Traum hatte, in dem er den Gesandten Allāhs ﷺ gesehen hat; wenn es bewiesen wird, sollte keiner Aufmerksamkeit denjenigen geschenkt werden, die gegen ihn gesprochen haben.“

[Fatḥūl-Bārī (1/443)]

Während Imām al-Bukhārī (raḥimahullāh) sagte:

لم ير النبي صلى الله عليه وآله وسلم

„Er hat den Propheten ﷺ nicht gesehen.“

[Mizān al-‚I’tidāl no. 8422]

Imām Abū Zū’rah ar-Rāzī (raḥimahullāh) sagte:

مَرْوَانُ بْنُ الْحَكَمِ لَمْ يَسْمَعْ مِنَ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ شَيْئًا كَانَ مَرْوَانُ عَلَى عَهْدِ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ ابْنُ خَمْسِ سِنِينَ أَوْ نَحْوَ

„Marwān ibn al-Ḥakam hat noch nie vom Propheten ﷺ irgendetwas gehört. Marwān erlebte die Zeit des Propheten und er war (zu dieser Zeit) 5 Jahre alt oder so.“

[Ibn Abū Ḥātim, al-Marāšīl no. 733]

Imām Ibn Khaldūn (raḥimahullāh) sagte:

مروان فكان من الطبقة الأولى من التابعين، وعدالتهم معروفة

„Marwān war von den ersten Tabi’īn und seine Gerechtigkeit ist gut bekannt.“

[Muqaddimah (1/106)]

Und Allāh weiß es am besten.

Seine Gelehrten waren:

  1. ▪ Umar ibn al-Khaṭṭāb
  2. ▪ Uṭhmān ibn Affān
  3. ▪ Alī ibn Abī Ṭālib
  4. ▪ Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān
  5. ▪ Sād ibn Abī Waqqas
  6. ▪ Abū Hurāirah
  7. ▪ Zāid ibn Ṯābit al-Anṣārī
  8. ▪ Busra bint Safwān ibn Nawfāl und andere

Seine Schüler:

  1. ▪ Abdūl-Mālik ibn Marwān
  2. ▪ Abdūl-‚Azīz ibn Marwān
  3. ▪ Saḥl ibn Sā’d ibn Mālik
  4. ▪ Sā’id ibn al-Musayyīb
  5. ▪ Alī ibn al-Ḥussāin ibn Abī Ṭālib
  6. ▪ Urwa ibn az-Zubāyr
  7. ▪ Abū Bakr ibn Aburraḥmān ibn al-Hārith
  8. ▪ Mujāhid und andere

Marwān ibn al-Ḥakam war ein Mann der Gerechtigkeit, ein Rechtsgelehrte (Faqīh), einer der besten in Wissen bezüglich dem Buche Allāhs und einer der Anführer der jungen Qurāishīten. Er und andere Gefährten verteidigten Uṭhmān gegen die Rebellen in Zeiten des Aufruhrs und kämpfte an der Seite von Umm al-Mū’minīn Ā’išha (raḍiya ‚llāhu anha) in der Kamelschlacht. Gemäß der renommierten Ansicht war er der Mörder Ṭalḥa ibn Ubāydullāh (raḍiya ‚llāhu anhu), doch dies ist eine verborgene Angelegenheit, die niemand mit Sicherheit sagen kann. Mängeln in den Überlieferungsketten und unbekannte Überlieferer weisen auf diese Behauptung auf. Vom logischen kann das auch garnicht stimmen, denn er und Ṭalḥa kämpften gegen die gleichen Feinde, nämlich gegen die Mörder Uṭhmān. Weshalb soll Marwān ihn töten? Und Allāh weiß es am besten. In der Herrschaft von Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān war er viele Jahre als Gouverneur in al-Madinah tätig.

Streng war er gegen die Übeltäter aber auch gegen seine eigenen Verwandten. Einst schlug sein Bruder Aburraḥmān einen befreiten Sklaven, der als Weizenverkäufer tätig war. Daraufhin ging der Sklave zu Marwān, der damals von Mu’āwiyah als Gouverneur von al-Madinah ernannt wurde, um ihn dies zu übermitteln. Marwān ließ sein Bruder zu sich rufen und ließ ihn vor dem Weizenverkäufer sitzen und sagte ihm, dass er ihm zurück schlagen solle. Durch die Gerechtigkeit von Marwān, verzieh der Weizenverkäufer seinen Bruder, aber Marwān behaarte darauf das er ihm zurück schlägt. Doch der Weizenverkäufer blieb bei seiner Meinung und Aburraḥmān rezitierte eine Poesie, in der er seinen Bruder kritisiert. Imām al-Hāfiḍ ad-Dhahābī (raḥimahullāh) sagte:

وَكَانَ ذَا شَهَامَةٍ ، وَشَجَاعَةٍ ، وَمَكْرٍ ، وَدَهَاءٍ ، أَحْمَرَ الْوَجْهِ ، قَصِيرًا ؛ أَوْقَصَ دَقِيقَ الْعُنُقِ ، كَبِيرَ الرَّأْسِ وَاللِّحْيَةِ ،

„Er war Stolz, Mutig und einer der gute List schmieden konnte und hatte ein rotes Gesicht. Er war Kurz, hatte ein großen Kopf und längeren Bart.“

[Siyār al-‚Alām an-Nubūla no. 102]

Imām Mālik (raḥimahullāh) bezeugte, dass Marwān ein Rechtsgelehrte ist und er seine Urteile und Fatāwās als Beweis in vielen Stellen seines Buches al-Muwaṭṭa zitiert hat. Er ist nicht der einzige der ihn als glaubwürdigen Überlieferer anerkannt hat, sondern die Kuṭṭūb-Siṭṭa:

  1. ▪ Imām Bukhārī
  2. ▪ Imām Muslim
  3. ▪ Imām at-Tirmidhī
  4. ▪ Imām Abū Dawūd
  5. ▪ Imām an-Nasā’ī
  6. ▪ Imām Ibn Mağah

Der Imām Aburrazzāq (raḥimahullāh) verzeichnet ebenso einige Überlieferungen von ihm in seinem Buch al-‚Muṣannāf und auch Imām Aḥmad in seinem Musnād. Imām al-Bukhārī erwähnte keine schlechten Dinge über Marwān in seinem Tarīkḥ al-Kabīr. Urwa ibn az-Zubāyr (raḥimahullāh) sagte über ihn:

لَا يُتَّهَمُ فِي الْحَدِيثِ

„Seine Überlieferungen wurden nicht angeklagt.“

[Fatḥūl-Bārī (1/443)]

Shāykh’ūl’Islām Ibn Taymīyah (raḥimahullāh) sagte:

بَلْ أَخْرَجَ أَهْلُ الصِّحَاحِ عِدَّةَ أَحَادِيثَ عَنْ مَرْوَانَ ، وَلَهُ قَوْلٌ مَعَ أَهْلِ الْفُتْيَا أَوْرَدَ

„Die Leute des Ṣaḥīḥ entnahmen eine Reihe Überlieferungen von Marwān. Er sprach mit den Leuten der Fatawā‘.“

[Minhāj as-Ṣunnāh (3/189)]

Umar ibn al-Khaṭṭāb (raḍiya ‚llāhu anhu) sagte:

 مَرْوَانَ بْنَ الْحَكَمِ وَهُوَ سَيِّدُ شَبَابِ قُرَيْشٍ

„Marwān ibn al-Hakam ist der Anführer der jungen Qurāishiten.“

[Ibn Abd al-Barr, at-Tamhīd no. 3319]

Imām aṣ-Ṣhāfi’ī (raḥimahullāh) sagte:

لَمَّا انْهَزَمَ النَّاسُ يَوْمَ الْجَمَلِ : كَانَ عَلِيٌّ يَسْأَلُ عَنْ مَرْوَانَ ، فَقَالَ لَهُ رَجُلٌ : يَا أَمِيرَ الْمُؤْمِنِينَ إِنَّكَ لَتَسْأَلُ عَنْهُ , قَالَ :  تَعْطِفُنِي عَلَيْهِ رَحِمٌ مَاسَّةٌ ، وَهُوَ مَعَ ذَلِكَ سَيِّدٌ مِنْ شَبَابِ قُرَيْشٍ

„Als die Leute in der Kamelschlacht besiegt wurden, hat Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiya ‚llāhu anhu) nach Marwān gefragt und ein Mann sagte: „O Āmīr al-Mu’mīnīn ! Warum hast du so viele fragen über Marwān? Alī antwortete: „Mein Mitgefühl ihn gegenüber, ist wegen der starken Verwandschaft. Und er ist gleichwohl, ein Anführer von den jungen Qurāishiten.“

[ad-Dhahābī, Tarīkḥ Islām (5/230)]

Qubāysah ibn Jābir (raḍiya ‚llāhu anhu) sagte:

قُلْتُ لِمُعَاوِيَةَ : مَنْ تَرَى لِلْأَمْرِ بَعْدَكَ ؟ فَسَمَّى رِجَالًا ، ثُمَّ قَالَ : وَأَمَّا الْقَارِئُ الْفَقِيهُ الشَّدِيدُ فِي حُدُودِ اللَّهِ ، مَرْوَانُ . 

„Ich sagte zu Mu’āwiyah (raḍiya ‚llāhu anhu): „Wenn siehst du als Nachfolger würdig ?“ Er nannte einige Männer und sagte dann: „Und was den Qur’ānrezitator und ein tiefes Verständnis (Faqīh) in den Grenzen Allāhs angeht, ist Marwān.“

[ad-Dhahābī, Siyār al-‚Alām an-Nubūla no. 102]

Bilal ibn Kā’b (raḥimahullāh) sagte:

قُلْتُ لِعَطَاءٍ : مَنْ أَعْبَدُ مَنْ كَانَ يَقْدَمُ عَلَيْكُمْ ؟ قَالَ : الْمِسْوَرُ بْنُ مَخْرَمَةَ ، وَمَرْوَانُ بْنُ الْحَكَمِ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُمَا

Ich sagte zu Ata‘ ibn Abī Ra’bah (raḥimahullāh): „Wer waren die Gottesfürchtigsten die du kanntest oder die in eure Zeit gelebt haben?“ Er sagte: „Miswar ibn Makhramah und Marwān ibn al-Ḥakam, Möge Allāh mit ihnen wohlgefällig sein.“

[Ibn Abī ʻĀṣim, al-Āḥād wā‘ al-Mat̲ānī no. 510]

Muḥammād ibn Alī al-‚Bāqīr (raḥimahullāh) sagte:

كَانَ مَرْوَانُ خَيْرًا لَنَا فِي السِّرِّ ، وَسَعِيدٌ خَيْرًا لَنَا فِي الْعَلَانِيَةِ 

„Marwān war uns gegenüber im Geheimen gut und Sā’id (ibn al-‚Āṣ) in der Öffentlichkeit.“

[Ibn Āthīr, al-‚Kāmil fī‘ at-Tarīkḥ (2/217)]

Imām Aḥmad ibn Ḥanbal (raḥimahullāh) sagte:

قَالُ مَرْوَانُ بْنُ الْحَكَمِ كَانَ عِنْدَهُ قَضَاءٌ وَكَانَ يَتْبَعُ قَضَاءَ عُمَرَ

„Sie sagten über Marwān ibn al-Ḥakam, dass er ein guter Richter war, der seine Urteile auf Fälle stützte, die von Umar (raḍiya ‚llāhu anhu) bewertet wurden.“

[Ibn Taymīyah, Majmū al-Fatawā‘ (7/245)]

Imām Bukhārī (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا مُحَمَّدٌ، قَالَ: حَدَّثَنَا أَبُو نُعَيْمٍ، قَالَ: حَدَّثَنَا عَبْدُ الرَّحِيمِ بْنُ عَبْدِ رَبِّهِ، قَالَ: حَدَّثَنِي شُرَحْبِيلُ أَبُو سَعْدٍ، قَالَ: رَأَيْتُ الْحَسَنَ، وَالْحُسَيْنَ يُصَلِّيَانِ خَلْفَ مَرْوَانَ

Sharbāyil (ibn Sād) Abū Sād berichtete: “Ich sah al-Ḥāssan und al-Ḥussāin hinter Marwān beten.”

[Tarīkḥ al-Awsāt no. 417]

Imām aṣ-Ṣhāfi’ī (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا حَاتِمُ بْنُ إِسْمَاعِيلَ، عَنْ جَعْفَرِ بْنِ مُحَمَّدٍ، عَنْ أَبِيهِ أَنَّ الْحَسَنَ، وَالْحُسَيْنَ كَانَا يُصَلِّيَانِ خَلْفَ مَرْوَانَ، قَالَ: فَقَالَ: مَا كَانَا يُصَلِّيَانِ إِذَا رَجَعَا إِلَى مَنَازِلِهِمَا؟ فَقَالَ: لا وَاللَّهِ، مَا كَانَا يَزِيدَانِ عَلَى صَلاةِ الأَئِمَّةِ

Jā’far ibn Muḥammād berichtete von seinem Vater (raḥimahullāh) der sagte: „al-Ḥāssan und al-Hussāin verichteten ihr Gebet hinter Marwān.” Es wurde ihm gesagt: “Widerholten sie das Gebet, als sie in ihren Häusern zurückkehrten?” Er sagte: “Nein, bei Allāh, sie fügten das Gebet mit dem Herrscher nichts hinzu (dh. Widerholten sie das Gebet nicht nach).”

[Musnad aṣ-Ṣhāfi’ī no. 298: Ṣaḥīḥ lī‘ Abū Jā’far]

Bevor die Fitnāh losging, gab es an Marwān nichts zu kritisieren. Erst wo die Fitnāh anfing, wurde das helle Bild Marwāns, Wissen, Gerechtigkeit, Verständnis und sein religiöses Auftreten verfälscht. Es stimmt halt, dass später wegen ihm Probleme entstanden sind, aber uns nie bekannt sei, dass er irregegangener Mensch war. Er ist bekannt und respektiert unter den Rechtsgelehrten aber verschieden unter den Historikern, da von ihnen die meisten Schiiten sind, und sie bemüht und hasserfüllt waren, das Bild dieses Mannes zu verfälschen. Diese Überlieferung, die von den Schiiten eifrig eingesetzt werden, um Marwān zu schlagen, besagt, dass der Prophet ﷺ angeblich ihm und sein Vater verflucht hätte oder gar der verfluchte Baum der Hölle, Marwān und seine Nachkommenschaft bedeute. Ibn Ḥājar (raḥimahullāh) sprach ausführlich in seinem Werk al-Isabāh über solche Schwächen der Überlieferungen, wo Marwān und sein Vater angeblich vom Propheten ﷺ verflucht werden. Zudem zählten sie ihn zu den schlimmsten Nawaṣīb Gestalten, der Regelrecht die Familie des Propheten ﷺ beschimpft hat und zu einer Sunnāh machte Alī ibn Abī Ṭālib (raḍiya ‚llāhu anhu) auf der Minbar zu verfluchen. Dabei stützen sie sich hauptsächlich auf erlogene oder schwache Überlieferungen.

al-Qāḍī Abū Bakr ibn al-‚Arabī (raḥimahullāh) sagte:

وأما قول القائل في مروان والوليد فشديد عليهم وحكمهم عليهما بالفسق فسق منهم مروان رجل عدل من كبار الأمة عندالصحابة والتابعين وفقهاء المسلمين اما الصحابة فإن سهل بن سعد الساعدي روى عنه وأما التابعون فأصحابه في السن وان كان جازهم باسم الصحبة في احد القولين وأما فقهاء الأمصار فكلهم على تعظيمه واعتبار خلافه والتلفت الى فتواه والانقياد الى روايته وأما السفهاء من المؤرخين والادباء فيقولون على اقدارهم.

„Was die Aussage über Marwān und al-Wālid angeht, sie seien Frevler, so sind sie selber Frevler. Marwān war ein gerechter Mann, einer der Großen in der Gemeinschaft in den Augen der Gefährten, den Tabi’īn und den Rechtsgelehrten des Islām. Was die Gefährten betrifft, so war Saḥl ibn Sād as-Sā’idī (raḍiya ‚llāhu anhu) mit ihm verwandt. Was die Tabi’īn betrifft, so sind sie im selben Alter, obwohl er sie übertrifft, indem er den Namen/Titel „Gefährte“, gemäß einer der beiden Aussagen, besitzt. Was die Rechtsgelehrten von den Städten betrifft, alle schätzten ihn, respektieren sein Khalifat, akzeptierten seine Fatwā‘ und befolgten seine Überlieferungen. Was die Narren unter den Historiker und Schriftsteller betrifft, sprachen sie aus ihrer Verdienstlichkeit.

[Awāṣim min al-Qawāṣim (1/101)]

Imām al-Ḥāfīḍ Abū Bakr ibn Qāyyim al-Jawzīyyah (raḥimahullāh) sagte:

أحاديث ذم الوليد، وذم مروان بن الحكم كذب

„All die Berichte, wo man al-Walid und Marwān ibn al-Hakam zensiert/kritisiert sind lügen.“

[al-Manar al-Mūnif (1/117)]

Als al-Ḥussāin ibn Alī (raḍiya ‚llāhu anhu) ermordet wurde, kümmerte sich Marwān sehr um seinen Sohn Alī ibn al-Ḥussāin. Er liebte und ehrte ihn, so sehr, dass der große Tabi’ī ‚Āsmā’ī (raḥimahullāh) sagte:

لم يكن للحسين بن علي عقب ، إلا من ابنه علي بن الحسين ، ولم يكن لعلي ولد إلا من أم عبد الله بنت الحسن وهي ابنة عمه فقال له مروان بن الحكم : أرى نسل أبيك قد انقطع ، فلو اتخذت السراري لعل الله أن يرزقك منهن فقال : ما عندي ما أشتري به السراري ، قال : فأنا أقرضك فأقرضه مائة ألف درهم فاتخذ السراري ،

„al-Ḥussāin ibn Alī hat keine Nachkommen, außer seinem Sohn Alī ibn al-Ḥussāin, und Alī hat keinen Sohn, ausgenommen von Umm Abdullāh bint al-Ḥāssan, und sie ist die Tochter seines Onkels väterlicherseits Cousine. Da sagte Marwān ibn al-Ḥakam zu ihm: “Ich sehe, dass die Nachkommenschaft deines Vaters bereits beendet wurde, wenn du jedoch meine Konkubinen annimmst, wird dich Allāh vielleicht durch sie versorgen (mit Nachkommenschaft).“ Da sagte Alī ibn al-Ḥussāin: “Ich besitze nichts, womit ich die Konkubinen kaufen kann.” Er sagte: “Ich leihe dir (das Geld) aus.” Da leihte er ihm einhunderttausend Dirham aus, da nahm er die Konkubinen an.”

[al-‚Mizzī, Tahdhīb Al-Kamāl no. 3530]

Wenn Marwān ibn al-Ḥakam im sterben lag, bat er seinen Kindern das Geld was er Alī ibn al-Ḥussāin (raḥimahullāh) geliehen hat, nicht zurück zu nehmen.

Imām Ibn Ṣād (raḥimahullāh) überliefert:

نا عَبْدُ الْعَزِيزِ بْنُ مُحَمَّدٍ، عَنْ جَعْفَرِ بْنِ مُحَمَّدٍ، عَنْ أَبِيهِ، عَنْ عَلِيِّ بْنِ حُسَيْنٍ، أَنَّ مَرْوَانَ بْنَ الْحَكَمِ، قَالَ لَهُ وَهُوَ أَمِيرٌ بِالْمَدِينَةِ: مَا رَأَيْتُ أَحَدًا أَحْسَنَ غَلَبَةً مِنْ أَبِيكَ عَلِيِّ بْنِ أَبِي طَالِبٍ، أَلا أُحَدِّثُكَ عَنْ غَلَبَتِهِ إِيَّانَا يَوْمَ الْجَمَلِ؟ قُلْتُ: الأَمِيرُ أَعْلَمُ، قَالَ: لَمَّا الْتَقَيْنَا يَوْمَ الْجَمَلِ تَوَافَقْنَا، ثُمَّ حَمَلَ بَعْضُنَا عَلَى بَعْضٍ، فَلَمْ يَنْشَبْ أَهْلُ الْبَصْرَةِ أَنِ انْهَزَمُوا، فَصَرَخَ صَارِخٌ لِعَلِيّ ” لا يُقْتَلُ مُدْبِرٌ، وَلا يُذَفَّفُ عَلَى جَرِيحٍ، وَمَنْ أَغْلَقَ عَلَيْهِ بَابِ دَارِهِ فَهُوَ آمِنٌ، وَمَنْ طَرَحَ السِّلاحَ آمِنٌ “، قَالَ مَرْوَانُ: وَقَدْ كُنْتُ دَخَلْتُ دَارَ فُلانٍ، ثُمَّ أَرْسَلْتُ إِلَى حَسَنٍ وَحُسَيْنٍ ابْنِي عَلِيٍّ، وَعَبْدِ اللَّهِ بْنِ عَبَّاسٍ، وَعَبْدِ اللَّهِ بْنِجَعْفَرٍ، فَكَلَّمُوهُ، قَالَ: ” هُوَ آمِنٌ فَلْيَتَوَجَّهْ حَيْثُ شَاءَ “، فَقُلْتُ: لا وَاللَّهِ مَا تَطِيبُ نَفْسِي حَتَّى أُبَايِعَهُ، فَبَايَعْتُهُ، ثُمَّ قَالَ: اذْهَبْ حَيْثُ شِئْتَ

Jā’far ibn Muḥammād erzählte von seinem Vater von Alī ibn al-Ḥussāin (raḥimahullāh), dass Marwān ibn al-Ḥakam zu ihm sagte und er ist der Stadthalter gewesen: “Ich habe nie jemanden gesehen der besser Siegreich war, als dein Vater Alī ibn Abī Ṭālib. Soll ich dir über sein Sieg am Tag der Kamelschlacht erzählen? Ich sagte: “Der Amīr weiß es besser.” Er sagte: “Als wir uns am Tag der Kamelschlacht trafen, vereinbarten wir uns. Danach belasteten sich einige gegenseitig, alsdann die Leute von Basra ausbrechen, dass sie eine Niederlage erlitten, schrie eine Person von Alī: “Ein Rechtschaffenen tötet man nicht und Alī wird nicht verwundet getragen. Wer die Tür seines Hauses geschlossen hält, ist sicher und wer die Waffen zu Seite legt, ist sicher.” Marwān sagte: “Dann ging ich in das Haus von einer Person, und habe ihn zu den Söhne Alī, al-Ḥāssan und al-Ḥussāin sowie Abdullāh bin Abbās und Abdullāh bin Ja‘fār gesendet. Sie sprachen mit ihm und er (Alī) sagte: “Er ist sicher, er kann hingehen wo immer er will.” So sagte ich: “Nein bei Allāh, meine Seele wird kein Heil finden, bis ich ihn den Treueschwur gebe.” So gab ich ihn den Treueschwur, alsdann sagte er: “Geh wo immer du willst.”

[at-Tabaqāt no. 2947; Ṣaḥīḥ]

Im Jahre 64 nach der Hijra erhob er sich als Khalif und Ägypten und Syrien schworen ihm die Treue. Sein Khalifat hielt jedoch nicht lange. Nach 9 Monaten und 18 Tagen starb er an der Pest. Vor seinem Tod an der Pest teilte Marwān das Reich unter seinen beiden Söhnen auf: der ältere von ihnen, Abdūl-Mālik erhielt Syrien, der jüngere, Abdūl-Azīz, Ägypten.

Abdullāh ibn Abī Madhūr (raḥimahullāh) sagte:

حَدَّثَنِي بَعْضُ أَهْلِ الْعِلْمِ قَالَ : كَانَ آخِرُ مَا تَكَلَّمَ بِهِ مَرْوَانُ :وَجَبَتِ الْجَنَّةُ لِمَنْ خَافَ النَّارَ . وَكَانَ نَقْشُ خَاتَمِهِ : الْعِزَّةُ لِلَّهِ

„Es sagten mir einige der Gelehrten: „Die letzten Worte die Marwān gesprochen hat waren: „Das Paradies ist für denjenigen fällig, der das Feuer fürchtet.“ Und auf seinem Ring war eingraviert: „Ehre sei Allāh.“

Seine letzten Worte waren dann:

 آمَنْتُ بِالْعَزِيزِ الرَّحِيمِ

„Ich Glaube an den Glorreichen, den Barmherzigen.“

[al-Bidayāh wā’n Nihayāh (8/260)]

Er starb im Monat Ramadan in Damaskus im alter von 63 Jahren. Möge Allāh mit ihm zufrieden sein.

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Abū Aḥmād Ibn Aḥmād al-‘Ḥanbālī

Über antimajoze

Nach dem Verständnis der Salaf
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