Der Titan: Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah

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بِسْــــــــــــــــــمِ اﷲِالرَّحْمَنِ اارَّحِيم

In Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allāh, dem Herrn aller Welten. Friede und Segen seien auf dem Gesandten, seiner Familie und seinen Gefährten.

Vorwort

Dies ist eine Abhandlung über Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah, den Sohn von Alī ibn Abī Ṭālib. Es stellt eine Chronologische Beschreibung über sein Leben dar. Er zählt zu den größten Gelehrten der Ahl-l-Bāyt, ein Mitglied der Fuqahā und zu den Erläuterer des Qur’āns. Ein Gotteskrieger auf dem Wege Allāhs. Die Ahl-l-Ṣunnāh wā’l Jamā’ah sind sich seiner vertrauenswürdigkeit bewusst. Seine Tapferkeit und Stärke erregte überall Bewunderung und Schrecken. Er ist das Ebenbild seines Vaters. Seine Lebensgeschichte werden wir ausführlich darlegen, um ein weiteres Mitglied der Ahl-l-Bāyt kennenzulernen.

Sein Name:

al-Imām as-Sayyid Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah ibn Alī ibn Abī Ṭālib al-Ḥāshimī al-Qurāishī al-Madānī

Seine Kunyah:

Abūl-Qāsim, Abū Abdullāh

Seine Geburt:

Einst ging sein Vater zum Propheten ﷺ und wollte ihm etwas wichtiges fragen, ob er nach seinem Ableben seinen Sohn nach seinen Namen und Beinamen benennen kann, da das Verbot galt, seinen Namen und Spitznamen zur seiner Lebzeit zusammen zu benutzen. Der Hujjatūl-‚Islām Abūl-Jā’far at-ṬaḥāwĪ (raḥimahullāh) berichtete, dass Alī ibn Abī Ṭālib zum Gesandten Allāhs ﷺ sagte:

يَا رَسُولَ اللهِ، إِنْ وُلِدَ لِي بَعْدَكَ أُسَمِّيهِ بِاسْمِكَ، وَأُكَنِّيهِ بِكُنْيَتِكَ‏؟‏ قَالَ‏:‏ نَعَمْ‏.

„O Gesandter Allāh ﷺ, wenn ich nach deinem Ableben einen Sohn bekomme, kann ich ihn nach deinen Namen und deinen Beinamen benennen?“ Er ﷺ sagte: „Ja.“

[Sharḥ al-Ma’ānī al-Āthar (4/335); Bukhārī, Adab al-Mufrad no. 843; Musnad Ahmād no. 730; Ṣaḥīḥ]

Nachdem der Gesandte Allāhs ﷺ diese Welt verließ, wurden viele Stämme abtrünnig geworden und wandten sich vom Islām ab. Viele unter ihnen weigerten sich die Zahlung der Zakāt zu entrichten. Hierauf erklärte ihnen der Nachfolger des Propheten ﷺ Abū Bakr aš-Ṣiddīq (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) den Krieg. Sämtliche Befehlshabern beauftragt er jeweils diese Stämme zu verwüsten. In den folgenden Jahren fand dann die endgültige Schlacht von Yamamah statt, wo die Banū Ḥanifah, Banū ‚Asad, Tayyī‘ und andere sich mit Musaylama al-Kaḏḏāb (der Lügner) verbündet haben. Er behauptete ein Prophet zu sein. Unter den Kämpfern die Teilnahmen waren Alī ibn Abī Ṭālib, Amr ibn al-Ās, az-Zubāir ibn Awwām, Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān, Abdullāh ibn Umar und andere erhabene Gefährten. Der Befehlshaber dieser glänzenden Armee war Khālid ibn al-Walīd (Allāhs Wohlgefallen auf ihm). Es dauerte nicht lange und Musaylama und die Abtrünnigen wurden vernichtet. Die Nachricht vom Tod von Musaylama führte zu einem schnellen Zusammenbruch der Abtrünnigen. Allāh hat diese Religion durch Abū Bakr aš-Ṣiddīq und seine Anhänger am Tage der Apostasie unterstützt. Sämtliche Gefangenen wurden erbeutet und nach al-Madinah verschickt. Abu Bakr ließ Alī sich von den Gefangenen ein Mädchen auswählen. Imām Aburrazzāq (raḥimahullāh) verzeichnet, dass Abū Jā’far al-Bāqīr (raḥimahullāh) sagte:

أَعْطَى أَبُو بَكْرٍ عَلِيًّا جَارِيَةً

„Abū Bakr gab Alī eine Sklavin.“

[Musannāf no. 12903]

Diese Sklavin hieß Khawlāh bint Jā’far ibn Qāis al-Ḥanafiyyah, sie gehörte zu dem Stamm der Banū Ḥanifah an. Sie stammt aus einer angesehen Familie. Sie war eine würdevolle und ehrenhafte Frau und zu den schönsten ihres Stammes. Alī ibn Abī Ṭālib heiratete sie und so folgte im Jahre 13 nach der Hijra in der Herrschaft von Umar ibn al-Khaṭṭāb die Geburt von Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh). Seine Geburtsort fand in al-Madinah statt, dass Zentrum des Islām und Wissen. Er war der einzige Sohn seiner Mutter. Khawlāh gebar kein weiteres Kind mehr.

Sein Aussehen:

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah war ein würdevoller und hübscher Mann. Seine Augen waren etwas rötlich, schön, groß und Braun. Er Strich sich sie mit Kuhl. Er hatte schwarze Haare gehabt und sein Bart erschien voll und kräftig im Gesicht. Er Färbte sich die Haare und den Bart mit Hennah. Seine Hautfarbe war hellbraun. Er besaß breite Schulter, ein schlanken und athletischen Körper. Er war von durchschnittlicher Körpergröße. Er trug einen schwarzen Turban und einen Ring auf seinem linken Hand. Er war schamvoll, Charismatisch und eine beeindruckende Persönlichkeit.

Seine Shuyūkh:

  1. ● Alī ibn Abī Ṭālib
  2. ● Uthmān ibn Affān
  3. ● Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān
  4. ● Abdullāh ibn Abbās al-Qurāishī
  5. ● Ammār ibn Yāṣir
  6. ● Abū Hurāirah
  7. ● Abdullāh ibn Mā’sūd und andere

Seine Schüler:

  1. ● Ibrahīm ibn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah
  2. ● al-Hāssan ibn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah
  3. ● Abdullāh ibn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah
  4. ● Umar ibn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah
  5. ● Āwn ibn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah
  6. ● al-Hāssan ibn Hāssan ibn Alī ibn Abī Ṭālib
  7. ● Urwah ibn az-Zubāir al-Qurāishī
  8. ● Alī ibn al-Ḥussāin aš-Sajjād
  9. ● Muḥammād ibn Alī al-Bāqīr
  10. ● Abū Yā’la at-Ṭawrī
  11. ● Mundhīr ibn Yā’la at-Ṭawrī
  12. ● Salim ibn Abī Jā’d
  13. ● Atā ibn Aslam al-Makkī
  14. ● Sufyān at-Ṭawrī
  15. ● Yahyā ibn Sā’id al-Ansārī und andere

Die Regierungszeiten die er durchlebte

  1. ● Umar ibn al-Khaṭṭāb
  2. ● Uthmān ibn Affān
  3. ● Alī ibn Abī Tālib
  4. ● al-Hāssan ibn Alī ibn Abī Tālib
  5. ● Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān
  6. ● Yazīd ibn Mu’āwiyah
  7. ● Abdullāh ibn az-Zubāir
  8. ● Abdul-Mālik ibn Marwān

Der Lob der Gelehrten:

Imām Abūl-Ḥassān al-Ijlī (raḥimahullāh) sagte: „Er war einer der vertrauenswürdigen Tabi’īn und einer der rechtschaffenen Männer.“

[Tahdhīb At-Tahdhīb no. 8588]

Imām ibn Sād al-Baghdādī (raḥimahullāh) sagte: „Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah war einer der Helden des Islām.“

[Siyār A’lām an-Nubalā no. 536]

Shāykhul’Islām Muwaffaq ad-Dīn ibn Qudāmah al-Maqdisī (raḥimahullāh) sagte: „Muḥammād ibn Alī war einer der Gelehrten des Dīns, mit Wissen und Frömmigkeit (ausgerüstet). Er war ein Mann der Festigkeit und einer der Weisheit besaß.“

[Al-Tabyīn fī ‚ al-Ansāb al-Qurāishīyyīn s. 135]

Imām An-Nawāwī (raḥimahullāh) zitierte Ibn Hibbān (raḥimahullāh) der sagte: „Abūl-Qāsim Muḥammād ibn Alī al-Hanafīyyah war einer der besten Mitglieder der Ahl-l-Bāyt.“

[Tahdhīb al-Asmā al-Lughāt (1/88)]

Imām ibn Jarīr aṭ-Ṭabarī (raḥimahullāh) sagte: „Er war unter den wissensten und religiösen Leuten, ein Mann der Gottesfürchtigen und von großem Wissen.“

[Muntakhāb min Kitāb dhāyl al-Mudhayyal min Tārikḥ al- Saḥābah wa al-Tābiʻīn s.628]

Imām Abū Falāh ibn al-Īmād al-Ḥanbālī (raḥimahullāh) sagte: „Muḥammād ibn Alī ist einer der Besten in Wissen gewesen, mit erstaunlicher Gottesfurcht und äußerste Willenskraft.“

[Shadḥarāt ad-Ḏahab (1/330)]

Imām Abū Al-‚Abbās Ibn Khallikān (raḥimahullāh) sagte: „Er war von den Großen in Wissen und Frömmigkeit. Und er war ein Mann von enormer Stärke.“

[Wafayāt al-Ā’yan (4/170)]

Sein Werdegang im Wissen und andere Auszeichnungen

In seiner Jugend verbrachte er eine lange Zeit im Begleitung seines Vaters. Er hielt sich mit ihm im Hause, Moscheen, die Ḥaǧǧ, in der Öffentlichkeit auf und hörte seine Predigen aufmerksam zu. Er brachte ihm in den Kreisen der Wissenschaften und Rechtswissenschaften (Fiqh), in der Gemeinschaft der Gefährten des Propheten und auf dem Gebiet des Krieges. Er (raḥimahullāh) erwerbte sehr viel Wissen von seinem Vater, bis er ein tiefes Verständnis in der Religion erreicht hat. Widerum hörte er von anderen Gefährten Überlieferungen und die Sirah vom Propheten ﷺ. Sein Vater (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) ist hauptsächlich die Ursache für das meiste Wissen was er gewonnen hat. Zahlreiche Überlieferungen berichtet er von seinem Vater. Unter anderem ist folgende, welche er von seinem Vater berichtete:

‏ أَنَّ النَّبِيَّ صلى الله عليه وسلم نَهَى عَنْ نِكَاحِ الْمُتْعَةِ يَوْمَ خَيْبَرَ وَعَنْ لُحُومِ الْحُمُرِ الأَهْلِيَّةِ ‏

„Der Prophet ﷺ hat die Genussehe am Tage von Khaibar und das Verzehren von Eselfleisch verboten.“

[Ṣaḥīḥ Muslim no. 1407]

Und vielesmehr die man in den Kuttūb-Siṭṭā besichtigen kann. Er begrenzte sich nicht auf eine Sache der Wissenschaften, vielmehr versuchte er verschiedene Wissenschaften zu erlernen, bis er zahlreiche Wissenschaften beherrschte. Von ibn Abbās (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) und andere erlernte er die Exegese des Qur’āns. Sehr bemüht war er darin sich eingehend mit den Worten Allāhs zu beschäftigen. Inmitten der Khalifenzeit von Uthmān ibn Affān (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) war er ein erwachsener Mann geworden, der selbst predigen gehalten hat. Mit ihm wuchs das Wissen, bis er zum großen Kommentator des Qur’āns, ein Hādithgelehrte und Jurist geworden ist. Er war ein Lehrer, ein Wächter und ein Anführer. Sein Leben war fortan mit Vorzüge geschmückt.

Einst fragte ein Mann Abdullāh ibn Umar ibn al-Khaṭṭāb (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) über eine ernste religiöse Frage. Er empfehlte ihn Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah aufzusuchen und ihm die Frage zu stellen und ihm dann über seine Antwort zu informieren. Der Mann begab sich sofort zu Ibn al-Ḥanafiyyah und fand die Antwort auf seine Frage. Dann kehrte er zu Ibn Umar und berichtete ihm dies. Als Ibn Umar die antwort hörte sagte er:

إنَّهُمْ أَهْلُ بَيْتٍ مُفْهَمُونَ

„Sie sind die Familie die (mit Wissen) vertraut sind.“

[Ibn Abī Shāybah, Musannāf no 16177]

Der Muhāḍḍīth Aburrazzāq ibn Hammām aš-Šanānī (raḥimahullāh) verzeichnet:

عَنِ ابْنِ عُيَيْنَةَ , عَنْ عَمْرِو بْنِ دِينَارٍ , قال : رَأَيْتُ مُحَمَّدَ بْنَ الْحَنَفِيَّةِ يُصَلِّي فِي مَسْجِدِ مِنًى , وَالنَّاسُ يَمُرُّونَ بَيْنَ يَدَيْهِ , فَجَاءَ فَتًى مِنْ أَهْلِهِ فَجَلَسَ بَيْنَ يَدَيْهِ.

Amr ibn Dinār (raḥimahullāh) berichtete: „Ich habe Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) gesehen wie er in Mina (Stadt in Mekka) gebetet hat. Während die Leute an ihm vorbeigelaufen sind, ist ein junges Kind von seiner Familie zu ihm gekommen und saß bei ihm.“

[Musannāf no. 2306]

Imām Aḥmad ibn Hanbāl (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا سُفْيَانُ حَدَّثَنَا عَبْدُ الْعَزِيزِ بْنُ رُفَيْعٍ قَالَ دَخَلْتُ أَنَا وَشَدَّادُ بْنُ مَعْقِلٍ عَلَى ابْنِ عَبَّاسٍ فَقَالَ ابْنُ عَبَّاسٍ مَا تَرَكَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ إِلَّا مَا بَيْنَ هَذَيْنِ اللَّوْحَيْنِ وَدَخَلْنَا عَلَى مُحَمَّدِ بْنِ عَلِيٍّ فَقَالَ مِثْلَ ذَلِكَ قَالَ وَكَانَ الْمُخْتَارُ يَقُولُ الْوَحْيُ

Abdul-Āzīz ibn Rafa’ī (raḥimahullāh) berichtete: “Ich und Shaddād ibn Ma’qil trafen uns mit Ibn Abbās (Allāhs Wohlgefallen auf ihm), der uns sagte: “Der Gesandte Allāhs ﷺ hat niemals etwas anderes hinterlassen, (außer) was zwischen den beiden Platten (Qur’ān) ist.” Anschließend fanden wir Muhammād ibn Alī (Al-Hanafīyyah) vor, der das gleiche sagte.[…]”

[Musnad Ahmād no. 1838; Ṣaḥīḥ]

Somit ist er ein weiterer Sohn Alīs, der die belogene schiitische Imamāh ablehnt.

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah zeichnete sich ebenfalls mit anderen Eigenschaften aus, wovon wir nutzen ziehen sollten. Denn neben sein Wissenstand, war sein Benehmen Makellos. Er war ein gehorsamer Sohn, der seine Eltern Freude bereitete. Sein Vater liebte ihn sehr und andersrum genauso. Er war ein verantwortungsvoller Ehemann und mitfühlender Vater. Entgegnete großen Respekt den Älteren gegenüber und Liebevoll zu den kleineren. Ein Gelehrte mit Weisheiten und Prinzipien. War Beredsam und sprach fließend. Durchlief den Weg der Mäßigung und verurteilte den Extremismus. Er war ein Mann von enormer Standhaftigkeit und Entschlossenheit. Ein Visionär des Islām. Er setzte sich durchgehend für das Wohlergehen der muslimischen Umma, auch wenn sein Wohlergehen darunter litt. Auch seine Großzügigkeit und seine Gastfreundschaft zeichneten ihn aus.

Imām al-Bukhārī (raḥimahullāh) überliefert, dass Muḥammad ibn al-Ḥanafiyya (raḥimahullāh) sagte:

لَيْسَ بِحَكِيمٍ مَنْ لاَ يُعَاشِرُ بِالْمَعْرُوفِ مَنْ لاَ يَجِدُ مِنْ مُعَاشَرَتِهِ بُدًّا، حَتَّى يَجْعَلَ اللَّهُ لَهُ فَرَجًا أَوْ مَخْرَجًا‏.

„Nicht weise ist der, der sich nicht richtig mit einer Person befasst, deren Gesellschaft er nicht vermeiden kann, bis Allāh für ihn eine Freilassung oder einen Ausweg bestimmt.“

[Adab al-Mufrad no. 889; Ṣaḥīḥ]

Mundhīr ibn Yā’la at-Ṭawrī (raḥimahullāh) hörte Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) sagen:

لا تَنْقَضِي الدُّنْيَا حَتَّى تَكُونَ خُصُومَاتُ النَّاسِ فِي رَبِّهِمْ

„Diese Welt wird nicht untergehen, bis die Menschen sich über deren Gott streiten.“

[al-Lālika’ī, Sharḥ Uṣūl i’tiqād Ahl-l-Ṣunnāh no. 186]

Er (raḥimahullāh) sagte auch:

الْكَمَالُ فِي ثَلَاثٍ : الْفِقْهِ فِي الدِّينِ ، وَالصَّبْرِ عَلَى النَّوَائِبِ ، وَحُسْنِ تَقْدِيرِ الْمَعِيشَة

„Die Vollständigkeit (des Glaubens) ist in drei: Das Verständnis in der Religion, die Geduld bei Schicksalsschlägen und dir Wertschätzung was Allāh dir an Versorgung gegeben hat.“

[Dīnawarī, al-Mujālašh wā’ Jawāhirūl’ Īlm no. 1970]

Und al-Hāfiḍ ibn Jawzī al-Ḥanbālī (raḥimahullāh) verzeichnet, dass ibn al-Ḥanafiyyah einst sagte:

مَنْ كَرُمَتْ نَفْسُهُ عَلَيْهِ ، لَمْ يَكُنْ لِلدُّنْيَا عِنْدَهُ قَدْرٌ

„Wer immer Selbstachtung hat, schenkt den weltlichen Leben keinen Wert.“

[Ṣifāt al-Ṣawfa (1/190)]

al-Hāfiḍ ibn Raǧab al-Ḥanbālī (raḥimahullāh) verzeichnet von ihm eine andere Aussage, das er sagte:

إِنَّ اللَّهَ تَعَالَى جَعَلَ الْجَنَّةَ ثَمَنًا لأَنْفُسِكُمْ ، فَلا تَبِيعُوهَا بِغَيْرِهَا

„Allāh gestaltete das Paradies zum Preis für eure Seelen, so verkauft es nicht für etwas weniger.“

[al-Jamī“ al-Ulūm wā’l Hikam (2/30)]

Die beiden Süßblumen vom Propheten ﷺ und seine beiden Brüder, al-Ḥassan und al-Ḥussāin erkannten seine hervorragende Stellung und die unbeschreibliche Liebe die sein Vater über ihn hegte. Jedoch wusste er, dass die beiden beim Gesandten Allāhs ﷺ vorzüglicher sind und er ihre Rangstufe nicht erreichen konnte. Mit ihnen verbrachte er über 20 Jahren bei ihren Unternehmen und war ein getreue Bruder. Imām Ibn Abī Khaythāmah (raḥimahullāh) hat berichtet, dass Ibn al-Ḥanafiyyah sagte:

الْحَسَنُ وَالْحُسَيْنُ خَيْرٌ مِنِّي ، وَأَنَا أَعْلَمُ بِحَدِيثِ أَبِي مِنْهُمَا

„Ich weiß, dass al-Ḥassan und al-Ḥussāin besser sind als ich, und ich weiß mehr Überlieferungen von meinem Vater als sie beide.“

[Tārikḥ ibn Abī Khaythāmah no.2203]

Einst löste sich ein Streit auf zwischen ihm und seinen Bruder al-Ḥussāin (Allāhs Wohlgefallen auf ihm), aus Gründen von Meinungsverschiedenheiten. Hierauf fing ibn al-Ḥanafiyyah aus Ehrfurcht gegenüber seinem Großen Bruder den Friedensgruß als erstes zu schicken und sagte ihm:

أَبِي وَأَبُوكَ عَلِيُّ بْنُ أَبِي طَالِبٍ ، وَأُمِّي امْرَأَةٌ مِنْ بَنِي حَنِيفَةَ لا يُنْكَرُ شَرَفُهَا فِي قَوْمِهَا ، وَلَكِنَّ أُمَّكَ فَاطِمَةُ بِنْتُ رَسُولِ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ ، وَأَنْتَ أَحَقُّ بِالْفَضْلِ مِنِّي ، فَصِرْ إِلَيَّ حَتَّى تَرَضَّانِي ، فَلَبِسَ الْحُسَيْنُ رِدَاءَهُ وَنَعْلَهُ وَصَارَ إِلَيْهِ فَتَرَضَّاهُ

„Mein Vater und dein Vater ist Alī ibn Abī Ṭālib und meine Mutter ist vom Stamm al-Ḥanafiyyah und die Ehre dieses Stammes wird nicht abgelehnt, doch deine Mutter ist Fatima die Tochter des Gesandten Allāhs ﷺ und du bist im Vorzug besser als ich.“ Dann hat al-Ḥussāin um meine Zufriedenheit gebeten und zog sein Gewand und die Schuhe an und er war bei mir und ich bat ihn auch um seine Zufriedenheit.“

[Bayhāqī, I’tiqād no. 7823]

Sein Ruf wuchs in den Jahren unter dem Volk und unter den Herrschern. Viele Khalifen behandelten ihn auf die beste Weise und ruften andere dazu das gleiche zutun. Bekantlich hat der Amīr Al-Mu’mīnīn Umar ibn al-Khaṭṭāb (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) die Söhne Alīs, al-Hāssan und al-Ḥussāin vor allen anderen Kindern der Muhajirīn wā’l Ansār mit Geschenke bevorzugt, und so auch hat er Ibn al-Ḥanafiyyah vor anderen bevorzugt und ließ ihn nicht mit lehren Händen raus. Umar liebte ihn und befahl mit ihm gütig zu widerfahren. Imām Al-Hāfiḍ aḍ-Ḍhāhabī (raḥimahullāh) verzeichnet:

وَقَدْ قَالَ زَيْدُ بْنُ الْحُبَابِ : ثنا الرَّبِيعُ بْنُ مُنْذِرٍ الثَّوْرِيُّ ، حَدَّثَنِي أَبِي ، سَمِع ابْنَ الْحَنَفِيَّةِ يَقُولُ : دَخَلَ عُمَرُ وَأَنَا عِنْدَ أُخْتِي أُمِّ كُلْثُومٍ ، فَضَمَّنِي ، وَقَالَ : “ أَلْطِفِيهِ بِالْحَلْوَاء

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) sagte: „Umar (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) ist hineingekommen, während ich mit meiner Schwester Umm Kuhltum war. Er umarmte mich und sagte zu ihr: „Unterhalte dich freundlich mit ihm.“

[Tārikḥ al-Islām (5/77)]

Seine Kampfkunst

Während er noch ein Kind war, wurde ihm von seinem Vater das Reiten beigebracht. Er erlangte bald die Beherrschung der Reitkunst. Neben dem Reiten erlernte er die Kampfkunst, dessen Vaters Spezialgebiet war. Er erlernte alle Waffen zu nutzen und war darin sehr begabt. In den folgenden Jahren wurde er zum mächtigsten Krieger ausgebildet. Sein Vater warf ein Blick auf seine militärische Bestrebungen und seine erstaunliche Tapferkeit und war mit Stolz gefüllt. Er war ein geborener Feldherr und der Fahenträger seines Vaters während seiner Regierungszeit. Dazu werden wir später noch eingehen, wie er in der Schlacht von al-Jamal, aš-Ṣiffīn und Naharwand mitwirkte.

Seine Liebe gegenüber den Gefährten

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah zählt genauso wie alle anderen Kinder von Alī ibn Abī Tālib, die die Vorzüge der Ṣaḥāba bezeugen. Er (raḥimahullāh) erwähnt eine menge an Vorzüge von den 3 Khalifen. Die berühmte Überlieferung, ist die welche Imām al-Bukhārī (raḥimahullāh) überliefert hat:

حَدَّثَنَا مُحَمَّدُ بْنُ كَثِيرٍ، أَخْبَرَنَا سُفْيَانُ، حَدَّثَنَا جَامِعُ بْنُ أَبِي رَاشِدٍ، حَدَّثَنَا أَبُو يَعْلَى، عَنْ مُحَمَّدِ ابْنِ الْحَنَفِيَّةِ، قَالَ قُلْتُ لأَبِي أَىُّ النَّاسِ خَيْرٌ بَعْدَ رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم قَالَ أَبُو بَكْرٍ‏.‏ قُلْتُ ثُمَّ مَنْ قَالَ ثُمَّ عُمَرُ‏.‏ وَخَشِيتُ أَنْ يَقُولَ عُثْمَانُ قُلْتُ ثُمَّ أَنْتَ قَالَ مَا أَنَا إِلاَّ رَجُلٌ مِنَ الْمُسْلِمِينَ‏.‏

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) berichtete: „Ich fragte meinen Vater: Wer ist der Beste von den Menschen nach dem Gesandten Allahs ﷺ ?“ Er sagte: „Abū Bakr.“ Ich fragte: „Wer dann?“ Er sagte: „Dann Umar.“ Ich fürchtete er würde sagen Uthmān. Ich fragte: „Und dann du?“ Er sagte: „Ich bin nichts anderes als ein Mann von den Muslimen.“

[Ṣaḥīḥ al-Bukhārī no. 3671]

Und das sagte er zu seinem Sohn, von dem er nichts zu fürchten hatte.

Imām Ibn Abī Shāybah (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا عَبْدُ الرَّحْمَنِ بْنُ مَهْدِيٍّ، عَنْ سُفْيَانَ، عَنْ أَبِيهِ، عَنْ أَبِي يَعْلَى، عَنِ ابْنِ الْحَنَفِيَّةِ، قَالَ: قَالَ عَلِيٌّ: لَوْ سَيَّرَنِي عُثْمَانُ إِلَى صِرَارٍ لَسَمِعْتُ لَهُ وَأَطَعْتُ

Abū Yā’la’ berichtete von Ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) der sagte: Alī (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte: “Hätte Uthmān (ibn Affān) mir befohlen nach Sirār zu gehen, so würde ich hören und gehorchen.”

[Musannāf no. 38854; Ṣaḥīḥ]

Imām al-Hāfiḍ al-Ājjūrī (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا أَبُو بَكْرِ بْنُ أَبِي دَاوُدَ، قَالَ: حَدَّثَنَا يُونُسُ بْنُ حَبِيبٍ، قَالَ: حَدَّثَنَا أَبُو دَاوُدَ يَعْنِي الطَّيَالِسِيَّ، قَالَ: حَدَّثَنَا أَبُو عَوَانَةَ، عَنْ أَبِي بِشْرٍ، عَنْ يُوسُفَ بْنِ سَعْدٍ، قَالَ: قَدِمَ مُحَمَّدُ بْنُ عَلِيٍّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ الْبَصْرَةَ قَالَ: فَحَدَّثَنِي، قَالَ: شَهِدْتُ عَلِيًّا رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ وَهُوَ عَلَى سَرِيرٍ، وَعِنْدَهُ عَمَّارُ بْنُ يَاسِرٍ، وَزَيْدُ بْنُ صُوحَانَ، وَصَعْصَعَةُ، فَذُكِرَ عُثْمَانُ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ قَالَ: وَعَلِيٌّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ يَنْكُتُ فِي الأَرْضِ بِعُودٍ مَعَهُ، فَقَرَأَ: إِنَّ الَّذِينَ سَبَقَتْ لَهُمْ مِنَّا الْحُسْنَى أُولَئِكَ عَنْهَا مُبْعَدُونَ قَالَ: نَزَلَتْ فِي عُثْمَانَ، فَقُلْتُ لِمُحَمَّدِ بْنِ عَلِيٍّ: أَرْوِي هَذَا عَنْكَ؟ قَالَ: نَعَمْ

Yusuf ibn Sād (raḥimahullāh) berichtete: Muḥammād ibn Alī al-Ḥanafiyyah kam nach Basra und berichtete mir: „Ich sah Alī in seinem Bett und bei ihn war Ammār ibn Yāṣir und Zāid ibn Sū’hān und Sasā’a. Er erwähnte Uthmān, und sagte während er auf der Erde mit ein Stück Holz schrieb. Er las (den folgenden Qur’ān Vers): 《Gewiß, diejenigen, an die von Uns (das Versprechen für) die beste Behandlung vorausgegangen ist, sie werden von ihr ferngehalten》(21:101). Er sagte: „Dies ist wegen Uthmān offenbart wurden.“ Ich sagte zu Muḥammād bin Alī: „Soll ich das von dir erzählen?“ Er sagte: „Ja.“

[Aš-Šharīyah no 1507; Ṣaḥīḥ]

Imām al-Hāfiḍ ibn Abī Āsīm (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا أَبُو بَكْرٍ ، ثنا عَبْدُ اللَّهِ بْنُ إِدْرِيسَ ، عَنْ أَبِي مَالِكٍ الأَشْجَعِيِّ ، قَالَ : قُلْتُ لابْنِ الْحَنَفِيَّةِ : أَبُو بَكْرٍ كَانَ أَوَّلَ الْقَوْمِ إِسْلامًا ؟ قَالَ : لا ، قُلْتُ : فِيمَا عَلا وَسَبَقَ ، حتى لا يُذْكَرَ أَحَدٌ غَيْرُ أَبِي بَكْرٍ ؟ قَالَ : كَانَ أَفْضَلُهُمْ إِسْلامًا حَتَّى لَحِقَ بِاللَّهِ عَزَّ وَجَلَّ

Abū Mālik al-Ash’jā’ī (raḥimahullāh) berichtete: Ich befragte (Muḥammād) ibn al-Ḥanafiyyah: „War Abū Bakr (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) der erste, der zum Islām konvertiert ist ?“ Er antwortete: „Nein.“ Ich fragte nochmals: „Wie kann es dann sein, dass er ausgezeichnet und den anderen vorausging, so sehr dass kein anderer erwähnt wird außer Abū Bakr ?“ Er sagte: „Weil er unter allen (Gefährten) der beste von ihnen im Islām war, bis er Allāh, den Allmächtigen getroffen hat.“

[Aš-Ṣunnāh no. 1220; Ṣaḥīḥ]

Imām al-Hāfiḍ al-Ājjūrī (raḥimahullāh) überliefert:

حَدَّثَنَا أَبُو الْقَاسِمِ عَبْدُ اللَّهِ بْنُ مُحَمَّدِ بْنِ عَبْدِ الْعَزِيزِ الْبَغَوِيُّ ، قَالَ : حَدَّثَنَا يَعْقُوبُ بْنُ إِبْرَاهِيمَ ، قَالَ : حَدَّثَنَا يَحْيَى بْنُ أَبِي بُكَيْرٍ ، قَالَ : حَدَّثَنَا زُهَيْرُ بْنُ مُحَمَّدٍ ، عَنْ عَبْدِ اللَّهِ بْنِ مُحَمَّدِ بْنِ عَقِيلٍ ، عَنْ مُحَمَّدِ بْنِ عَلِيٍّ ابْنِ الْحَنَفِيَّةِ ، أَنَّهُ سَمِعَ عَلِيًّا رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ يَقُولُ : قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ : “ أُعْطِيتُ مَا لَمْ يُعْطَ أَحَدٌ مِنَ الأَنْبِيَاءِ “ قُلْنَا : مَا هُوَ يَا رَسُولَ اللَّهِ ؟ قَالَ :  نُصِرْتُ بِالرُّعْبِ ، وَأُعْطِيتُ مَفَاتِيحَ الأَرْضِ ، وَسُمِّيتُ أَحْمَدَ ، وَجُعِلَ التُّرَابُ لِي طَهُورًا ، وَجُعِلَتْ أُمَّتِي خَيْرَ الأُمَمِ

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) berichtete von Alī ibn Abī Tālib (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) der sagte: „Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Mir wurde das gegeben, was vor mir keine anderen Propheten gegeben wurde.“ Wir sagten: „Oh Gesandter Allāhs, was ist das ?“ Er ﷺ sagte: „Mir wurde der Sieg durch Ehrfurcht (in den Herzen meiner Feinde) verliehen, mir wurden die Schlüssel der Erde gegeben, ich wurde Ahmād genannt, mir wurde die Erde zu einem sauberen Ort gemacht (um zu beten und den Tayammum mit ihm zuvollrichten) und meine Ummah (dh. Seine Gefährten) wurde zur besten Ummah gemacht.“

[Aš-Šharīyah no. 1061; Ḥasan]

Ereignisse während des Kalifats von seinem Vater, bis hin zu den Umayyaden

Im Jahre 34 nach der Hijra brach in der zweiten Hälfte der Amtzeit von Uthmān ibn Affān innere Unruhen im islamischen Reich. Dies war die erste große Fitnah (Versuchungen) in der islamischen Gemeinde, in der Muslime gegen Muslime zu den Waffen griffen. Die Aufständigen tauchten aus vielen Ländern heraus und planten gegen Uthmān vorzugehen. Ihre Motiven waren unterschiedlich, doch waren sie sich alle einig Uthmān ins Jenseits zu befördern. Eine wichtige Rolle spielt Abdullāh ibn Saba, der Religionsbegründer der Schiiten, der darum kämpfte das Blut Uthmān zu legaliseren und zwichen den Ṣaḥāba ein Bürgerkrieg schürte. Er verbreitete eine verdorbene Dawa-Arbeit; heimtückisch, schrittweise und effektiv. Zuerst machte er dies Heimlich dann Öffentlich. Er suchte wichtige Städte des Reiches auf und gründete in jeder Stadt einen Geheimbund. Dafür wählte er Männer aus, die gern auf ihn hörten und es gelang ihm, mehrere Gefolgsleute um sich zu sammeln. In Ägypten, Basra und Kufa zogen dann mehrere Tausend Mitglieder dieser Aufständigen zum Kalifensitz al-Madinah. Sie belagerten das Haus von Uthmān 40 Tage lang. In dieser Zeit versuchte Uthmān eine friedliche Lösung zufinden, ohne jedoch Erfolg zuhaben. Ibn al-Ḥanafiyya (raḥimahullāh) hat all diese geschenisse miterlebt. Er war zu diesem Zeitpunkt mit seinem Vater an einem anderen Ort. Sein Vater versuchte alles mögliche zutun um Uthmān zu beschützen. Dafür opferte er seine Söhne al-Ḥassan und al-Ḥussāin für Uthmān. Schließlich drangen seine Mörder in seinem Haus und töteten ihn aufs brutalste Weise. Im Jahre 35 nach der Hijra wurde der dritte rechtgeleitete Khalif zum Märtyrer gekrönt.

Die Nachricht dieser Tragödie verbreitete sich wie ein Blitzschlag. Der Mord Uthmāns machte Epoche, wie kaum ein anderes Ereignis der islamischen Geschichte. Alle unter den Gläubigen waren wie von einem Hammer erschlagen und Tränen flossen über Uthmān als sie diese Blutorgie sahen. Imām ibn Shabbāh al-Baṣrī (raḥimahullāh) überliefert, dass Muḥammad ibn al-Ḥanafiyyah zum Zeitpunkt des Todes von Uthmān gesagt hat:

سَمِعْتُ أَبِي وَرَفَعَ يَدَيْهِ حَتَّى يُرَى بَيَاضُ إِبْطَيْهِ ، وَقَالَ : “ اللَّهُمَّ الْعَنْ قَتَلَةَ عُثْمَانَ فِي الْبَرِّ وَالْبَحْرِ وَالسَّهْلِ وَالْجَبَلِ . “ ، ثَلاثًا يُرَدِّدُهَا

Ich hörte meinen Vater, während er die Hände hochhielt, so dass man das weiße an seinen Achselhöhlen sehen konnte sagen: „O Allāh, verfluche die Mörder Uthmān auf dem Land, in den Bergen, in den Tälern und auf dem Meer.“ Und dies Widerholte er dreimal.

[Tārikḥ al-Mādinah no. 2110]

Nachdem Verbrechen beanspruchte einer dieser Anführer der Aufständigen das Amt des Kalifats. Der Großteil der Aufständigen wollten jedoch einen respektablen Mann als Khalifen. Sie suchten sich viele Gefährten auf, die sich mit dem Amt bekleiden sollten. Keiner der Gefährten nahm diese Bürde auf sich. Die Aufständigen wurden wütend und gaben den Muslimen 3 Tage Zeit einen neuen Khalifen auf die Beine zu stellen, ansonsten werden sie mit dem Tod heimgesucht. Die Muhajirīn wā’l Ansār versuchten dann einen neuen Khalifen zu stellen und berieten sich wer dafür am besten geeignet ist. Sie alle wollten Alī ibn Abī Ṭālib (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) als den neuen Khalifen und fanden ihn geeigneter als alle anderen. Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) berichtete uns über den Treueeid an seinem Vater.

Imām Ahmād ibn Hanbāl (raḥimahullāh) überliefert:

قثنا قثنا إِسْحَاقُ بْنُ يُوسُفَ ، قثنا عَبْدُ الْمَلِكِ يَعْنِي ابْنَ أَبِي سُلَيْمَانَ ، عَنْ سَلَمَةَ بْنِ كُهَيْلٍ ، عَنْ سَالِمِ بْنِ أَبِي الْجَعْدِ ، عَنْ مُحَمَّدِ ابْنِ الْحَنَفِيَّةِ ، قَالَ : “ كُنْتُ مَعَ عَلِيٍّ ، وَعُثْمَانُ مَحْصُورٌ ، قَالَ : فَأَتَاهُ رَجُلٌ ، فَقَالَ : إِنَّ أَمِيرَ الْمُؤْمِنِينَ مَقْتُولٌ ، ثُمَّ جَاءَ آخَرُ ، فَقَالَ : إِنَّ أَمِيرَ الْمُؤْمِنِينَ مَقْتُولٌ السَّاعَةَ ، قَالَ : فَقَامَ عَلِيٌّ ، قَالَ مُحَمَّدٌ : فَأَخَذْتُ بِوَسَطِهِ تَخَوُّفًا عَلَيْهِ ، فَقَالَ : خَلِّ لا أُمَّ لَكَ ، قَالَ : فَأَتَى عَلِيٌّ الدَّارَ ، وَقَدْ قُتِلَ الرَّجُلُ ، فَأَتَى دَارَهُ فَدَخَلَهَا ، وَأَغْلَقَ عَلَيْهِ بَابَهُ ، فَأَتَاهُ النَّاسُ فَضَرَبُوا عَلَيْهِ الْبَابَ ، فَدَخَلُوا عَلَيْهِ ، فَقَالُوا : إِنَّ هَذَا الرَّجُلَ قَدْ قُتِلَ وَلا بُدَّ لِلنَّاسِ مِنْ خَلِيفَةٍ ، وَلا نَعْلَمُ أَحَدًا أَحَقَّ بِهَا مِنْكَ ، فَقَالَ لَهُمْ عَلِيٌّ : “ لا تُرِيدُونِي ، فَإِنِّي لَكُمْ وَزِيرٌ خَيْرٌ مِنِّي لَكُمْ أَمِيرٌ ، فَقَالُوا : لا وَاللَّهِ مَا نَعْلَمُ أَحَدًا أَحَقَّ بِهَا مِنْكَ ، قَالَ : فَإِنْ أَبَيْتُمْ عَلَيَّ ، فَإِنَّ بَيْعَتِي لا تَكُونُ سِرًّا ، وَلَكِنْ أَخْرُجُ إِلَى الْمَسْجِدِ فَمَنْ شَاءَ أَنْ يُبَايِعَنِي بَايَعَنِي ، قَالَ : فَخَرَجَ إِلَى الْمَسْجِدِ فَبَايَعَهُ النَّاسُ

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) sagte: „Ich war mit Alī, während Uthmān belagert wurde in seinem Haus. Ein Mann kam ihm entgegen und sagte ihm: „Āmīr al-Mū‘mīnīn wird getötet.“ ein anderer Mann kam und sagte: „Āmīr al-Mū‘mīnīn wurde jetzt getötet.“ so stand Alī auf, um zu gehen, aber ich packte ihn am Gürtel – aus Angst um ihn. Alī sagte: „Lass mich gehen!“ so ging er zu dem Haus und sah ihn dann tot liegend, danach ging er zurück zu seinem Haus und schloss die Tür hinter sich zu. Dann kamen die Menschen zu ihm und begannen an seiner Tür zu klopfen und traten dann zu ihm ein, sie sagten zu Alī: „Der Mann wurde getötet und die Menschen brauchen einen Kalifen, wir kennen niemand der es mehr verdient hat als du.“ Er antwortete: „Kommt nicht zu mir, ich bin besser ein Berater, als dass ich euer Führer bin.“ Sie sagten: „Nein, bei Allāh, wir kennen niemanden der es mehr verdient hat.“ Er sagte: „Wenn ihr darauf besteht, so muss mein Treueeid in der Öffentlichkeit getan werden nicht im Verborgenen. Ich werde in die Moschee gehen und wer immer sich wünscht mir die den Treueschwur anzubieten, könne dies tun.“ So ging er in die Moschee und die Leute gaben ihm den Treueschwur.“

[Fadhā’il aš-Sahabāh no. 838; Ṣaḥīḥ]

An einem Samstag den 19. Dhū-l-Hijjrāh‘ im Jahre 35 nach der Hijra wurde sein Vater zum neuen Khalifen gemacht. Sofort ordnete er an, alle Gouverneure die Uthmān ernannte, abzusetzen und neue anzusetzen. Einige Gefährten rieten ihm jedoch von seinem übereiltem Vorgehen ab. Alī schenkte dem Rat kein Gehör. Danach trafen die Gefährten des Gesandten Allāhs ﷺ mit Alī und verlangten, dass er die Strafe an die Mörder Uthmān verhänge. Er entschuldigt sich von dieser Bitte mit der Begründung, dass die Mörder immernoch ihre Anhänger und Helfer hinter sich hätten und deshalb erst seine Herrschaft erst stabilisieren möchte. Mit dieser Antwort verärgerte er viele Gefährten. Deshalb verbreitete sich das Übel und die Situation wurde immer schlimmer. Seine Herschaft war geprägt mit vielen Streitereien und Meinungsverschiedenheiten. An der Spitze trat so der Gouverneur von aš-Ṣhām Mu’āwiyah ibn Abī Sufyān (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) als Bluträcher seines Vetter Uthmān. Er wollte Alī erst die Treueschwur leisten, wenn er die Mörder Uthmān zu Strecke bringt. Seine Verweigerung der Huldigung an den neuen Khalifen veranlasste Alī, sich zu einem Kriegszug gegen ihm zu rüsten. Doch dazu kam es nicht, da sich in Mekka die Ehefrau des Propheten ﷺ Āīsha (Allāhs Wohlgefallen auf ihr) sich gegen die Mörder Uthmān erhoben hat. Zu ihr stießen Talha, az-Zubāir und andere Gefährten und machten sich unterwegs das Blut Uthmān zu sühnen. Mit bewaffnetem Anhang durchquerten sie die Lagerstädte am Euphrat, Basra und Kufa und forderten die Abgabe dieser Mörder. Viele Diskussion und leichte Kämpfe fanden statt. Jedoch mit Erfolg und Anstrengungen ließen sie viele Mörder von Uthmān enthaupten. Al-Basra war nun in den Händen der Armee Āīsha. Die Nachricht erreichte Alī und der drohende Verlust des Irak zwang ihm zum schnellen handeln.

Sofort rüstete er seine Armee und ernannte die Befehlshabern. Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah wurde zur dieser Zeit zum Fahenträger bestimmt. Als Alī Dū-Qār erreichte, sandte er al-Qa’Qa ibn Amr (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) nach Basra um sich mit der Armee Āīsha zu treffen. Er schickte ihnen eine Botschaft der Liebe und Einheit. Al-Qa’Qa ging nach Basra und traf sich mit Āīsha. Nach Stunden Diskussion waren sie sich alle auf Frieden einig. Āīsha schrieb Alī, dass sie kommen werde um den Frieden zu schließen. So waren beide Seiten erfreut. Am Morgen brach Alī auf und traf sich persönlich mit Talha und az-Zubāir (Allāhs Wohlgefallen auf ihnen) und Sie alle versuchten die Lage zu verbessern. Nach langer Verhandlung, waren sie dem Frieden zugeneigt.

Die Mörder Uthmān, die sich in der Armee aufhielten waren darüber empört und wussten nun das ihr Ende nahe ist. Sie beriefen eine Versammlung um den Frieden zu brechen. Die Nacht kam heran und beide Heere lagen Glücklich in tiefem Schlaf. Aber Abdullāh Ibn Saba und seine Helfer waren die ganze Zeit über wach. Jetzt sahen sie ihre letzte Gelegenheit gekommen und die wollten sie sich nicht entgehen lassen. Sie benutzen ihre Schwerter und töteten freimütig jene, welche ihnen am nächsten waren. Das Ergebnis war, dass ein erbitterter Kampf zwichen beiden Parteien entbrannte. Einige sagten, dass die Leute aus Kufa und die Männer Alī sie betrogen hätten. Andere machten die Leute von Āīsha verantwortlich. Alī ibn Abī Ṭālib versuchte seine Männer zu verhindern, doch sie hörten nicht auf ihn. Alle Männer wachten abrupt auf und griffen zu den Waffen. Es war ein erbitterte Schlacht und all dies weil die Mörder Uthmān sie getäuscht haben.

Imām Abdullāh ibn Ahmād (raḥimahullāh) verzeichnet:

حَدَّثَنِي حَدَّثَنِي أَبِي ، قَالَ : ثنا أَبُو مُعَاوِيَةَ ، قَالَ : ثنا أَبُو مَالِكٍ الأَشْجَعِيُّ ، عَنْ سَالِمِ بْنِ أَبِي الْجَعْدِ ، عَنْ مُحَمَّدِ ابْنِ الْحَنَفِيَّةِ ، قَالَ : بَلَغَ عَلِيًّا رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ أَنَّ عَائِشَةَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهَا تَلْعَنُ قَتَلَةَ عُثْمَانَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ فِي الْمِرْبَدِ ، قَالَ : فَرَفَعَ يَدَيْهِ حَتَّى بَلَغَ بِهِمَا وَجْهَهُ ، فَقَالَ : وَأَنَا أَلْعَنُ قَتَلَةَ عُثْمَانَ ، لَعَنَهُمُ اللَّهُ فِي السَّهْلِ وَالْجَبَلِ ، قَالَ : مَرَّتَيْنِ أَوْ ثَلاثٍ

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) berichtete: Alī (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) erreichte, dass Āīsha die Mörder von Uthmān in al-Mārbad (In der Nähe Basra) verflucht. Und er hob seine Hände, bis es sein Gesicht erreichte und sagte: „Und ich verfluche die Mörder von Uthmān, möge Allāh sie in den Tälern und den Bergen verfluchen.“ Dies sagte er zwei-oder dreimal.“

[Fadhā’il Aš-Sahabāh no. 17; Ṣaḥīḥ]

Imām al-Hāfiḍ al-Bayhāqī (raḥimahullāh) überliefert:

أَخْبَرَنَا أَخْبَرَنَا أَبُو الْحُسَيْنِ بْنِ بِشْرَانَ الْعَدْلُ ، بِبَغْدَادَ ، أَنْبَأَ أَبُو جَعْفَرٍ مُحَمَّدُ بْنُ عَمْرٍو الرُّزَازُ ، ثَنَا يَحْيَى بْنُ جَعْفَرٍ ، ثَنَا وَهْبُ بْنُ جَرِيرٍ ، ثَنَا جُوَيْرِيَةُ بْنُ أَسْمَاءَ ، قَالَ : أُرَاهُ عَنْ يَحْيَى بْنِ سَعِيدٍ ، قَالَ : حَدَّثَنِي عَمِّي ، أَوْ عَمٌّ لِي ، قَالَ : لَمَّا تَوَاقَفْنَا يَوْمَ الْجَمَلِ ، وَقَدْ كَانَ عَلِيٌّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ حِينَ صَفَّنَا ، نَادَى فِي النَّاسِ : لا يَرْمِيَنَّ رَجُلٌ بِسَهْمٍ ، وَلا يَطْعَنُ بِرُمْحٍ ، وَلا يَضْرِبُ بِسَيْفٍ ، وَلا تَبْدَأُوا الْقَوْمَ بِالْقِتَالِ ، وَكَلِّمُوهُمْ بِأَلْطَفِ الْكَلامِ ، وَأَظُنُّهُ قَالَ : فَإِنَّ هَذَا مَقَامٌ مَنْ فَلَجَ فِيهِ فَلَجَ يَوْمَ الْقِيَامَةِ ، فَلَمْ نَزَلْ وُقُوفًا حَتَّى تَعَالَى النَّهَارُ ، حَتَّى نَادَى الْقَوْمُ بِأَجْمَعِهِمْ : يَا ثَارَاتِ عُثْمَانَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ ، فَنَادَى عَلِيٌّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ مُحَمَّدَ بْنَ الْحَنَفِيَّةِ ، وَهُوَ إِمَامُنَا وَمَعَهُ اللِّوَاءُ ، فَقَالَ : يَا ابْنَ الْحَنَفِيَّةِ ، مَا يَقُولُونَ ؟ فَأَقْبَلَ عَلَيْنَا مُحَمَّدُ بْنُ الْحَنَفِيَّةِ ، فَقَالَ : يَا أَمِيرَ الْمُؤْمِنِينَ ، يَا ثَارَاتِ عُثْمَانَ ، فَرَفَعَ عَلِيٌّ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهُ يَدَيْهِ ، فَقَالَ : اللَّهُمَّ كُبَّ الْيَوْمَ قَتَلَةَ عُثْمَانَ لِوُجُوهِهِمْ .

Yahyā ibn Sā’id al-Ansārī (raḥimahullāh) berichtete von seinem Onkel, der sagte: „Als wir in der Kamelschlacht teilgenommen haben, bildete Alī unsere Reihen (bevor sie sich aufeinandertrafen, in der Schlacht) und hat angekündigt: „Niemand sollte (der erste sein), der Pfeile schießt, oder mit einem Speer angreift oder mit dem Schwert zuschlägt. Beginnt nicht die Feindseligkeiten und spricht freundlich mit ihnen, (weil sie auch Muslime sind).“ Ich denke, dass er auch sagte: „Wer erfolgreich ist bei dieser Gelegenheit, der wird am Tag der Auferstehung erfolgreich sein.“ Wir standen dann wie folgt, bis der Tag deutlich vorangeschritten hatte und die Leute (der anderen Armee) alle (zueinander) schreien: „O ihr Rächer Uthmāns (bereitet euch vor).“ Dann forderte Alī, dass Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) vor uns steht und die Flagge trägt. Er fragte: „O Ibn al-Ḥanafiyyah! Was sagen sie?“ Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah kam dann auf uns zu und sagte: „O Āmīr Al-Mū’mīnīn! Sie schreien: „O Ihr Rächer von Uthmān!“ Alī hob dann die Hände und betete: „O Allāh! Lass die Mörder von Uthmān, platt auf ihren Gesichtern fallen.“

[Sunan al-Kubra no. 15391]

Nach längerer Zeit errangen Alīs Truppen den Sieg. Talha und az-Zubāir fielen in der Schlacht. Āīsha wurde unverletzt aus dem Sitz ihres Kamels genommen, mit aller Hochachtung, die ihr gebührte. Alī befahl hierauf sofort seine Kommandanten, wie Umar Ibn Alī, Muḥammād Ibn al-Ḥanafiyyah, al-Ḥassan und al-Ḥussāin, Abdullāh Ibn Jā’far und Ammār ibn Yāṣir sicherzustellen, dass die Mutter der Gläubigen nicht verletzt wurde. Anschließend stabilisierte Alī seine Herrschaft in Irak und viele entboten erneut ihre Treue zu ihm. Nun wollte er den Kampf gegen Mu’āwiyah und die Syrier aufnehmen. Da Verhandlungen zu keinem Ergebnis führten, trafen sie sich in Ṣīffīn, am mittleren Euphrat aufeinander. Dies war die größte und schlimmste Schlacht zwichen den Muslimen. Es gab zwichen den beiden Parteien 90 Schlachten in 110 Tagen. Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) nahm an dieser Schlacht teil. Er hatte an jenen Tag eine Große Anzahl von Kriegern bei sich und wollten die Gegenspielers angreifen. Ubāidullāh ibn Umar ibn al-Khaṭṭāb, ein Befehlshaber von Mu’āwiyah, rückte mit einer noch stärkeren Streitmacht herran. Schlimm wurde an diesem Tag gekämpft und das ganze Schlachtfeld wurde Blutbeströmt, so das man es von einer weiten Enfernung riechen konnte. Ubāidullāh forderte Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah zu einem Schwertkampf heraus und Muḥammād nahm die Herausforderung an. Er war dabei zu gehen, jedoch intervenierte sein Vater und nahm ihn zurück.

Nach wochenlangen Gemetzel und heftigen Gefechten kamen die beiden Parteien schließlich überein, den Konflikt durch zwei neutrale Schiedsrichter entscheiden zulassen, wo bei sie sich vom Buche Allāhs leiten lassen. Der Schiedsspruch hat in Alīs Reihen einen heftigen Protest hervorgerufen. Viele seiner Anhänger betrachten es als Verstoß gegen den göttlichen Gebot, dass er Menschen zu Richter ernennt. Als er nach seiner Rückkehr von Ṣīffīn nach Kufa einmarschierte, verließen die Gedemütigten in Scharen die Lagerstädte al-Basra und Kufa und sammelten sich in Naharwand. Sie erhebten sich gegen den Khalifen und wurden zu Khawarīj. Sie verlangten von Alī das Eingeständnis, dass er eine Akt des Unglaubens begangen habe, und forderten die Rücknahme seiner Entscheidung. Nachdem die Khawarīj viele Gräueltaten an die Muslime verübten, antwortete Alī ihnen zur Schlachtung. In der Schlacht von Naharwand, wo Ibn al-Ḥanafiyyah mitmachte, wurden die Khawarīj allesamt vernichtet. Im Jahre 40 nach der Hijra, fiel Alī am Tor der Moschee in Kufa dem Anschlag eines verfluchten Kharjī Aburrahmān ibn Muljām al-Muradī zum Opfer, der das Gemetzel an den Khawarij bei Naharwand rächen wollte.

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) schildert uns über die Ermordung seines Vaters:

وَاللَّهِ إِنِّي لأُصَلِّي اللَّيْلَةَ الَّتِي ضُرِبَ عَلِيٌّ فِيهَا فِي الْمَسْجِدِ الأَعْظَمِ ، فِي رِجَالٍ كَثِيرٍ مِنْ أَهْلِ الْمِصْرِ يُصَلُّونَ قَرِيبًا مِنَ السُّدَّةِ ، مَا هُمْ إِلا قِيَامٌ وَرُكُوعٌ وَسُجُودٌ ، وَمَا يَسْأَمُونَ مِنْ أَوَّلِ اللَّيْلِ إِلَى آخِرِهِ ، إِذْ خَرَجَ عَلِيٌّ لِصَلاةِ الْغَدَاةِ ، فَجَعَلَ يُنَادِي : “ أَيُّهَا النَّاسُ ، الصَّلاةَ ، الصَّلاةَ “ ، فَمَا أَدْرِي : أَخَرَجَ مِنَ السُّدَّةِ فَتَكَلَّمَ بِهَذِهِ الْكَلِمَاتِ ، أَوْ نَظَرْتُ إِلَى بَرِيقِ السَّيْفِ ، وَسَمِعْتُ قَائِلا يَقُولُ : الْحُكْمُ لِلَّهِ لا لَكَ يَا عَلِيُّ ، وَلا لأَصْحَابِكَ فَرَأَيْتُ سَيْفًا ، ثُمَّ رَأَيْتُ نَاسًا ، وَسَمِعْتُ عَلِيًّا ، يَقُولُ : “ لا يَفُوتَنَّكُمُ الرَّجُلُ “ وَشَدَّ النَّاسُ عَلَيْهِ مِنْ كُلِّ جَانِبٍ ، فَلَمْ أَبْرَحْ حَتَّى أُخِذَ ابْنُ مُلْجَمٍ ، وَأُدْخِلَ عَلَى عَلِيٍّ ، فَدَخَلْتُ فِيمَنْ دَخَلَ مِنَ النَّاسِ ، فَسَمِعْتُ عَلِيًّا ، يَقُولُ : النَّفْسُ بِالنَّفْسِ ، إِنْ هَلَكْتُ فَاقْتُلُوهُ كَمَا قَتَلَنِي ، وَإِنْ بَقِيَتُ رَأَيْتُ فِيهِ رَأْيِي.

„Bei Allāh, in dieser Nacht, an dem Alī (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) erschlagen wurde, betete ich in der Großen Moschee mit einer Vielzahl der Leute der Stadt. Sie beteten nahe an der Tür, Stehend, verbeugend und niederwerfend, und sie waren von Anfang der Nacht bis zum Ende nicht Müde geworden. Als Alī für das Fajr Gebet herauskamm, begann er zurufen: „O ihr Leute, as-Ṣalāḥ as-Ṣalāḥ (Das Gebet, das Gebet).“ Ich weiß aber nicht, ob er aus der Tür gekommen ist und diese Wörter gesagt hat oder nicht, jedoch habe ich die Funkeln des Schwertes gesehen und hörte (folgende Worte): „Das Urteil obliegt Allāh, Oh Alī, nicht für dich, weder für deine Gefährten.“ Dann sah ich ein Schwert und ein weiteres Schwert (auf ihm zukommen). Sodann hörte ich Alī sagen: „Lasst den Mann nicht entkommen.“ Anschließend lief das ganze Volk ihm von allen Seiten hinterher und bald wurde Ibn Muljām (Möge Allāh ihn verfluchen) geschnappt und zu Alī gebracht. Ich war unter denjenigen Leuten die hineingekommen sind und ich Alī sagen hörte: „Ein Leben für ein Leben. Wenn ich sterbe, so tötet ihn so, wie er mich getötet hat, wenn ich jedoch noch lebe, so werde ich schauen wie ich mit ihm verfahre.“

[aṭ-Ṭabarī, Tahḏīb al-Āthar no. 1396]

Er wies seine Söhne al-Ḥassan und al-Ḥussāin, gütig zu ihrem Bruder Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah zu sein. Wir entnehmen eine Überlieferung welche aṭ-Ṭabarī (raḥimahullāh) verzeichnet hat, dass Alī ibn Abī Tālib (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) seinen Sohn Ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) sagte:

وأوصيك بتوقير أخويك لعظيم حقهما عَلَيْك ، فاتبع أمرهما ، وَلا تقطع أمرا دونهما ، ثُمَّ قَالَ : أوصيكما بِهِ ، فإنه شقيقكما وابن أبيكما ، وَقَدْ علمتما أن أباكما كَانَ يحبه ،

„Ich rate dir, deine beiden Brüder (al-Ḥassan und al-Ḥussāin) bzgl. ihre hohen Rechte über dir zu würdigen. Folge ihnen und entscheide über nichts, ohne sie (voher) zu befragen.“ Dann sagte er (zu al-Ḥassan und al-Ḥussāin): „Ich rate euch beide auf ihn aufzupassen, weil er der Sohn eures Vaters ist und ihr wisst, dass euer Vater ihn (sehr) liebt.“

[Tārikḥ aṭ-Ṭabarī (5/147)]

Zwei Tage nach dem Attentat erlag sein Vater an seinen Verletzungen.

Sein Bruder al-Ḥassan ibn Alī (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) wurde zum nächsten Khalifen der Muslime bestimmt. Nun war aber Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah kein Fahenträger mehr, sondern ein unter seinen getreuen Kriegern. Um al-Ḥassan scharten sich in Kufa zahlreiche Anhänger die kampfbereit waren gegen Mu’āwiyah und seine Heranrückenden Heerscharen zu messen. Zum Kampf kam es jedoch nicht, denn in dieser und auch in anderen Situationen zeigte al-Ḥassan, dass er Frieden dem Krieg vorzog. Er wollte unter allen Umständen das Blut der Muslime bewahren. al-Ḥassan schrieb an Mu’āwiyah, dass er unter bestimmten Bedingungen seine Amtzeit aufgibt. Würden diese Bedingungen erfüllt, so würde er das Khalifat an Mu’āwiyah abtreten um weiteres Blutvergießen unter den Muslimen zu verhindern. Der Frieden wurde unter diesen Bedingungen geschlossen. Nachdem Mu’āwiyah seinen Einzug in Kufa gehalten hatte, erschien al-Ḥassan und leistete in der Moschee öffentlich sein Verzicht auf das Kalifat zugunsten Mu’āwiyah. Er gab ihm den Treueschwur, so wie al-Ḥussāin und Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah und weitere folgten. Mu’āwiyah wurde nun zum rechtmäßigen Khalifen ernannt und die Muslime vereinten sich nach so langen Jahren wieder. Die Muslime konnten sich nun auf die Dawa konzentrieren und der Jihad wurde wieder geöffnet.

Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah besuchte oft Mu’āwiyah in Syrien mit seinen Brüdern al-Ḥassan und al-Ḥussāin. Und Mu’āwiyah war Gastfreundlich zu ihnen und beschenkte sie. Unteranderem war Ibn al-Ḥanafiyyah 19 Jahre lang ein Soldat von Mu’āwiyah, welche den Jihad in Griechenland ausübte. Einst schickte der römische Kaiser zwei seiner stärksten Athleten zu Mu’āwiyah um sich mit den stärksten Athlet der Muslime zu messen. Mu’āwiyah beriet sich mit Amr ibn al-Ās wenn sie als den Stärksten erachten. Sie fanden Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah als den geeigneten. Unmittelbar bat Amr an Ibn al-Ḥanafiyyah die Herausforderung anzutreffen. Er nahm die Herausforderung an. Mu’āwiyah sammelte sogleich alle Würdenträgern des Staates. Der stärkste Römer ging ins Felde und kam Angesicht zu Angesicht mit Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah. Der Römer war sich seiner Stärke bewusst und rechnete damit den römischen Stadt Ruhm zu bringen. Ibn al-Ḥanafiyya sagte ihm, er solle mit volle Kraft seine Hand nehmen und versuchen ihm an seinem jetzigen Platz wegzuziehen. Der Römer nahm die Hand ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh), doch trotz seiner besten Anstrengungen konnte er nicht ihm von seinem Platz wegziehen. Der Römer erkannte seine Schwäche, obwohl er zu den besten Athleten gehörte. Danach nahm Muḥammād seine Hand und hat ihn sofort von seinem Platz mit einen Ruck gehoben, hat ihn in der Luft gehalten und hat ihn dann auf dem Boden geworfen. Mu’āwiyah war darüber sehr erfreut und die Leuten beklachten die Stärke von ibn al-Ḥanafiyyah. Er (raḥimahullāh) brachte Ehrungen für die Muslime und erniedrigte den römischen Kaiser.

Im Jahre 60 nach der Hijra starb Mu’āwiyah und sein Sohn Yazīd wurde sein Nachfolger. Während dieser Herrschaft ereignete sich das Massaker von Karbala, wo al-Ḥussāin (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) ermordet wurde. Ibn al-Ḥanafiyya hat ihm schon zuvor eindringlich geraten nicht nach al-Kufa zu gehen, da diese Leute seinen Vater viele Schwierigkeiten und verrat brachten. Die Fitnah fanden nach dem Tod al-Ḥussāin wieder statt und viele Erhoben sich gegen Yazīd. Der Grund war der, dass sie Yazīd nicht mehr als Kalifen anerkannten. Es kursierte, dass er Alkohol trank und seine Gebete vernachlässigte. Als Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah gebeten wurde, seine Zusage der Treue zu brechen, die er Yazīd geschworen hatte, lehnte Er es strikt ab und er Unterstütze Yazīd, Er argumentierte und diskutierte mit ihnen und widerlegt die Behauptungen er trank Alkohol und hätte seine Gebete eingestellt. Schon damals schwor er in Ṣīffīn niewieder das Schwert gegen die Muslime zu ziehen.

al-Hāfiḍ ibn Kaṯīr (raḥimahullāh) schreibt, dass Nafi’ī, den Schüler von Ibn Umar sagte:

لما رجع أهل المدينة من عند يزيد مشى عبد الله بن مطيع وأصحابه إلى محمد بن الحنفية فأرادوه على خلع يزيد فأبى عليهم، فقال ابن مطيع: إن يزيد يشرب الخمر ويترك الصلاة ويتعدّى حكم الكتاب. فقال لهم: ما رأيت منه ما تذكرون، وقد حضرته وأقمت عنده فرأيته مواظباً على الصلاة متحرياً للخير يسأل عن الفقه ملازماً للسنة، قالوا: فإن ذلك كان منه تصنّعاً لك. فقال: وما الذي خاف مني أو رجا حتى يظهر إليّ الخشوع ؟ أفأطلعكم على ما تذكرون من شرب الخمر؟ فلئن كان أطلعكم على ذلك إنكم لشركاؤه، وإن لم يكن أطلعكم فما يحل لكم أن تشهدوا بما لم تعلموا. قالوا: إنه عندنا لحق وإن لم يكن رأيناه. فقال لهم أبى اللـه ذلك علـى أهل الشهادة، فقال { إلا من شهد بالحق وهم يعلمون } ولست من أمركم في شيء، قالوا: فلعلك تكره أن يتولى الأمر غيرك فنحن نولّيك أمرنا. قال: ما استحل القتال على ما تريدونني عليه تابعاً ولا متبوعاً، فقالوا: فقد قاتلت مع أبيك، قال: جيئوني بمثل أبي أقاتل على مثل ما قاتل عليه، فقالوا: فمر ابنيك أبا القاسم والقاسم بالقتال معنا، قال: لو أمرتهما قاتلت. قالوا: فقم معنا مقاماً نحض الناس فيه على القتال، قال: سبحان الله!! آمر الناس بما لا أفعله ولا أرضاه إذاً ما نصحت لله في عباده قالوا: إذاً نكرهك. قال: إذا آمر الناس بتقوى الله ولا يرضون المخلوق بسخط الخالق، وخرج إلى مكة

„Als die Leute von al-Mādinah von Yazīd zurückkehrten, gingen Abdullāh bin Muti‘ī (Allāhs Wohlgefallen auf) und seine Gefährten zu Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh). Sie wollten, dass Muḥammad ihnen zustimmte, Yazīd abzusetzen, aber Muḥammād verweigerte dies. Ibn Muti’ī sagte: “Yazīd trinkt Alkohol, betet nicht und ignoriert die Regeln des Buches.“ Muḥammād antwortete ihm: “Ich habe niemals etwas von dem gesehen, was du behauptest. Ich kam zu ihm und blieb eine Weile bei ihm, und ich sah, dass er seine Gebete einhielt, versuchte, Gutes zu tun, über Rechtsprechung zu fragen und sich an die Ṣunnāh hält.“ Sie sagten: “Er tat dies!“ Muḥammād antwortete: “Und warum fürchtete er sich dann vor mir oder wollte mir gefallen, sodass er mir gegenüber Frömmigkeit zeigte? Zeigte er das, was ihr über ihn sagt, dass er Alkohol trinkt? Wenn er es tat, dann seid ihr seine Partner, und wenn er es nicht tat, dann ist es unrechtmäßig für euch, zu bezeugen, was ihr nicht wisst.“ Sie sagten: “Es ist die Wahrheit für uns, selbst wenn wir es nicht gesehen haben.“ Muḥammād sagte: “Allāh lehnte dies von den Zeugen ab. Allāh sagt: 《Außer für jene, die mit Wahrheit bezeugen, und sie wissen》und ich habe mit euch nichts mehr zu tun.“ Sie sagten: “Vielleicht magst du es nicht, wenn jemand außer dir selber die Kontrolle hat, jedoch geben wir dir unsere Anführerschaft.“ Er sagte: “Ich mache diesen Kampf nicht rechtmäßig für mich, weder als Führer noch als Verfolger.“ Sie sagten: “Aber du kämpftest mit deinem Vater!“ Er antwortete: “Gib mir jemanden wie meinen Vater, der das bekämpft, was mein Vater bekämpfte.“ Sie fragten: “Dann befiel deinen Söhnen Abū al-Qāsim und al-Qāsim, mit uns zu kämpfen.“ Er sagte: “Ich würde kämpfen, wenn ich es ihnen befehlen würde.“ Sie sagten: “Zumindest hilf uns, die Leute zum Kämpfen zu bewegen.“ Er sagte: “Gepriesen sei der Herr! Wollt ihr mir befehlen, dass ich den Leuten befehle, was ich nicht tue und nicht akzeptiere? Ich hätte damit Allāhs Dienern nicht geraten, um Allāhs Willen zu kämpfen.“ Sie antworteten: “Daher werden wir dich zwingen.“ Er sagte: “Dann werde ich den Leuten befehlen, Allāh zu fürchten und nicht eine Seiner Kreaturen glücklich zu machen auf die Kosten des Zornes des Schöpfers.“ Dann ging Muḥammād nach Mekka.“

[Al-Bidayāh wā’n Nihāyah (8/236); Ḥasan]

Nachdem al-Ḥussāin ibn Alī getötet wurde, verkündete Abdullāh ibn az-Zubāir (Allāhs Wohlgefallen auf ihm) in Mekka offen, dass er Yazīd nicht als Kalifen anerkennt. Daraufhin begannen die Leute im Geheimen Abdullāh ibn az-Zubāir den Treueschwur zu geben. Yazīd sandte sofort ein Heer, welches die Leute aus Mekka besiegen soll. Als der Herrführer Mekka belagerte, erreichte ihm die Nachricht daß Yazīd verstorben ist. Die Belagerung wurde aufgehoben und Ibn az-Zubāir lud die Leute Ägyptens, Syrien, Basra, Kufa, Jemen und Khurasan auf, ihm den Treueeid zu geben, worauf sie diesen leisteten. Er wurde somit der neue rechtmäßige Khalif.

In der zwischen Zeit erklärte sich auch Abdul-Mālik zum Khalifen und nur ein Handvolle aus Damaskus gaben ihm die Treue. Ibn al-Ḥanafiyya (raḥimahullāh) war zu dieser Zeit in Mekka und wurde von Abdullāh ibn az-Zubāir zum Treueeid gezwungen. Er forderte ihm auf einer seiner Soldaten zu sein und dem Gegenkalifen zu erschlagen. Ibn al-Ḥanafiyya lehnte es jedoch ab und begründete, daß er das Schwert nicht mehr gegen die Muslime erhebt. Abdul-Mālik kam dies zu Ohren, und lud ibn al-Ḥanafiyyah und seine Anhänger zu sich ein. Er versicherte ihm in Frieden zu leben und ihm vor den Kämpfen gegen die Muslime zu befreien. Mit diesen Bedingungen war er zufrieden und schwor Abdul-Mālik die Treue. Später kehrte er nach al-Madinah zurück.

Eine weitere Gefahr die in der Zeit entstand, trat der berüchtigte Lügner al-Mukhtār ibn Ubāid at-Ṭaqafī. Er kam eigenmächtig in Kufa als Rächer auf und tötete aus eigenen Machtinteressen die Mörder al-Ḥussāin allesamt. Anschließend behauptete er, dass Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah (raḥimahullāh) der erwartete Mahdī sei. Dieser Lügner hielt in den Händen eine Handvolle Anhängerschaft die er getäuscht hat. al-Mukhtār schrieb an Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah er habe viele Anhänger, die ihm die volle Gehorsam leisten und er müsse das Erbe seines Vaters in Kufa antreten. Ibn al-Ḥanafiyya weigerte sich jedoch nach al-Kufa zu gehen, und bezichtigte al-Mukhtār der Lüge. Er machte ihnen Klar das er nicht der erwartete Mahdī sei und das er sich von ihren Lehren distanziert. Nach dem Tod von ibn al-Ḥanafiyyah verbreitete sich unter den die Schiiten die Hoffnung, der von al-Mukhtar verkündete Mahdī sei nicht Tod, sondern ist nur der Welt entrückt. Diese Idee von der Verborgenheit trat zum ersten Mal in Kufa von einer gespaltene Gruppe der Schiiten al-Kaisanīyyah. Für ihnen war ibn al-Ḥanafiyyah garnicht Tod, sondern versteckt sich in den Schluchten im Raḍwa-Gebirge auf, wo er dort von Löwen bewacht wird. Dort erwarten Sie auf seine Wiederkehr, der in nahe Zukunft siegreich sein werde, die Herrschaft des Islām errichtet und die Erde mit Gerechtigkeit erfüllen wird.

Sein Tod:

Es gibt viele Meinungen über sein Todesjahr. Man sagt er starb im Jahre 73/80/81/82/92/93 nach der Hijra und Allāh weiß es am besten. Er starb in al-Madinah und wurde auf dem Friedhof am Baqī’ Begraben. Abān ibn Uthmān ibn Affān (raḥimahullāh) verichtete sein Totengebet. Möge Allāh mit ihm zufrieden sein.

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Abu Rīyadus

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2 Antworten zu Der Titan: Muḥammād ibn al-Ḥanafiyyah

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