Prinzipien in der Entgegenung der Zweifel um die Gefährten

Gepriesen sei Allah, und Friede und Segen seien mit seinem Gesandten Muḥammad, seiner Familie und seinen Gefährten insgesamt.

Das Streuen von Zweifeln rund um die Geschichte der Gefährten des Propheten (ra) und seiner Familie ist eines der umfangreichsten Betätigungsfelder der Schiiten und eines ihrer wichtigsten Werkzeuge zur Manipulation der Massen. Der Hass und die Emotionen, welche durch das nicht enden wollende Meer an Verunglimpfungen und Verleumdungen geschürt werden, sind für sie der Hebel, mit dessen Hilfe sie die Sunnah des Propheten außer Kraft setzen und die Religion Allahs durch ihre eigene Religion ersetzen wollen, denn auch wenn ihr Angriff auf die Gefährten gerichtet sein mag, ihr Ziel sind nicht sie, ihr Ziel ist die Religion, welche sie überliefert haben.

Die von ihnen vorgebrachten Zweifel lassen sich dabei prinzipiell in vier Kategorien einteilen.

Die erste Kategorie:

Schwache und erfundene Überlieferungen, deren Überlieferungsketten nichtig und deren Inhalte nachweislich falsch sind. Das Prinzip im Umgang mit ihnen ist, dass sie zurückgewiesen und ignoriert werden.

Es kann den Muslim nur verwundern, wie diese Leute alles sichere, eindeutige und authentische übergehen, und sich stattdessen auf Lügen und Vermutungen dieser Art zu stützen versuchen. Der Verständige wird im Erlernen seiner Religion niemals erfundenen Geschichten den Vorzug gegenüber der gesicherten Sunnah und dem Buch Allahs geben. Auch dann nicht, wenn ihre Rufer beginnen sich der Hilfsmittel des Theaters und des Schauspiels zu bedienen und Krokodilstränen um die Ahl al-Bayt vergießen, um ihre Erzählungen an den Mann zu bringen.

Das höchste Zeugnis, welches einem Menschen ausgestellt werden kann, ist das Lob durch seinen Schöpfer in dessen edlen Buch und eben auf diese Weise ehrte Allah die Gefährten des Propheten und seine Familie. So sagt er: {Allah war zufrieden mit den Gläubigen als sie dir den Treueid unter dem Baum gaben und er wusste was in ihren Herzen ist} [48:18]. Der Eid unter dem Baum wurde von über 1400 der Gefährten des Propheten geleistet und Allah erklärt seine Zufriedenheit mit ihnen und reinigt sie nicht zuletzt von jedem Vorwurf der Heuchelei, denn er sagt: {Und er wusste was in ihren Herzen ist}. Allah ist nicht mit Menschen zufrieden, welche mehrheitlich auf der Stelle umkehrten nach dem der Prophet verstorben war, welche seine Familie folterten und ihres Rechtes beraubten und welche die Religion mit ihren Händen und Mündern zu verfälschen und zu zerstören suchten, so wie es diese Leute behaupten. Allah sagt weiter: {Du siehst sie sich verbeugen und niederwerfen, trachtend nach dem Wohlgefallen Allahs und seiner Zufriedenheit} [48:29]. Wieder bestätigt uns Allah das Innere und das Äußere der Gefährten des Propheten, welches übereinstimmt. Sieht man sie, so stehen sie im Gebet und werfen sich vor ihrem Herrn nieder. Und der Grund hierfür – eine Nachricht über das was in ihren Herzen ist – ist ihr Trachten nach dem Wohlgefallen Allahs, d.h. sie sind aufrichtig in ihrem Tun und keine Heuchler, wie es diese Leute behaupten.

Doch sie sagen Allah spreche nur von einer kleinen Minderheit und sie bringen als Beweis die Aussage Allahs: {Unter den Wüstenarabern in eurer Umgebung gibt es Heuchler und ebenso unter den Bewohnern von al-Madīnah, die in der Heuchelei geübt sind. Du kennst sie nicht, aber Wir kennen sie} [9:101]. Dabei liegt hierin kein Beweis für sie, denn Allah sagt {unter den Bewohnern von al-Madīnah}, d.h. er spricht lediglich von einer Gruppe unter ihnen, nicht von der Allgemeinheit und dies ist eine ihrer vielen falschen Methoden in der Beweisführung: Finden sie ein allgemeines Lob für die Gefährten, wie es in vielen Ayāt vorkommt, so schränken sie es ein und behaupten nur eine Gruppe unter ihnen sei gemeint. Finden sie jedoch den Tadel einer speziellen Gruppe unter ihnen, so verallgemeinern sie diesen und weiten ihn auf die Mehrheit aus.

Die zweite Kategorie:

Berichte über Vorzüge und Tugenden der Gefährten und der Ahl al-Bayt, welche verdreht und ins Gegenteil verkehrt werden, um sie als Tadel und Kritik gegen sie zu wenden.

Ein Beispiel hierfür ist der Kampf des Nachfolgers des Gesandten Allahs (ra) Abū Bakr al-Siddīq gegen die Abtrünnigen nach dem Tod des Propheten. Diese gesegnete Tat war ein Befolgen des Gesandten in seiner Anweisung jene zu töten, welche ihre Religion wechseln und es war eine Verteidigung der Religion Allahs, der Muslime und ihrer Hortes. Diese Leute jedoch verdrehen jene lobenswerte Tat und sagen Abū Bakr habe die Muslime bekämpft oder er habe jene bekämpft, welche sich weigerten ihm den Treueeid zu leisten.

Jedoch lassen sie die Bestätigung der großen Gefährten für diese Tat außer Acht, genauso wie den Konsens der gesamten Ummah und nicht zuletzt auch des Führers der Ahl al-Bayt ʿAlī bin Abī Ṭālib, den Abū Bakr bezüglich der Verweigerung der Zakāh durch die Abtrünnigen befragte: „Was sagst du Abā al-Ḥasan? Er sagte: Ich sage hättest du ihnen etwas gelassen, was der Gesandte (ra) von ihnen zu nehmen pflegte, so hättest du entgegen der Sunnah des Gesandten gehandelt. So sagte er: Wenn du dies sagst, so werde ich sie bekämpfen, selbst wenn sie mir einen Zügel [eines Kamels] vorenthalten.“ [1]

Doch muss uns dieses Vorgehen gegenüber den bei ihnen so verhassten Gefährten nicht verwundern, sind doch nicht einmal die Ahl al-Bayt, für die diese Leute stets ihre größte Liebe proklamieren, vor jener Methode der Schmähung und Verleumdung sicher. So stilisierten sie die Aufgabe des Kalifats durch al-Ḥasan zugunsten von Muʿāwiyyah zu einer Schande und nahmen sie zum Anlass ihn mit dem spöttischen Titel „Erniedriger der Gläubigen“ zu belegen [2]. Dabei folgte al-Ḥasan lediglich der Anweisung des Propheten für Aussöhnung zwischen den Menschen zu sorgen und bewahrte so mit dieser gesegneten Tat das Blut und die Einheit der Muslime.

Die dritte Kategorie:

Die Erzählung oder das Hadith an sich ist eigentlich authentisch, jedoch fügen sie ihm noch viele Dinge ohne Grundlage hinzu, sodass sie aus einer Überlieferungen die eigentlich nur einige Worte umfasst und die eine Seite nicht übersteigt ein ganzes Buch voller Lügen machen.

Beispielsweise das Ereignis von al-Saqīfah. Hierzu gibt es ein authentisches Hadith, welches nicht mehr als eine Seite umfasst. Es wurde von einigen überliefert, welche ihm noch erfundene Texte hinzufügten, die dem authentischen Hadith widersprechen. Sodann griffen es einige andere auf und fabrizierten daraus ein ganzes Buch zur Verleumdung der Gefährten, wie es etwa al-Jūharī mit seinem Buch „al-Saqīfah“ tat. Ebenso verhält es sich mit der Geschichte um das sog. Donnerstagsunglück und viele andere Geschehnisse. Die Beispiele sind zahlreich.

Daher muss sich jener, der die Geschichte studiert in Acht nehmen und sorgfältig zwischen dem Kern der Erzählungen und dem was ihnen hinzugefügt wurde unterscheiden. Zumeist stammt der Kern der Erzählungen aus vertrauenswürdigen Quellen mit authentischen Überlieferungsketten, wohingegen die Hinzufügungen aus zweifelhaften Quellen stammen und zweifelhafte Überlieferungsketten aufweisen.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese erlogenen und hinfälligen Zusätze stets eine wichtige Rolle in der Verdrehung der Wahrheit und der Verwirrung der Menschen durch diese Leute spielen wird, welche ein übles Licht auf die Geschichte werfen wollen um daraus ihre falschen Schlüsse zu ziehen.

Die vierte Kategorie:

Hadithe welche authentisch sind, denen nichts hinzugefügt und von denen nichts hinweg genommen wurde und die von einem Fehler berichten, welcher ein Gefährte beging. Wir sagen: Die Tatsache, dass auch die Gefährten fehlbar waren und wie alle Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort Fehler begingen, bedingt den Umstand, dass solche Überlieferungen zu finden sein müssen. Für uns ist die korrekte Überzeugung bezüglich der Gefährten des Propheten, dass sie Menschen waren, welche manchmal irrten und manchmal richtig lagen und welche weder unfehlbar noch sündenfrei waren.

Jedoch ist es eine Pflicht für jeden gerechten Menschen das Gute von ihnen zu erwähnen und wie es das Schlechte überwiegt, denn bei Allah, würden wir ihre Fehler mit ihren guten und rechtschaffenen Taten, ihrer Aufopferung, ihrem Kampf auf dem Weg Allahs und ihrer Unterstützung für seine Religion vergleichen, so wären sie wie ein Sandkorn in einer Wüste oder wie ein Tropfen Wasser in einer Flut. Und ist eine Überlieferung zu finden, so suchen wir für sie die beste Interpretation und die beste Entschuldigung, denn es sind Menschen, für die bereits das deutliche Lob von Allah vorausgegangen ist, und wie soll das zweifelhafte und das was der Interpretation unterliegt jenes außer Kraft setzen, was an Sicherem und Eindeutigem vorausging? Oder meinen diese Leute Allah würde jene Loben, die sich in der Zukunft dieses Lobes nicht als würdig erweisen würden? Ist er nicht der Kenner des Verborgenen?

Das Entscheidende ist, dass dem Suchenden die Wahrheit stets klar werden wird, wenn er sich vor den üblen Prinzipien der Verwirrung und Verdrehung dieser Leute in Acht nimmt, denn wer sich mit dem Authentischen begnügt, das Eindeutige dem Zweifelhaften vorzieht und nicht das Gesicherte allein durch böswillige Vermutungen hinfällig werden lässt, der wird mit dieser wissenschaftlichen Herangehensweise das richtige Licht auf die Geschichte werfen können. Hingegen werden diese Leute beständig von einer Dunkelheit in die nächste steigen. So sieht man sie, wie sie die Realität ihres Ursprungs, nämlich die Gründung durch den Juden Ibn Saba‘, trotz der historisch belegten Fakten verleugnen und wie sie alles ablehnen was hierüber an authentischen Überlieferungen übermittelt wurde, wohingegen sie jeden Bericht, der auch nur potentiell negativ für einen Gefährten des Propheten ausgelegt werden könnte ohne eine Frage akzeptieren und propagieren.

Möge Allahs Segen und Heil auf dem Gesandten Allahs sein, auf seiner Familie und seinen Gefährten und alle die ihnen auf ihrem Weg bis zum jüngsten Tag folgen.

Text: Maslul.de / Basierend auf einem Artikel von almanhaj.net

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